Tomaten selbst anbauen - Tipps für eine reiche Ernte

Düngen, hochbinden, überdachen, ausgeizen, gießen – der eigene Tomatenanbau braucht ein bisschen Zeit, belohnt dafür aber mit Früchten, die wunderbar aromatisch schmecken.

Pomodoro – Goldapfel nennen die Italiener die Tomate. Nicht ohne Grund, denn wertvoll ist die Tomate tatsächlich. Das Nachtschattengewächs, das ursprünglich aus den Anden stammt, liefert eine Fülle von Nährstoffen, die die Abwehrkräfte stärken und vor vielen Krankheiten schützen. Vor allem dann, wenn die Tomaten frisch gepflückt aus dem Garten kommen. Am besten gedeihen die Tomaten in warmen und trockenen Sommern. Aber auch in Jahren, in denen das Wetter nicht optimal ist, gelingt mit ein paar Grundregeln eine reiche Ernte.

Tomaten brauchen viel Platz und viele Nährstoffe

Tomaten zählen zu den Starkzehrern, die einen nährstoffreichen Boden brauchen. Reichert man die Erde vor dem Pflanzen mit einemTomaten-Langzeitdünger an, ist die Pflanze bis in den Herbst hinein mit allen wichtigen Haupt- und Spurennährstoffen versorgt. Übrigens nur dann bekommen Tomaten ihren intensiv aromatischen Geschmack. Für ein gesundes Wachstum benötigen die Tomaten außerdem Platz: mindestens 70 cm Abstand pro Pflanze und 100 cm zwischen den Reihen. Je mehr Luft zirkulieren kann, umso schwerer haben es Pilzsporen.

Beim Pflanzen der Tomaten darauf achten, dass der Wurzelballen ca. 5 cm tief unter derErde liegt. So bildet die Pflanze zusätzliche Wurzeln am Stängelansatz aus und kann mehr Nährstoffe aufnehmen.

Tomatenpflanzen brauchen Rank- und Stützhilfen

Sitzt das Tomatenpflänzchen an seinem Platz, braucht es tatkräftige Unterstützung beim Wachsen. Außer Buschtomaten benötigen alle Tomatenpflanzen eine Rankhilfe.

Der Haupttrieb wird im Uhrzeigersinn um einen mindestens 1,5 m hohen Spiralstab geleitet. Bei mehreren Pflanzen können Sie auch in 1,5 m Höhe einen Querdraht spannen, an den senkrechte Schnüre befestigt werden.

Das regelmäßige Ausgeizen sichert eine reiche Tomatenernte

Tomatenpflanzen bilden in den Blattachseln immer wieder neue Triebe. Entfernen Sie die Seitentriebe, im Fachjargon heißt das Ausgeizen. Mit dem Auslichten überzähliger Triebe wird die Fruchtbildung gefördert. Zum Ausgeizen nimmt man einfach die Fingernägel, denn die Triebe sind noch sehr zart. Ab August sollten Sie zusätzlich auch die Spitzen der Tomatenpflanzen kappen, um das Pflanzenwachstum zu Gunsten der Fruchtbildung zu fördern.

Tomatenpflanzen gießen und vor Regen schützen

Ist der Sommer sehr nass, werden Tomatenpflanzen gern Opfer derKraut- und Braunfäule (Phytophthora), zu erkennen an graubraunen Flecken zunächst an den Blättern, dann auch auf den Früchten. Spendieren Sie Tomaten deshalb immer einDach, damit die Blätter auch bei Regen trocken bleiben. Umso wichtiger ist das Gießend. Tomaten wollen es im Wurzelbereich konstant feucht haben. Ideal ist eine Tröpfchenbewässerung, ergänzt von einer Mulchschicht. Denn trocknet der Boden aus, stockt auch die Versorgung mit Nährstoffen, was wiederum auf Kosten des Geschmacks geht.

Die Jungpflanzen – ob selbst gezogen oder vorgezogen aus Ihrem Raiffeisen-Markt – sollten Sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland pflanzen, da Tomatenpflanzen sehr frostempfindlich sind. Je nach Sorte können die Tomatenpflanzen dann ab August ernten, etwa zwei bis drei Tage, nachdem sich die Tomaten verfärbt haben. Achten Sie bei derSortenauswahl nicht nur auf den Geschmack, sondern auch auf die Verwendung. Für Suppen und Soßen eignen sich sehr gut Fleisch- und gerippte Tomaten; Rund-, Eier- und Kirschtomaten schmecken roh hervorragend. Und auch den Standort nicht vergessen, denn für den Anbau in Kübeln erhalten Sie in Ihrem Raiffeisen-Markt spezielle Balkon- und Ampeltomaten.