Unser Vogel-Ratgeber

Wildvogelfütterung – Sollte man das ganze Jahr über füttern?

Die Ansicht, dass Wildvögel nur im Winter und vor allem nur während es friert und bei geschlossener Schneedecke gefüttert werden sollten, ist immer noch weit verbreitet. Dabei ist es tatsächlich ratsam, Gartenvögel während des ganzen Jahres zu füttern, sagen aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Vogelkunde. Hier bekommen Sie Tipps, für die ganzjährige Fütterung heimischer Vögel. Außerdem erfahren Sie, warum diese gerade in stark landwirtschaftlichen Gegenden und Ballungsräumen zunehmend eine Notwendigkeit darstellt.

Natürliches Nahrungsangebot immer weniger

Gerade während der Wintermonate ist die Suche nach Futter für heimische Vogelarten nicht leicht. Doch die Lebensverhältnisse der Vögel in unseren Breiten, haben sich in den letzten Jahren insgesamt stetig verschlechtert: Die Nahrung, die Wildvögel für eine artgerechte Ernährung brauchen, finden sie mittlerweile sogar im Sommer nur noch schwer. Auch nehmen die Populationen vieler Insektenarten oder Wildpflanzen, die Samen produzieren und somit Nahrungsquellen für die Vögel darstellen, ab, da die Ballungsgebiete stetig wachsen, Gärten nicht wirklich ökologisch angelegt werden und Herbizide und Pestizide immer mehr verwendet werden. Daher ist es für viele heimische Vogelarten zunehmend schwierig, ihren Nachwuchs mit passendem Futter zu versorgen und auch ihren eigenen Nahrungsbedarf abzudecken.

Warum eine ganzjährige Wildvogelfütterung wichtig ist

Sie können vielen Wildvögeln maßgeblich helfen, wenn Sie sie das ganze Jahr über artgerecht füttern. Zu diesem Ergebnis kommen jahrzehntelange wissenschaftliche Untersuchungen aus Deutschland und England. Die Vögel werden durch die ganzjährige Fütterung dabei unterstützt, ausreichend Futter zu finden. Dies ist gerade dann entscheidend, wenn das natürliche Angebot an Futter stetig weniger wird. Zusätzlich kann so ein entscheidender Beitrag zur Arterhaltung einheimischer Vogelarten geleistet werden. Untersuchungen ergaben, dass Vögel deutlich früher brüten und wesentlich mehr und hochwertigere Eier hervorbringen, wenn sie das ganze Jahr über Futterstellen aufsuchen können. Nicht so bei ihren Artgenossen, die auf natürliche Nahrung angewiesen sind. Neben höheren Bruterfolgen können die Vögel ihre Jungen sehr viel besser aufziehen.

Wichtig: Artgerechtes Futter

Füttern Sie bei der Ganzjahresfütterung ausschließlich artgerechtes Futter, das den jeweiligen jahreszeitlichen Umständen entspricht. Die sogenannten Weichfresser wie Rotkehlchen und Amseln ernähren sich komplett von weichem Futter wie Insekten, Beeren und ganz feinen Samen. Finken und Sperlinge hingegen zählen zur den Körnerfressern, für die anderes Wildvogelfutter verwendet werden sollte. Allesfresser wie Meisen wiederrum bevorzugen saisonales Futter: Hauptsächlich weiche Nahrung in den Sommermonaten und während des Winters am liebsten Körner. Spezielle Futtermischungen alle drei Gruppen gibt es im Fachhandel. Oder Sie verwenden ein sogenanntes Mischfutter, welches für die meisten Wildvogelarten gleichermaßen bekömmlich und attraktiv ist. Nutzen Sie für die Fütterung von Wildvögeln keine Futtermittel mit Salz und auch kein Brot, denn das quillt im Magen der Vögel auf.

Fütterung an der richtigen Stelle

Im Idealfall verteilen Sie Futter an mehreren Stellen in Ihrem Garten mit unterschiedlichen Futtermischungen. Achten Sie darauf, dass die Vögel ausreichend vor Katzen und Mardern geschützt sind. Außerdem sollte das Futter vor Nässe geschützt sein. Achten Sie darauf, dass das verwendete Futterhäuschen ein weit überstehendes Dach hat und regelmäßig gesäubert wird. Futtersilos eignen sich am besten für das Verfüttern von Körnerfutter. So kann es nicht auf den Boden fallen und ist auch vor Nässe abgeschirmt. Da die Vögel nicht im Futter herumlaufen können, schützt es zudem vor Krankheitserregern.