Welches Einstreu ist das richtige für mein Pferd?

Die Wahl der richtigen Einstreu ist gar nicht so einfach. Schließlich gibt es weit mehr als Stroh. Doch was tut dem Pferd gut und macht zugleich wenig Arbeit?

Das Wichtigste vorweg: Einstreu muss sein, ganz gleich, ob Box, Paddock oder Offenstall. Sie ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, da sich Pferde auf Gummimatten oder dem harten Boden nicht wohlfühlen. Doch was macht eine gute Einstreu aus? Pferdeeinstreu, die den Bedürfnissen der Pferde gerecht wird, ist staub- und feuchtigkeitsarm, sodass sie viel Flüssigkeit aufsaugen kann und lange trocken bleibt. Nasse Einstreu schadet den Hufen und gibt hohe Mengen an Ammoniakgasen ab, die die empfindlichen Atemwege der Pferde reizen, gemeinsam mit Staub die häufigste Ursache für Husten und chronische Bronchitis.

Pferde würden Stroh wählen

Gute Einstreu ist außerdem sparsam im Verbrauch, leicht zu verarbeiten, gut kompostierbar und damit einfach zu entsorgen. Und natürlich spielen die Vorlieben des Pferdes eine entscheidende Rolle. Pferde, die sich mit ihrer Einstreu nicht wohlfühlen, legen sich weniger hin. Zwar dösen Pferde auch im Stehen, in den REM-Schlaf aber fallen sie nur im Liegen. Studien haben gezeigt, dass sich Pferde auf Stroh am wohlsten fühlen, das zudem eine entspannende Beschäftigung zum Knabbern bietet. Da Stroh allerdings stark staubt, viel Lagerfläche braucht und ebenso viel Mist macht, wird es immer häufiger von neuen, modernen Einstreu-Materialien ersetzt. Staubärmer und damit gerade für Pferde mit Allergien wesentlich besser geeignet ist gepresstes Stroh in Pelletform.

Die extrem saugfähigen Stäbchen können pro Kilogramm etwa sechs Liter Flüssigkeit aufnehmen. Anders als Stroh enthalten hochwertige Produkte wie die Raiffeisen Biolan Strohpellets keine Pilzsporen, da diese beim Pelletieren abgetötet werden. Auch das geringe Mistaufkommen und die einfache Entsorgung sprechen für Strohpellets. Allerdings dauert es je nach Pferd zwei bis drei Tage, bis die Pellets zertreten sind. Deshalb sollte man die erste Pelleteinstreu, gerade bei empfindlichen Pferden, anfeuchten.

Leinenstoh: ideal bei Gesundheitsproblemen von Pferden

Eine Einstreu, die alle Vorteile von Stroh bietet, ohne dessen Nachteile, ist Leinenstroh. Vor allem Pferde mit Gelenkproblemen fühlen sich auf Leinenstroh wohl, denn die Flachsstengelteilchen sorgen für ein besonders weiches, federndes Bett. Da es außerdem staubarm ist, äußerst saugstark und biochemische Naturstoffe die Bildung von Ammoniak vermindern, ist es auch für Pferde mit Atemwegserkrankungen und Allergien gut geeignet. Zudem ist der Verbrauch wesentlich geringer als bei Weizenstroh: Das Mistaufkommen reduziert sich bei Leinenstroh um etwa 75 Prozent.

Bei Spänen auf Feuchtigkeit achten

Ebenfalls äußerst staub- und reizarm sind Hobelspäne– vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Nur wenn die Feuchtigkeit zwischen 12 und 15 Prozent liegt, ist die Saugkraft der optisch ansprechenden Weichholzlocken doppelt so hoch wie bei Stroh. Sind die Späne zu feucht, weil das Holz nicht genügend getrocknet wurde, steigt die Schimmelgefahr um das 170-fache an. Grundsätzlich ungeeignet sind Späne aus dem benachbarten Sägewerk, da sie meist mit Holzstückchen, Metall und Dreck verunreinigt sind. Problematisch kann die Entsorgung sein, denn Hobelspäne brauchen lange, um zu verrotten, und können zur Versauerung von Ackerböden führen. Damit sind sie eine Ausnahme. Alle anderen modernen Einstreuarten lassen sich ebenso wie Stroh über den Misthaufen kompostieren, geben einen hervorragenden Dünger ab und sind auch für Biogas-Anlagen geeignet.

So bleibt die Einstreu lange frisch und saugfähig

Ob eine Einstreu funktioniert, hängt wesentlich davon ab, wie häufig gemistet und wie sauber sie gehalten wird:

  • Gleich, welche Einstreu verwendet wird, nasse Stellen und Pferdeäpfel täglich mit einem Mistboy oder einer Mistgabel entfernen und nachstreuen, bei Pellets und Spänen die Einstreu glatt ziehen.
  • Mehrmals täglich die Einstreu abäppeln, unbedingt auch am Abend
  • Bei der Neueinstreu auf eine ausreichende Menge achten. Das Pferd sollte morgens nicht auf dem nackten Boden stehen oder liegen, weil es die Einstreu zur Seite geschoben hat oder im Fall von Stroh – zu viel gefressen hat.
  • Um die Staubbelastung möglichst gering zu halten, während des Ausmistens das Pferd in der Stallgasse anbinden.