Überhitzung: Pferde richtig vor Sommerhitze schützen

Nicht erst extreme Hitze macht Pferden zu schaffen. Schon Temperaturen, die für den Menschen noch angenehm sind, können gefährlich werden.

Pferde fühlen sich noch in grimmiger Kälte wohl und leiden schon längst unter der Hitze, wenn wir den Sommer in vollen Zügen genießen. Von sich auf sein Pferd zu schließen, ist deshalb Winter wie Sommer keine gute Idee. Die Wohlfühltemperatur eines Pferdes liegt je nach Rasse zwischen minus 5 und maximal 25 Grad. Klettert das Thermometer darüber, wird es für die Tiere unangenehm. Stehen sie zusätzlich noch auf der Weide oder dem Paddock in der prallen Sonne, kann es schnell zu Kreislaufproblemen bis hin zum Hitzschlag kommen.

Keine Weide ohne Schattenplatz für Pferde

Um sie zu schützen, ist ein Schattenplatz auf der Weide oder dem Paddock ein Muss. Optimal sind hohe, schattenspendende Bäume, alternativ ein Unterstand. Bei größeren Herden braucht es stets mehrere, damit auch rangniedere Tiere ein Schattenplätzchen finden. Unterstände sind allerdings genehmigungspflichtig, anders als fahrbare Weidehütten, überdachte Fressplätze oder Sonnensegel, die sich schnell und unkompliziert überall aufbauen lassen. Vier Holzpfähle reichen, zwischen die ein Segel gespannt wird. Fehlt ein Sonnenschutz, besteht nicht nur Hitzschlag-, sondern auch Sonnenbrandgefahr. Betroffen sein können vor allem unpigmentierte Hautpartien wie Nüstern sowie helles Fell bei Schimmeln und Schecken. Rappen sind zwar nicht sonnenbrandgefährdet, dafür aber haben sie durch das schwarze Fell ein höheres Risiko zu überhitzen. Der beste Schutz ist auch hier Schatten, kombiniert mit unparfümierten Babysonnencremes mit LSF 50 und Fliegenmasken mit UV-Schutz.

Alternative die Pferdebox: Kühl, luftig und sauber

Ist ein Sonnenschutz auf der Weide nicht möglich, ist die Box tagsüber eventuell der bessere Platz, vorausgesetzt, sie ist gut belüftet und penibel sauber. Auf Mistmatratzen sollten Sie im Sommer unbedingt verzichten. Ansonsten steigt der Gehalt an Ammoniakgas in der Luft für empfindliche Pferdenasen schnell ins Unerträgliche. Kommt es zusätzlich zu einem Wärmestau, reagieren Pferde teilnahms- und lustlos. Sorgen Sie deshalb für eine gute Luftzirkulation in der Pferdebox, unbedingt ohne Zugluft, verschließen Sie tagsüber der Sonne zugewandte Fenster und Türen undberieseln Sie regelmäßig Stallgasse und Wände.

Immer ausreichend frisches Trinkwasser für die Pferde

Frisches Wasser ist immer wichtig, ganz besonders aber bei Hitze. Auf der Weide eignet sich gut ein geschlossener Tankwagen, unpraktischer sind offene Gefäße wie Wannen. Sie müssen mehrmals täglich mit Frischwasser aufgefüllt und alle zwei bis drei Tage gereinigt werden, da sie ansonsten zu Brutstätten für Insekten werden. Nicht fehlen darf außerdem einSalzleckstein, denn Pferde können wie wir Menschen schwitzen und verlieren dabei viel Salz. Über den Schweiß können sich Pferde bis zu einem gewissen Grad abkühlen. Dennoch überhitzen sie zehnmal schneller als Menschen, auch weil sie einen größeren Anteil an aktiven Muskeln besitzen, die zusätzlich Wärme erzeugen. In den Sommermonaten sind deshalb die kühlen Morgen- und Abendstunden immer die bessere Zeit, um mit dem Pferd zu trainieren oder gemeinsam einen Ausritt zu genießen.

So erkennen Sie, ob ein Pferd unter Überhitzung leidet:

• Das Pferd wirkt benommen, schwankt, lässt den Kopf hängen und schwitzt selbst beim Stehen stark.

• Sind die Innenseiten der Lippen und Mundhöhle sehr dunkel oder sehr hell statt blassrosa, herrscht akuter Flüssigkeitsmangel.

• Drücken Sie eine Falte am Hals zusammen: Braucht sie länger als vier Sekunden, um sich wieder zu glätten, besteht akute Gefahr.