Artgerechte Haltung von Kaninchen

Flauschiges Fell, Stummelschwänzchen und ein treuherziger Blick: Kaninchen sind zum Verlieben süß, stellen in der Haltung aber so einige Ansprüche.

Die Umzugskisten sind gepackt, Goldi und Hopsi sitzen bereits im Körbchen, gleich geht es für die beiden Zwergkaninchen ins neue Quartier, in die Sommerfrische sozusagen. Nach einem langen Winter in ihrem Zimmergehege ziehen die beiden Kaninchen in den Garten, wo bereits verschiedene Häuschen, ein Sonnensegel und einiges zum Klettern und Verstecken auf sie warten. Begrenzt wird das geräumige Sommerdomizil von einem gut eingegrabenen Zaun, da Kaninchen wahre Ausbruchspezialisten sind.

In freier Natur graben sich die Kaninchen bis zu 40 Meter lange Tunnel, die sich über mehrere Hektar ausdehnen können. Dazu sind sie blitzschnell, bis zu 40 km/h können sie rennen. Droht Gefahr, warnen sie sich gegenseitig, indem sie mit den Hinterläufen auf den Boden klopfen, bevor sie in ihr unterirdisches Labyrinth abtauchen. Dennoch sind die Verluste hoch, was die Kaninchen mit reichlich Nachwuchs ausgleichen.

Zusammenleben unterschiedlicher Kaninchen

Auch wenn Goldi und Hopsi vom Hauskaninchen abstammen, in ihren Genen sind sie so wild wie ihre Vorfahren. Ebenso wie diese wollen sie in Gruppen leben, mindestens zu zweit, vertragen sich aber nicht mit jedem Gehegepartner, da sie strenge Rangordnungen pflegen. Werden Weibchen geschlechtsreif, liefern sie sich wahre Prügelorgien. Nicht weniger streitsüchtig sind unkastrierte Rammler. Ganz harmonisch verläuft dagegen das Zusammenleben von Goldi und Hopsi, er ein kastrierter Rammler, sie ein intaktes Weibchen. Sind beide kastriert, bleibt es ebenfalls friedlich. Kein Partner für Kaninchen sind übrigens Meerschweinchen. Und selbst eine noch so liebevolle Haltung ersetzt nicht die Artgenossen.

Wie ihre wilden Kollegen brauchen auch Hauskaninchen vielAuslauf. Optimal ist die ganzjährige Außenhaltung mitfrostsicherem Unterschlupf und gutem Schutz gegen Marder und Greifvögel. Werden sie in der Wohnung gehalten, trennt man am besten eine größere Zimmerecke ab. Damit sie beim Freigang ungefährdet durch die Wohnung hoppeln können, unbedingt Stromkabel in Sicherheit bringen. Allerdings: Kaninchen markieren ihr Revier, indem sie Duftmarken setzen. Ein Verhalten, das ihnen, wenn überhaupt, nur mit viel Geduld abzugewöhnen ist, indem man beispielsweise dort, wo sie immer wieder markieren,Kleintiertoiletten aufstellt.

Dauerbeschäftigung für Kaninchen: Mümmeln

Goldi und Hopsi haben es zwischenzeitlich geschafft: Sie hoppeln durchs Freigehege und mümmeln mit Genuss frischen Löwenzahn, Gräser und Gänseblümchen. Kaninchen müssen laufend fressen, denn nur so funktioniert ihre Verdauung. Die stets gefüllteHeuraufe gehört also in jedes Gehege – auch im Sommer. Dazu lässt sich der Speiseplan mit frischem Gemüse wie Spinat, Kohlrabi, Karottengrün oder Salat aufpeppen. Obst ist auch erlaubt, wegen des vielen Zuckers allerdings nur als Leckerli. Am zuverlässigsten lässt sich, gerade im Winter, der Energie und Nährstoffbedarf mit speziellem Kaninchenfutter decken. Mümmel und TIERLIEBE®Zwergkaninchenfutter sind beispielsweise bedarfsgerecht abgestimmte Mischfutter, die alle wichtigen Nährstoffe, Mineralien und lebenswichtigen Vitamine enthalten, die die flauschigen Lieblinge zum Leben brauchen.

Artgerechte Haltung von Kaninchen

Was Kaninchen glücklich macht:

  • Kaninchen hoppeln, rennen und springen gern. Deshalb brauchen sie viel Platz: innen pro Kaninchen zwei Quadratmeter, außen mindestens drei bis vier. Im Häuschen sollten sie sich auf mindestens 40 x 40 Zentimetern Grundfläche ausstrecken können.
  • Halten Sie immer mindestens zwei Kaninchen zusammen. Besser sind gerade Zahlen. Bei drei Kaninchen wird meist eines ausgeschlossen.
  • Kaninchen wollen beschäftigt sein. Langweilen sie sich, werden sie krank. Ideal sindKleintierspielzeuge,Intelligenzspiele in Kombination mit Futter sowie Versteckmöglichkeiten in Höhlen und Tunneln. Die gibt es auch gleich zum Auffuttern.
  • Auch wenn sie so aussehen: Kaninchen sind keine Schmusetiere, denn als Beutetiere bedeutet jedes Hochheben für sie Stress. Zum Streicheln besser auf dem Boden sitzen lassen.