Hühnerhaltung im eigenen Garten

Endlich Eier von eigenen Hühnern. Wir haben Wolfgang Herzog vom Geflügelfutter-SpezialistenGoldDott gefragt, worauf Anfänger bei der Hühnerhaltung achten sollten.

Wie sieht eine artgerechte Hühnerhaltung aus?

Wolfgang Herzog: Hühner sind soziale Wesen, sie wollen gerne in Gruppen gehalten werden. Gut sind drei bis zehn Hühner, die Beschäftigung und Abwechslung im Auslauf brauchen, zum Beispiel eine Hühnerschaukel, einenPickblock oder einenHühnerstall auf Rädern. Den kann man mal in eine andere Ecke im Garten stellen und schon haben die Hühner wieder was zu entdecken. Außerdem bietet ein Hühnerhaus auf Rädern oder Stelzen, ebenso wie Hecken und Gebüsch, Schatten und Versteckmöglichkeiten. Gibt es die nicht, droht Gefahr durch Greifvögel.

Wie sollte ein Hühnerstall beschaffen sein?

Herzog: Er muss zunächst mal groß genug sein, man rechnet etwa 1,5 bis 2 Quadratmeter Stallfläche pro Huhn. Je größer, desto besser, denn man muss ja davon ausgehen, dass sich die Hühner auch mal tagelang im Stall aufhalten, weil es regnet oder weil es wegen der Hühnergrippe ein Auslaufverbot gibt. Ausgestattet sein muss der Stall mit einem vernünftigen Boden, der mit Stroh oder Sägespänen eingestreut wird. Außerdem braucht er eineFutterrinne und eineStülptränke, das können im Sommer auch zwei sein, eine für drinnen und eine für draußen. Zur Pflichtausstattung gehören außerdem eine Sitzstange, eventuell mit einem Kotbrett darunter, und kuschelige Legenester. Für zehn Hühner braucht man etwa sechs bis sieben Nester. Und ein Hühnerhaus muss abends zwingend verschließbar sein, was gerade Anfänger schon mal vergessen. Hilfe gibt es von automatischen Hühnerklappen, die sich zu bestimmten Zeiten oder Lichtverhältnissen öffnen und schließen. Man muss auch an die Fenster denken, die von außen zum Schutz vor Marder oder Iltis gutverdrahtet oder vergittert sein müssen.

Welche rechtlichen Aspekte müssen bei der Hühnerhaltung beachtet werden?

Herzog: Hühner müssen einmal jährlich gegen Newcastle, eine atypische Geflügelpest, geimpft werden. Impfungen bieten der Tierarzt oder, günstiger, der örtliche Geflügelzuchtverein an. Ebenfalls Pflicht ist es, jedes Huhn wegen Seuchenprävention beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse anzumelden, was beides kostenlos ist. Dann gilt es natürlich zu klären, ob man ein Hühnerhaus in den Garten stellen darf. Am besten, man ruft vorher bei der Gemeinde an und fragt.

Brauche ich in meinem Hühnerstall einen Hahn?

Herzog: Einen Hahn braucht man nicht zwingend. Da Hähne krähen, wenn es hell wird, auch an Sonn- und Feiertagen, ist es wegen der Nachbarn nicht empfehlenswert, einen Hahn zu halten. Allerdings bringen Hähne Ruhe und Gelassenheit in die Hühnerherde. Als Hühnerrassen geeignet sind übrigens solche, die schnell zutraulich, friedlich und robust sind. Das sind zum Beispiel Araucana, die Eier mit grüner Schale legen, Plymouth Rock, Sundheimer, Barnevelder, Orpington oder New Hampshire.

Welches Hühnerfutter ist für Legehennnen geeignet?

Herzog: Legehennen haben einen deutlich höheren Kalziumbedarf, denn Kalzium wird für eine stabile Schale benötigt. Am besten geeignet ist ein Alleinfutter, wie zum BeispielGoldDott Eiervollkorn. Das ist ein grob strukturiertes Mehl, das mit seiner unterschiedlichen Struktur und Farbe den Fress- und Pickreiz auslöst. Auch hier gibt es einen typischen Anfängerfehler: Häufig wird nurKörnerfutter gegeben, aber das kann niemals ein Alleinfutter sein, weil es nicht genug Kalzium enthält. Wer Körner füttert, mussLegemehl dazufüttern, und zwar im Verhältnis zwei zu eins, zwei Teile Legemehl am Tag, ein Teil Körner abends. Beide Futterteile funktionieren nur, wenn sie zusammen gefüttert werden.