Hundekauf: Bin ich bereit für einen Hund und welcher passt zu mir?

Die Entscheidung für einen Hund ist eine Entscheidung, über viele Jahre hinweg Verantwortung zu übernehmen. Denn ein Hund kann nicht einfach beiseite gestellt werden, wenn es gerade nicht passend ist, sondern Sie müssen sich jeden Tag um ihn kümmern und Ihre eigenen Bedürfnisse ein Stück weit hinten anstellen. Sollten Sie bereit sein, diese Verantwortung zu übernehmen, dann erhalten Sie mit einem Hund einen Freund fürs Leben und der Aufwand erscheint dann sicherlich nicht mehr zu groß. In diesem Ratgeber zum Thema Hundekauf informieren wir Sie darüber, welche Bedürfnisse ein Hund hat und was auf Sie zukommt.

Was kommt auf mich zu als Hundehalter?

Wenn ein Hund bei Ihnen einzieht, verändert er Ihr Leben und auch das Ihrer Familie komplett. Die Verantwortung, die Sie als Hundehalter übernommen haben wird Sie fordern, aber gleichzeitig auch ein Geschenk sein, da das Leben mit Ihrem neuen Hund eine wunderschöne Bereicherung darstellt.

Zeit und Aufmerksamkeit: Die Bedürfnisse eines Hundes

Hunde sind nicht gerne alleine und leiden sogar häufig unter Trennungsängsten. Gerade wenn Sie einen stressigen Arbeitsalltag haben, ist es nicht immer unkompliziert, den Bedürfnissen des Hundes gerecht zu werden. Sie können Ihrem Hund natürlich beibringen, alleine zu Hause zu bleiben und nichts kaputt zu machen, aber ideal ist das für keinen Hund. Besser ist es, Ihren Alltag so zu gestalten, dass der Hund kaum alleine sein muss. Vielleicht können Sie ihn ja sogar mit ins Büro nehmen?

Ausreichend Auslauf draußen – das ist gut für Ihren Hund und Sie

Egal bei welchem Wetter – jeder Hund benötigt genügend Auslauf in der Natur. Ihn nur in der Wohnung zu halten ist Tierquälerei. Sie müssen jeden Tag mehrere Male mit dem Hund nach draußen gehen, damit er sich austoben kann. Ein Garten ist natürlich von Vorteil, ist jedoch nicht zwingend nötig. Bei der Erziehung müssen Sie Ihrem Hund beibringen, so gut auf Sie zu hören, dass er jederzeit zurückkommt. Dies kann durch Pfeifen oder auch Rufen passieren. Dann können Sie ihn in Parks, in denen dies erlaubt ist, auch ohne Leine herumrennen lassen. Auch Sie werden merken, dass die Bewegung an der frischen Luft Ihnen gut tut. Regelmäßige Spaziergänge, Sauerstoff und Sonnenschein machen auch Sie als Hundehalter fitter und gesünder.

Einmal pro Woche in die Hundeschule

Wenn Sie Ihren Hund als Welpen holen, muss er noch viel lernen. Doch auch ältere Hunde müssen oft noch erzogen werden. Dabei kann eine Hunde- bzw. Welpenschule helfen. Dies ist nicht zwingend notwendig, ist jedoch sehr sinnvoll, da so nicht zuletzt Arbeit und Stress für Sie verringert werden. Gerade wenn Sie selbst noch nicht viel Vorerfahrung in der Hundeerziehung haben, sollten Sie regelmäßig eine Hundeschule besuchen. Hier erfahren Sie von gut ausgebildeten Hundetrainern, worauf Sie achten müssen und wie Sie in verschiedenen Alltagssituationen mit Hund umgehen müssen. Sie und Ihr Hund lernen, sich gegenseitig besser zu verstehen und Sie bringen Ihrem Hund bei, auf Ihre Kommandos zu hören.

