Wie Hunde das Alleinsein lernen

Hunde wollen instinktiv im Rudel bleiben. Dennoch können sie es Schritt für Schritt und mit viel Geduld lernen, auch mal allein zu bleiben.

Hunde, die nicht alleine bleiben können, sind im Alltag eine echte Herausforderung. Denn es gibt immer wieder Situationen, in denen Ihr Hund nicht mit kann, ob ins Kino, zum Arzttermin oder zum Einkaufen.

Am einfachsten ist es, schon Welpen das Alleinsein beizubringen. Sind sie etwa drei Monate alt und haben sich an ihr neues Zuhause gewöhnt, kann es losgehen. Zunächst ganz langsam, denn für das Rudeltier Hund ist Alleinsein eine lebensbedrohliche Situation, für Welpen allemal. Beginnen Sie damit, dass Sie für maximal eine Minute eine Tür hinter sich schließen. Oder allein auf die Toilette gehen.

Kommen und Gehen ohne Theater mit dem Hund

Wichtig sind sehr viele sehr kurze Wiederholungen, die den Hund nicht überfordern. Die kurzen Trennungen dürfen nicht mit Stress verbunden werden. Machen Sie außerdem von Anfang an keinerlei Aufhebens um Ihr Weggehen und Kommen, weder verabschieden Sie sich, noch loben Sie den Hund, wenn Sie zurückkommen

Dem Hund signalisiert das: Es gibt keinen Grund zur Aufregung, alles ist ganz normal. Ganz allmählich verlängern Sie dann die Zeiträume. Erst wenn Ihr Hund bis zu zehn Minuten allein bleiben kann, verlassen Sie das erste Mal kurz das Haus. Zum Müll-Raustragen, Wäsche-Aufhängen oder Zeitung-Holen. Ziehen Sie dabei Jacke und Schuhe an und rasseln Sie mit dem Schlüssel, damit diese Rituale erst gar nicht zu einem Aufbruch Signal für den Hund werden.

Wimmert und jault der Welpe, während Sie in einem anderen Raum oder außerhalb der Wohnung sind, kehren Sie erst zurück, wenn er sich beruhigt hat – so schwer es auch fällt, ansonsten bringt er Ihre Rückkehr mit seinem Verhalten in Verbindung und wird es das nächste Mal intensivieren. Falls er sich nicht beruhigt, kehren sie zurück, ohne ihn zu beachten und ohne ihn zu trösten.

Grund für Trennungsangst beim Hund abklären

Bei älteren Hunden gehen Sie ähnlich vor: mit viel Geduld und vielen kurzen Wiederholungen, die Sie allmählich steigern. Klären Sie bei älteren Hunden allerdings den Grund für die Trennungsangst ab. Gab es ein traumatisches Erlebnis? Wurde der Hund ausgesetzt oder zu früh von der Mutter getrennt? Wurde er zu sehr verhätschelt?

Ist es tatsächlich Angst oder eher Empörung, dass er allein gelassen wird? Eine Videoüberwachung kann Aufschluss geben. Hunde, die Angst oder sogar Panik haben, können folgende Symptome zeigen: Sie werden unsauber, hecheln, speicheln sehr stark, lassen ihr Futter stehen, winseln leise oder laufen unruhig umher. Lernen Hunde das Alleinsein trotz aller Bemühungen nicht, kann ein Hundetherapeut oder ein qualifizierter Hundetrainer helfen.

Wie Hunde das Alleinsein lernen

Geschafft haben Sie es, wenn Ihr Hund entspannt imHundebettchen liegt und schläft, wenn Sie zurückkehren. Doch auch in diesem Fall darf ein Hund nicht mehr als vier bis fünf Stunden allein sein. Denn eins gilt immer: Auch wenn Ihr Hund es gelernt hat, gern bleibt er nicht allein. Vielmehr braucht er seine Familie, um gesund und glücklich zu sein.

Was hilft Ihrem Hund beim Alleine sein und was nicht

Dos:

  • Möglichst früh mit dem Training beginnen.
  • Keine Begrüßungs- und Abschiedszeremonien.
  • Rituale neutralisieren: Jacke anziehen, Schlüssel nehmen und sich einfach hinsetzen.
  • Gewünschtes Verhalten mit einemLeckerli bestätigen.

Dont's:

  • Durch die Tür schimpfen, wenn der Hund jault.
  • Einen zweiten Hund kaufen, denn möglicherweise steckt der erste den zweiten Hund mit seiner Trennungsangst an.
  • Ungeduldig sein: Bis ein Hund etwa eine Stunde allein sein kann, kann es bis zu acht Wochen dauern.