Ratgeber Weidezaun richtig aufbauen

Unter Strom: Weidezaun richtig aufbauen

Ein Elektrozaun ist immer häufiger die präferierte Weidehaltung. Allerdings nur, wenn alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Von der Länge des Zauns bis zum Charakter der Tiere.

Warum auf einen Elektrozaun setzen?

Während ein massiver Holzzaun zum Beispiel für Pferde ein visuelles und haptisches Hindernis darstellt, spricht vieles für die elektronische Alternative: leicht zu installieren, langlebig, günstig, einfach erweiterbar und schnell umgebaut.

Da aber keine optische Hürde gegeben ist, schreckt lediglich die unangenehme Erfahrung die Tiere ab. Daher ist es umso wichtiger, dass ein Elektrozaun jederzeit einwandfrei funktioniert und an jeder Stelle genügend Spannung hat.

Unser Weidezaun-Tipp: Clips und Verbinder statt wickeln und knoten

Auf keinen Fall sollten Sie die Weidezaunbänder um die Isolatoren wickeln, um den Zug zu erhalten oder diese verknoten. Dadurch wird die Leitfähigkeit massiv verschlechtert. Ist ein Band gerissen oder müssen mehrere Bänder zusammengefügt werden, nutzen sie unbedingt die vorgesehenen Seilverbinder und Litzen-Clips – ganz ohne Leistungsverlust.

Der Impulsgeber: das elektronische Weidezaungerät

Zentral ist hierfür dasWeidezaungerät, das die Stromimpulse erzeugt: entweder über den Anschluss an eine Steckdose oder – falls keine vorhanden ist – über ein wiederaufladbares 12-Volt-Akkugerät. Dies lässt sich energiesparend vonSolarzellen ergänzen oder über eine 9-Volt-Batterie, die bei guter Qualität etwa eine Weidesaison lang hält.

Die längste Hütedauer besitzen Geräte mit Netzanschluss: Sie sind die erste Wahl bei langen Zäunen und liefern auch bei der Berührung mit Ästen oder hohen Grashalmen, durch die Strom abfließt, eine ausreichend hohe Spannung – diese sollte bei Pferden übrigens an jeder Zaunstelle bei mindestens 3.000 Volt liegen, bei langhaarigen oder schwierigen Tieren sogar bei 4.000 Volt.

Welche Höhe des Weidezauns für mein Pferd?

Damit die Zaunbänder einen ausreichenden Ausbruchschutz darstellen, müssen sie in der korrekten Höhe angebracht werden.

Für Pferdekoppeln gilt die Faustregel: Es werden drei Bänder benötigt, wovon das oberste Band mindestens 1,20 Meter hoch sein sollte. Oder alternativ: Das oberste Weidezaunband sollte der 0,8-fachen Höhe der Widerristhöhe des größten Pferdes entsprechen.

An allen Eckpunkten und an Durchgängen benötigen Sie außerdem stabile Holz- oder Metallpfähle mit Betonsockel, damit die Bänder straff gespannt werden können und die Pfosten dem starken Zug standhalten.

Ohne Erdung des Weidezauns kein Effekt

Oft unterschätzt und eine der häufigsten Fehlerquellen bei Elektrozäunen ist die Erdung. Nur wenn der Zaun geerdet ist, wird im Falle einer Berührung ein elektrischer Schlag ausgelöst. Denn nur dann schließt das Pferd den Stromkreis und der Strom kann über die Erdstäbe zurück zum Weidezaungerät fließen.

Dafür müssen die Stäbe in feuchten Boden eingeschlagen werden, notfalls bis in tiefere, feuchte Erdschichten, da trockene Erde den Strom nicht leitet. Bei stärkeren Geräten sind mehrere Erdstäbe nötig, die über ein Erdkabel miteinander verbunden werden. Achten Sie darauf, dass Erdstäbe immer aus rostfreiem Material bestehen – optimal sind verzinkte Stahlpfähle.

Weidezaunbänder, -drähte, -litzen und -seile für Transport ohne Verluste

Übertragen werden die elektrischen Impulse von straff gespanntem, reißfestem Leitermaterial. Dieses besteht aus vielen dünnen, in ein leitendes Material eingearbeiteten Drähten. Am Zaunpfahl gehalten werden sie vonIsolatoren, die aus nichtleitendem Material bestehen müssen, damit kein Strom in Pfahl und Erdreich abfließen kann.

Wie gut das Zaunmaterial den Strom leitet, lässt sich am Leitungswiderstand ablesen, der in Ohm/Meter angegeben wird. Je niedriger die Zahl, umso mehr Energie kommt am Ende des Zauns an. Ideal ist ein Wert unter 0,3, ungünstig sind Werte über vier. Je weniger Energie durchkommt, umso stärker muss das Zaungerät ausgelegt sein.

Und welche Vorteile haben die verschiedenen Leitermaterialien?

  • Weidezaunlitze: ist dünn aber reißfest und dringt leichter durch dickes, isolierendes Fell. Sie eignet sich zum Beispiel für Schafe.
  • Weidezaunband: ist durch seine größere Fläche sehr gut sichtbar und so auch ein optisches Hindernis. Es eignet sich zum Beispiel für Pferde.
  • Weidezaunseil: ist wetterbeständig und trotzt so auch Schnee und Wind.
  • Weidezaundraht: hat die höchste Leitfähigkeit und ist sehr stabil.

Wie hoch muss die Spannung in meinem Weidezaun sein?

Am Ende tragen alle Komponenten eines Elektrozaunsystems dazu bei, wie viel Spannung im Zaun ankommt beziehungsweise wie viel „unterwegs“ verloren geht. Die notwendige Impulsenergie, die ein Weidezaungerät erbringen muss, richtet sich also nach vielen Faktoren: Je länger der Zaun, je eingewachsener er ist, je höher der Widerstand der Bänder oder Drähte und je „ausbruchsfreudiger“ das Pferd, umso höher muss die Energie sein, die das Weidezaungerät abgibt.

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