Ein Hofstaat für die Königin:
So kombinierst du Rosen mit den richtigen Begleitpfanzen
Ein Blütenteppich am Beetrand, silbrig schimmerndes Laub und aufrechte Blütenkerzen hinter den Rosen: So setzen Begleitpflanzen die Königin der Blumen wirkungsvoll in Szene.
Wie treffe ich optisch die richtige Wahl?
Die Vorlieben ihrer Majestät
Besonders harmonisch wirkt das Bild, wenn die Begleitpflanzen ähnliche Ansprüche haben wie die Rose selbst. Lavendel passt nicht nur farblich wunderbar, sondern liebt wie Rosen sonnige, warme Plätze. Steppensalbei setzt mit seinen Blütenkerzen klare Akzente, Katzenminze legt sich weich an den Beetrand, Phlox bringt Fülle, und Astern setzen mit ihrer Blüte im Spätsommer noch einmal einen späten Glanzpunkt.
Farben für den großen Auftritt
Besonders schön und unkompliziert sind Kombinationen Ton in Ton – etwa rosa Rosen mit violettem Salbei oder weiße Rosen mit silbrigem Laub und zartblauen Blüten. Wer es lebhafter mag, setzt auf Kontraste: apricotfarbene Rosen mit tiefvioletter Katzenminze oder rote Sorten mit mit lockerem, hellem Begleitgrün. Wer einen Rosengarten plant, sollte jedoch nicht zuerst nach Farben schauen, sondern nach Wuchsformen. Vorn im Beet werden niedrige, lockere Stauden platziert. In die Mitte gehören Rosen. Den Hintergrund dürfen höhere Blütenkerzen oder lockere Sommerstauden bilden. So gewinnt das Beet optisch an Tiefe, und es entsteht ein harmonisches Gesamtbild, in dem die Rose ihre ganze Wirkung entfalten kann.
Tipp: Ein Rosengarten muss übrigens nicht perfekt aussehen. Im Gegenteil: Oft entfaltet er gerade dann seinen märchenhaften Charme, wenn nicht alles streng in Reih und Glied steht. Eine Rose, die aus einer Wolke von Katzenminze auftaucht, dahinter Salbei, dazwischen Frauenmantel und im Hintergrund die runden Kugeln von Allium – das wirkt zwar zufällig, ist aber klug kombiniert.
Unser Gärtnermeister Benjamin Hoffbuhr ist als Sortimentsmanager Pflanze sowie im Fach‑Außendienst der AGRAVIS Raiffeisen AG tätig. Er verfügt über umfassende Praxiserfahrung und weiß genau, welche Faktoren für einen erfolgreichen Rosengarten entscheidend sind.
Welche Begleitpflanzen passen aus Ihrer Sicht besonders gut zu Rosen?
„Es gibt einige bewährte Klassiker. Besonders gern empfehle ich Lavendel: Er bringt Ruhe ins Beet, duftet angenehm und passt optisch hervorragend zu Rosen. Ebenfalls bewährt haben sich Katzenminze, Frauenmantel und Salbei. Sie lockern das Gesamtbild auf, blühen lange und sind für Insekten attraktiv. Für mehr Höhe und Struktur eignet sich Rittersporn.“
Welche Fehler sollten Rosenfreunde bei Begleitpflanzen vermeiden?
„Häufig werden Begleitpflanzen zu dicht oder zu nah an die Rose gesetzt. Rosen brauchen Luft und Licht – sonst steigt das Risiko für Pilzkrankheiten. Außerdem passt nicht jede Pflanze zu den Standortansprüchen der Rose. Rosen lieben sonnige, gut durchlüftete Plätze – schattenliebende Begleiter fühlen sich dort schlicht nicht wohl. Mein Rat: lieber gezielt auswählen und auf Harmonie statt auf Masse setzen.“
Wenn Sie nur einen einzigen Rat geben dürften, welcher wäre das?
„Meine Empfehlung, achten Sie auf Struktur und Wiederholung. Ein schönes Rosenbeet lebt von einem klaren Konzept. Wenige, gut kombinierte Begleitpflanzen, die sich im Beet wiederholen, wirken ruhig und hochwertig und lassen die Rosen besonders gut zur Geltung kommen. Weniger ist hier tatsächlich mehr.“
Rosen vermehren - so geht´s: Einen gesunden, nicht zu weichen Trieb mit einer geeigneten Gartenschere schneiden, in lockere Erde stecken und gleichmäßig feucht halten. Der Topf sollte hell stehen, aber nicht in der prallen Sonne. Besonders gut klappt das mit frischen Trieben im Frühjahr oder mit verholzten Stecklingen von Herbst bis Winter. Wer verwelkte Blüten etwa einmal pro Woche entfernt, regt bei öfter blühenden Rosen die Bildung neuer Knospen an. So bleibt das Beet länger attraktiv und die Rosen blühen oft bis weit in den Sommer hinein.
Wie pflanze ich die Begleitpflanze richtig?
Im Dienst der Königin
Damit das Zusammenspiel gelingt, gilt eine einfache Regel: Die Rose steht im Mittelpunkt. Begleitpflanzen sollen sie umspielen, nicht bedrängen. Zu dicht gesetzte Nachbarn nehmen Licht und Luft – und beides braucht die Königin des Beetes, um gesund zu bleiben. Fachleute raten deshalb, Rosen so zu pflanzen, dass ihre spätere Breite berücksichtigt wird. Zwischen einer Strauchrose und ihren Nachbarn sind je nach Wuchs meist 60 bis 90 Zentimeter passend. Das verbessert die Luftzirkulation und hilft, Krankheiten vorzubeugen. Auch beim Schnitt gilt dieses Prinzip: Ein offener Aufbau bringt Licht ins Innere und hält das Beet luftiger.
Dienlich und schmückend
Treue Begleiter wie Lavendel und Salbei sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch praktisch. Wenn der Boden zwischen den Rosen bedeckt wird, trocknet die Erde nicht so schnell aus und Unkraut keimt langsamer. Entscheidend ist nur, keine wuchernden Nachbarn direkt an die Rose zu setzen. Kräftig wachsende Stauden können den Rosen Wasser und Nährstoffe streitig machen – und Konkurrenz mag Ihre Majestät nicht. Ihr Hofstaat darf schmücken und nützlich sein – aber nie nach der Krone greifen.
Ein Teppich für ihre Majestät:
Finde die richtige Rosenerde
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