Hunde sind Seelenheiler

Nicht nur im normalen Alltag machen sich Hunde positiv bemerkbar. Gerade in der tiergestützten Therapie oder der tiergestützten Pädagogik vollbringen sie Großes und können verletzte Seelen heilen. Im Falle von Menschen mit Depressionen und Krankheiten sind die Zusammenarbeit und die Gemeinschaft mit Hunden äußerst förderlich. Oftmals ist es für diese Menschen leichter, zu einem Hund Vertrauen aufzubauen als zu einem Menschen. Daher nutzen immer mehr Therapeuten die Hilfe von Hunden. Sogar in der Schule hilft ein Hund, der regelmäßig in einer Klasse ist, dabei, ein ruhiges und lernunterstützendes Umfeld für die Kinder zu schaffen. Besonders als Behindertenbegleithund haben sich Hunde mit ihrem sensiblen und intelligenten Wesen schon lange durchgesetzt.

Welche Rasse passt zu mir?

Welcher Hund zu Ihnen passt, hängt sehr stark von Ihren Lebensumständen ab. Soll es mit einem Labrador der typische Familienhund sein oder gefällt Ihnen ein kleiner, wuscheliger Hund wie der Malteser besser? Je nach Einsatzbereich haben Hunde andere Herausforderungen. Ein Hütehund hat natürlich andere Aufgaben als ein Jagd- oder Wachhund. Jeder Hund bringt individuelle Eigenschaften mit, es gibt jedoch Merkmale, die für die verschiedenen Rassen typisch sind. Diese Unterschiede finden sich im Bewegungsdrang, bei der Fähigkeit zu lernen und auch beim sozialen Verhalten. Auch bestimmte Krankheiten finden sich bei bestimmten Hunderassen leichter wieder. Wichtig ist, dass Sie sich vor Anschaffung des Hundes damit auseinandersetzen, welche Hunderasse welche Besonderheiten mit sich bringt und ob sie zu Ihrem Lebensstil und Ihren Erfahrungen mit Hunden passen.

Wie alt können Hunde werden?

In der Regel werden Hunde 10 bis 15 Jahre alt und begleiten Sie über diesen Zeitraum. Sie übernehmen also für einen sehr langen Zeitraum die Verantwortung für Ihren Hund. Fragen Sie sich daher im Vorfeld, wie Sie Ihr Leben in den nächsten Jahren gestalten wollen, ob Familienplanung, Karriere oder gar eine Auswanderung ansteht. Damit Ihr Hund am Ende nicht im Tierheim landet, müssen Sie sich vorher damit auseinandersetzen, was Sie sich für Ihr Leben wünschen und ob ein Hund zu diesen Wünschen passt und ob Sie ihm gerecht werden können.

Hundekauf: Kosten und Folgekosten?

Die Anschaffung eines Hundes ist ein einmaliger Kostenpunkt. Doch auch danach fallen regelmäßig Kosten in unterschiedlicher Größenordnung an. Je nach Rasse und Größe können diese abweichen. Ein Hund verursacht einmalige und laufende Kosten wieKörbchen,Leine undSpielzeug, Tierarztkosten, Hundesteuer, Hundehaftpflicht,Nahrung und mehr. So kommt eine recht ordentliche Summe zusammen. Die reinen Anschaffungskosten unterscheiden sich je nach Rasse zwischen 100 und 1000 Euro, die Hundesteuer kostet ortsabhängig bis zu 200 Euro im Jahr. Die ersten obligatorischen Impfungen, Arztbesuche und die Wurmkur kosten etwa 70 bis 100 Euro. Danach gibt es Impfungen, die jährlich erneuert werden müssen und rund 50 Euro kosten.

