Vertikutieren – wie Sie Ihrem Rasen etwas Gutes tun

Wer nach dem Winter einen Blick auf das heimische Grün wagt, muss sich oft mit einem trostlosen Anblick begnügen. Feuchtigkeit, liegengebliebenes Laub und Schnittgut machen dem Rasen spürbar zu schaffen. Im schlimmsten Fall hat sich gar Rasenfilz gebildet, der das Wachstum hemmt und zu kahlen Stellen und Moosbefall führt. Die Lösung heißt Vertikutieren. Was es dabei zu beachten gibt und welches Gerät für Ihren Rasen am besten geeignet ist erfahren Sie im nachfolgenden Text.

„Vertikutieren“ steht für vertikales Schneiden. „-kutieren“ kommt von „coutre“, dem französischen Wort für Messer. Es geht also darum durch vertikale Schnitte die zahlreichen Verflechtungen im Rasen zu lösen, die in der kalten Jahreszeit durch Schnittgut- und andere Pflanzenreste entstanden sind. Diese bezeichnet man auch als Rasenfilz. Sie behindern die Nährstoffzufuhr des Rasens nachhaltig und unterstützen zudem das Wachstum von Moos. Beim Vertikutieren werden daher Rasenfilz, Moos und altes Schnittgut durch das leichte Anritzen der Grasnarbe entfernt. Das verbessert nicht nur den Feuchtigkeits- und Gasaustauch des Rasens, sondern lässt ihn auch deutlich strapazierfähiger, grüner und dichter erscheinen.

Der optimale Zeitpunkt für das Vertikutieren

Bleibt die Frage, wann genau Sie mit dem Vertikutieren beginnen sollten. Wir empfehlen: Wenn die Bodentemperatur dauerhaft mindestens 10 Grad Celsius beträgt, was normalerweise erst im Frühjahr gegeben ist. Drei Dinge sollten Sie im Vorfeld erledigen: Laubrückstände entfernen, Düngen und nach etwas Einwirkzeit den Rasen mähen. Dabei sollten Sie eine Schnitthöhe von maximal vier Zentimetern einhalten. Jetzt kann es losgehen Wichtig ist, dass das Vertikutiergerät nicht tiefer als drei Millimeter in den Boden eindringt. Sie wollen ja schließlich nicht den gesamten Rasen herausreißen. Die Arbeitstiefe lässt sich am Vertikutierer einstellen. Achten Sie außerdem darauf, nur trockene Grünflächen zu vertikutieren. Ziehen Sie den Vertikutierer mit ausreichend Geschwindigkeit durch den Rasen und vermeiden Sie längere Pausen an einer Stelle. Ansonsten riskieren Sie langfristige Schäden in der Grasnarbe. Für ein optimales Ergebnis empfehlen wir den Rasen erst in Längs- und anschließend in Querbahnen zu vertikutieren. Abschließend müssen Sie noch den Rasenfilz abhaken auf kahlen Stellen Rasensamen verteilen.

Vertikutieren - wie Sie Ihrem Rasen etwas Gutes tun

Beschaffenheit und Größe der Rasenfläche: entscheidend für das Vertikutieren

Alle Vertikutierer arbeiten nach der gleichen Methode: Senkrecht rotierende Messer, die sich an einer Walze befinden, dringen in den Boden ein und schneiden so Rasenfilz und Moos heraus. Dabei bestimmt die Beschaffenheit und Größe des Bodens die richtige Wahl des Modells. Bei einer flachen Rasenfläche mit einer Größe von maximal 20m² können Sie auf einen handbetriebenen Vertikutier-Roller zurückgreifen. Der Elektro-Vertikutierer ist passend für Flächen bis 200m², weil er leichter zu bedienen ist. Allerdings müssen Sie dafür sorgen, dass er ständig im Betrieb ans Stromnetz angeschlossen ist. Müssen sehr große und unebene Rasenflächen vertikutiert werden, empfiehlt es sich einen Benzin-Vertikutierer anzuschaffen, denn er verfügt über wesentlich mehr Power.