Bienenfreundlich Gärtnern – Bienen in den Garten locken

Wer Bienen in den Garten locken will, kann das nicht nur mit blühenden Staudenbeeten. Auch bepflanzte Wände und Pergolen eignen sich wunderbar als Bienenweide.

Bienen bestäuben rund 80 Prozent unserer Wild- und Nutzpflanzen. Damit sie diese Arbeit erledigen können, brauchen sie während der gesamten Vegetationsperiode Nahrung. Denn müssen sie nur wenige Tage ohne auskommen, droht ihnen der Hungertod. Umso wichtiger ist es, den fleißigen Pollen- und Nektarsammlern vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein ein duftendes Blütenbüfett zu bereiten. Wer in den Beeten dazu keinen Platz mehr hat, kann einfach in die Vertikale ausweichen. Ob Clematis, Efeu oder Jelängerjelieber, sie alle bieten Insekten einen reich gedeckten Tisch. Bestes Beispiel: die Waldrebe mit ihren verschiedenen Sorten und Blühzeiten. Zu den früh blühenden gehört die Berg-Waldrebe (Clematis montana). Ihre an Anemonen erinnernden kleinen Blüten öffnen sich schon im Mai und verwandeln Hauswände oder Pergolen in einen summenden Blütenteppich. Je nach Sorte sind sie dunkelrosa (Clematis montana ‚Tetra Rose‘), weiß (Clematis montana ‚Wilsonii‘) oder zartrosa (Clematis montana ‚Rubens‘). Ab August erfolgt dann das zweite Schauspiel, wenn sich die silberglänzenden, puscheligen Fruchtstände herausbilden. Früh blühende Clematissorten wachsen besonders stark und erreichen Höhen bis zu zehn Metern.

Blüten für Bienen im ganzen Jahr

Ist die Berg-Waldrebe im Juni verblüht, folgt ihr auf dem Fuß die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba). Auch sie blüht mit unzähligen kleinen Blüten, die sich von Juli bis in den September öffnen und Scharen von Insekten anziehen. Auch wenn die Blüten der wilden Waldrebe nicht so beeindruckend sind wie von großblumigen Clematis- Hybriden: Sie sind widerstandsfähiger gegenüber Wetter, Krankheiten und Schädlingen und bleiben in der Regel von der gefürchteten Clematis-Welke verschont. Wie alle Rank- und Schlingpflanzen braucht die Clematis eine Kletterhilfe. Das können Spaliere oder Pergolen sein oder – vor Wänden – Holzlattengerüste, Baustahlmatten oder gespannte Schnüre. Achten Sie darauf, dass das Klettergerüst auch für ältere Pflanzen stabil genug ist und mindestens zehn Zentimeter Abstand zur Wand hat. So bleibt der Pflanze Platz zum Wachsen und die Rückseite wird gut belüftet.

Optimale Ausrichtung der Blüte für Bienen

Als ursprüngliche Waldbewohner, die sich an Bäumen in die Höhe ranken, gedeihen Waldreben am besten, wenn ihr Fuß im Schatten steht und der Kopf in die Sonne ragt. Optimal sind nach Westen ausgerichtete Standorte, an denen Sie die unteren 30 bis 50 Zentimeter beschatten sollten, zum Beispiel mit Stauden oder kleinen Sträuchern. Auch im Kübel gedeihen Clematis gut, vorausgesetzt, das Wasser kann gut abfließen. Nicht nur Clematis, auch Kletterpflanzen wie Efeu (z.B. Hedera hibernica), Schlingknöterich (Polygunum aubertii) und das Echte Geißblatt (Lonicera caprifolium), auch bekannt als Jelängerjelieber, sind bei Bienen sehr beliebt. Während sich Efeu eigenständig an Wänden und Pergolen hochrankt, benötigt der Schlingknöterich eine Kletterhilfe. An ihr kann die äußerst wuchsfreudige Pflanze bis zu acht Meter pro Jahr zurücklegen. Ideal also für Schnellbegrünungen und große Flächen. Bescheidener gibt sich da das Echte Geißblatt. Zwar ist es auch ein Schnellwachser, kommt im Jahr aber nur auf etwa einen Meter Zuwachs. Geißblätter verströmen einen intensiven Duft und blühen von Juni bis Oktober. Da gilt nicht nur bei Bienen: je länger, je lieber.

Bienenfreundlich Gärtnern – Bienen in den Garten locken

Die wichtigsten Pflegetipps für Ihre Clematis:

  • Achten Sie auf einen humusreichen, gleichmäßig feuchten Boden.
  • Arbeiten Sie vor dem Pflanzen großzügig Pflanzerde, zum Beispiel GÄRTNERGLÜCK®Pflanzerde, ins Pflanzloch ein. Bei lehmigen Böden bringen Sie eine Drainageschicht aus Splitt oder Kies ein.
  • Ideal sind ein halbschattiger Standort mit Sonne am Morgen und/oder Abend und ein schattiger Wurzelbereich.
  • Als Rankgitter eignen sich dünne, hauptsächlich senkrecht stehende Stäbe.
  • Clematis-Pflanzen haben einen hohen Kaliumbedarf. Bringen Sie etwa alle zwei Jahre im Winter etwas GÄRTNERGLÜCK®Dolomitkalk aus. Im Frühjahr reicht reifer Kompost oder geringe Mengen eines mineralischen oder organischen Düngers.