Fruchtwechsel im Gemüsegarten

Wer gesundes Gemüse ernten will, sollte für Abwechslung im Beet sorgen. Ganz leicht gelingt das mit dem Prinzip des Fruchtwechsels.

Wenn die Kohlhernie Jahr für Jahr Grünkohl, Wirsing und Brokkoli vernichtet, die Möhrenfliege ganze Arbeit leistet und mickrige Erbsen in der Schale kullern, wird es Zeit für einen Standortwechsel. Was früher in der Landwirtschaft gang und gäbe war, ist im privaten Garten auch heute noch ein sicherer Weg, um ohne Chemie üppiges und gesundes Gemüse zu ernten. Das Zauberwort heißt Fruchtwechsel. Gurken, Kartoffeln, Salat, Rote Bete, Bohnen – sie alle haben einen unterschiedlich hohen Nährstoffbedarf und geben über ihre Wurzeln Stoffe ab, die sich im Boden anreichern. Sitzen die gleichen Pflanzen Jahr für Jahr im gleichen Beet, werden dem Boden die immer gleichen Nährstoffe entzogen. Dazu kommen die Wurzelausscheidungen, die das Wachstum der nächsten Generation hemmen. Ein müder Boden und geschwächte Pflanzen, anfällig für Schädlinge und Krankheitserreger, sind die Folgen.

Rotationsprinzip beim Fruchtwechsel

Die Lösung ist ganz einfach: Man lässt das Gemüse rotieren. Ein gutes Vorbild ist der klassische Bauerngarten mit seinen vier Feldern, die im Uhrzeigersinn und im Jahresrhythmus unterschiedlich bepflanzt werden. In drei Feldern wird jeweils Gemüse angebaut, ein viertes Feld liegt reihum brach oder wird mit einer Gründüngung versehen. Dabei folgen den sogenannten Starkzehrern, die den höchsten Nährstoffverbrauch haben, die Mittelzehrer und ihnen wiederum die Schwachzehrer. Im vierten Jahr sorgt dann die Brache oder die Gründüngung für die Reaktivierung des Bodens, bevor erneut Starkzehrer ins Beet einziehen. Dazu braucht man allerdings ein wenig Platz. Alternativ bietet sich die Dreifeldervariante an, bei der die Brache wegfällt, oder, für noch kleinere Gärten, die Zweifelderwirtschaft, bei der sich Stark- mit Mittel- und Schwachzehrern abwechseln.

Wichtig ist beim Fruchtwechsel die richtige Düngung: Kräftig gedüngt wird, wenn die Starkzehrer ins Beet kommen, im Frühling mit Kompost, mit GÄRTNERGLÜCK®Rinderdung oder mitUniversaldünger, im Juni noch einmal mit Hornmehl. Auch die Mittelzehrer mögen im Frühjahr noch etwas Kompost, die Schwachzehrer leiden hingegen unter einem zu stark gedüngten Boden. Hier können Sie auf die Düngung komplett verzichten.

Tipp: Schreiben Sie sich genau auf oder machen Sie Fotos davon, was Sie in diesem Jahr in welches Beet Gepflanzt haben. Dann können Sie den Gemüseanbau im nächsten Jahr ganz leicht planen.

Schädlinge durch Fruchtwechsel natürlich bekämpfen

Da die meisten Schädlinge nicht nur eine Pflanze, sondern sämtliche Mitglieder einer Familie befallen, ist der Fruchtwechsel auch zur Eindämmung der Schädlinge unverzichtbar. Zu den Schmetterlingsblütlern gehören beispielsweise Buschbohnen, Stangenbohnen und Erbsen. Pflanzen Sie diese also nie nacheinander ins gleiche Feld, sondern frühestens erst wieder nach drei bis vier Jahren. Das gleiche gilt für Doldenblütler wie Karotten, Sellerie, Dill, Fenchel und Petersilie sowie für Kreuzblütler, zu denen Radieschen, Kresse, Meerrettich und alle Kohlsorten gehören. Aber Vorsicht: Auch die Gründüngungen Senf, Ölrettich und Lupinen sind Kreuzblütler und sollten nicht im Anschluss von Kohl gepflanzt werden. Im Internet finden Sie zahlreiche Listen, welche Pflanzen zu welcher Familie gehören.

Und dann gibt es noch die Gartenbewohner, die vom Fruchtwechsel gänzlich ausgeschlossen sind. Rhabarber kann jahrelang auf dem gleichen Platz stehen, Erdbeeren für etwa zwei bis drei Jahre und Tomaten mögen es ebenfalls, wenn sie einige Jahre an der gleichen Stelle wachsen.