Die richtige Sicherheitsausstattung für Pferd und Reiter

Ein Reitunfall ist schnell passiert. Mit einer angemessenen Sicherheitsausstattung lässt sich ein Unfall zwar nicht verhindern, aber positiv beeinflussen wie er ausgeht.

Zwei Drittel aller tödlichen Reitunfälle sind auf Kopfverletzungen zurückzuführen. Der Helm gehört deshalb längst zur selbstverständlichen Reitausrüstung dazu. Helm ist aber nicht gleich Helm. Wichtig ist, dass der Helm der Euro-Übergangsnorm VG1 entspricht.Reithelme sollten darüber hinaus auch nach einem Unfall ausgetauscht werden. Auch alte Helme bieten im Ernstfall keinen ausreichenden Schutz mehr, da der Kunststoff mit den Jahren an Stabilität und Bruchsicherheit verliert.

Allerdings ist nicht nur der Kopf, sondern auch der Oberkörper bei einem Sturz – der häufigsten Unfallursache beim Reiten – gefährdet, insbesondere die Wirbelsäule kann bis hin zu einer Querschnittslähmung geschädigt werden. Neben dem Helm raten Experten deshalb immer häufiger auch zu einem Oberkörperschutz, und das nicht nur bei Ausritten ins Gelände oder beim Springen.

Sicherheitswesten und Bodyprotektoren für den Reiter

Den größten Schutz für den Oberkörper bietenSicherheitswesten oder Bodyprotektoren, die den Rücken und den Brustkorb ebenso wie Rippen, Herz und Lunge schützen. Sie sind dick mit Schaumstoff gepolstert, um einen Aufprall zu dämpfen, und parzellenartig abgenäht, um die Beweglichkeit des Reiters nicht einzuschränken. Exakt anpassen lassen sie sich mit Klettverschlüssen, denn eine Sicherheitsweste bietet nur dann Schutz, wenn sie perfekt sitzt und auf Brustumfang, Taillenweite und Oberkörperlänge abgestimmt ist. Kinder sollten deshalb nie eine Weste tragen, in die sie noch hineinwachsen. Speziell vor Verletzungen an Wirbelsäule und Steißbein schützen Rückenprotektoren, die an der Wirbelsäule entlang verstärkt sind. Ihr Vorteil: Sie sind leichter als klassische Sicherheitswesten und lassen sich gut und unauffällig unter einer Jacke tragen, der Brustkorb und die Seiten bleiben allerdings ungeschützt.

Nur mit Reitstiefeln in den Sattel

Nicht zu vergessen in puncto Sicherheit sind die Schuhe und Steigbügel. Tragen Sie nur spezielleReitstiefel, ohne Schnallen und Schnürung, mit mindestens 1,5 Zentimetern Absatz, die nicht durch den Bügel rutschen können. Zusätzlich bieten Sicherheitsbügel Schutz, die sich über verschiedene Mechanismen bei einem Sturz automatisch öffnen. So lässt sich das Risiko, bei einem Sturz hängen zu bleiben und mitgeschleift zu werden, deutlich verringern.

Unfälle im Reitsport geschehen allerdings nicht nur beim Ausritt, bei Geländesprüngen oder auf Turnieren. Auch im Stall kann es zu gefährlichen Zwischenfällen kommen. Pferde sind schreckhaft: Können sie bei Gefahr nicht fliehen, versuchen sie sich mit Tritten und Bissen zu verteidigen. Helm,Handschuhe und feste Reitschuhe gehören deshalb auch im Stall zur Pflichtausstattung, ganz besonders bei Kindern.

Und schließlich ist die Unfallprävention ein wichtiger Reiterschutz. Ein gezieltes Falltraining, bei dem Sie lernen, sich über eine Judorolle abzurollen, verringert das Risiko ebenso wie ein Pferd, das Sie gut kennen und umgekehrt. Auch der Umgang mit den Tieren ist ein zentraler Sicherheitsaspekt: Gegenseitiges Vertrauen, eine klare Kommunikation, eindeutige Regeln sowie Ruhe und Gelassenheit sind gute Voraussetzungen, dass ein Pferd auch in Stresssituationen Ruhe bewahrt und erst gar nicht in eine gefährliche Lage kommt.

Die Sicherheits-Checkliste für Pferd und Reiter:

• Nur mit entsprechender Ausrüstung reiten: Ein Muss sind Reithelm und Reitstiefel mit Absatz, dazu eventuell Sicherheitssteigbügel.

• Im Gelände, beim Springen, bei schwierigen und unbekannten Pferden: Sicherheitsweste oder Rückenprotektor tragen.

• Zaumzeug und Sattel vor jedem Ausritt auf den richtigen Sitz kontrollieren, damit nichts scheuert und einschnürt.

• Im Dunkeln und im Straßenverkehr:reflektierende Ausrüstung tragen, zum BeispielReflexwesten,Reflex-Nierendecken oderReflex-Bandagen.

• Im Stall: Stricke mit Panikhaken verwenden, die sich in Paniksituation öffnen.

• Auf der Weide: spezielles Weidehalfter mit Klettverschlüssen verwenden, das sich öffnet, sobald das Pferd irgendwo hängen bleibt.