Sie müssen bedenken, dass Ihr Hund immer krank werden kann – planen Sie also jedes Jahr noch rund 150 Euro zusätzlich für Tierarztbesuche ein. Die Futterkosten lassen sich nicht pauschal darstellen, da Sie je nach Hunderasse variieren. Abhängig von der Größe fallen etwa 60 Euro im Monat an. Außerdem ist eine Hunde-Haftpflichtversicherung sinnvoll, die im Jahr bis zu 60 Euro kostet. Sparen Sie hier nicht, denn Sie als Halter haften für alle Schäden, die von Ihrem Hund verursacht werden. Ein Kurs in der Hundeschule liegt bei 80 bis 150 Euro.Hundezubehör kann mit einmalig ca. 100 Euro veranschlagt werden.

Hunde als Wegbegleiter für Ihre Kinder

Hunde und Kinder sind oftmals eine gute Kombination, allerdings müssen hierbei zwingend einige Regeln befolgt werden, damit sie sich gut miteinander verstehen. Hunde sollten niemals mit kleinen Kindern alleine bleiben. Außerdem sollte das Kinderzimmer für den Hund tabu sein. Es ist für den Hund ungeheuer wichtig, dass er die Möglichkeit erhält, die Situation mit dem Kind zu verlassen. Denn wenn er sich eingeengt fühlt, kann es passieren, dass er mal schnappt. Ein Hundebiss, der bei einem erwachsenen Menschen einen schmerzhaften blauen Fleck zur Folge hat, kann bei Kindern gefährlichere Auswirkungen haben. Daher sollte auch die Aufteilung der Spielzeuge klar sein.Hundespielzeug für den Hund, Kinderspielzeug für das Kind.

Urlaub und Reisen mit dem Hund

Gerade in den Ferien kann der Hund zu einer Herausforderung werden. Strenge Einreisebestimmungen, lange Flüge oder Hotels, in denen Hunde nicht erwünscht sind – es ist für Hundebesitzer nicht immer leicht. Allerdings sollten Sie sich auch fragen, ob ein Hund beim Strand- oder Skiurlaub wirklich gut aufgehoben ist. Besser ist da wohl ein Wanderurlaub. Doch auch wenn Sie ohne Hund verreisen wollen, gibt es Optionen. So kann der Hund zum Beispiel im Hundehotel eingecheckt werden. Allerdings gibt es mittlerweile auch sehr viele Anbieter, die sich auf Urlaub mit Hund spezialisiert haben.

Hunde in der Mietwohnung

Ob ein Hund in der Mietwohnung gestattet ist, können Sie oft dem Mietvertrag entnehmen. Dieser gibt meist schon eine Auskunft über die Regelungen zu diesem Thema. Ein Vermieter darf Hunde nicht allgemein verbieten, muss sie allerdings auch nicht generell erlauben. Er kann im Einzelfall Entscheidung, ob er einem Hund in der Wohnung zustimmt oder nicht. Allerdings braucht er hierfür objektive Gründe, die nach Abwägung der Interessen überwiegen. So kann ein Hund beispielsweise verboten werden, wenn er sozial unverträglich oder aggressiv ist und somit sogar die anderen Mieter gefährdet. Auf der anderen Seite wird das Bedürfnis von alleinstehenden, älteren Menschen nach einem Hund oftmals sehr hoch angesetzt.

Hunde und Dreck

Dass ein Tier Dreck macht und mehr Zeit beim Putzen und Aufräumen verursacht ist selbstverständlich. Auch die Pflege des Hundes selbst stellt einen gewissen Aufwand dar. Ob ein Hund haart oder sabbert hängt oftmals von der Rasse ab. Es gibt Hunde, die nicht haaren und damit für Allergiker geeignet sind. Am Anfang müssen Welpen lernen, stubenrein zu werden und hinterlassen wohl zu Beginn noch das ein oder andere ungeplante „Geschäftchen“. Dies muss im Vorhinein mit Familie und Partner besprochen werden. Alle sollten bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, da ansonsten eine Person die Hauptarbeit in Bezug auf Gassi gehen und Putzen hat.