Wie wird Holz selber geschlagen und was gibt es dabei zu beachten?

Der Winter naht. Höchste Zeit, sich um die Holzvorräte zu kümmern. Wer Geld sparen will, geht selbst in den Wald – braucht dafür aber einiges an Zeit, Kraft und Ausrüstung.

Fix und fertig kaufen oder selbst machen? Eine Frage, die sich Kaminofenbesitzer jedes Jahr aufs Neue stellen. Denn soll im Winter der Ofen gemütlich knistern, wird Holz gebraucht, pro Winter rund 3,5 Kubik- bzw. Raummeter für etwa 50 Quadratmeter, wenn diese ausschließlich mit einem Kamin beheizt werden.

Wer wenig Platz hat oder das Holz sofort verfeuern will, greift am besten auf fertig getrocknetes Kaminholz zurück, bereits in Scheite gespalten und gelagert, erhältlich in Ihrem Raiffeisen-Markt oder online unterwww.raiffeisenmarkt.de alsHolzbriketts,Kaminholz im Netzsack oder inBoxen. Wer selbst Hand anlegen will, kann sein Brennholz in selber aus dem Wald holen. Das heißt: Sie melden bei der Gemeinde oder beim Forstamt Ihren Bedarf an. Daraufhin wird Ihnen ein Waldstück zugewiesen, aus dem Sie vorher definiertes Holz holen können. Das ist in der Regel liegendes Holz, also Kronenholz oder Stämme und Äste von bereits gefällten Bäumen.

Mit der Motorsäge in den Wald und das Holz selber schneiden

Zur Weiterverarbeitung kann man sich die Baumstämme nach Hause liefern lassen oder direkt im Wald Hand anlegen. So oder so geht es nicht ohne eine technische Grundausstattung: Ein Muss ist die Motorsäge, um das Holz in Meterstücke oder direkt in Scheitlänge zu schneiden. Sinnvoll ist zudem ein Fellheber zum Anheben und Wenden der Stämme. Außerdem benötigt man eineSpaltaxt mit Hammer sowieKeile, will man das Holz mit der Hand spalten, was mit frisch geschlagenem Holz am leichtesten geht. Weniger Kraftaufwand erfordert aber auf jeden Fall ein Holzspalter mit Elektromotor.

Doch wie dick sollten die gespaltenen Stücke sein? Ideal ist es, wenn sich ein Holzscheit mit einer Hand greifen lässt. Allerdings: Fürs Anfeuern machen dünnere Holzscheite Sinn, zum Nachlegen dickere Holzscheite. Und welche Scheitlänge ist sinnvoll? Das richtet sich nach der Größe Ihres Ofens. Gängig sind Längen von 25, 33 und 50 cm. Wer gespaltene Meterstücke mit einer Wipp- oder Tischkreissäge ablängt, kann sich mit einer Markierung oder einem Anschlag leicht die richtige Größe einstellen.

Das Holz richtig lagern

In den Ofen wandert das Holz dann aber noch lange nicht. Verfeuert werden sollte nur Holz, das weniger als 20 Prozent Restfeuchte enthält. Ermitteln lässt sich das ganz einfach mit einemHolzfeuchtemessgerät. Feuchtes Holz brennt nicht nur schlechter, es führt auch zur Versottung des Kamins. Im Winter frisch geschlagenes Buchenholz hat eine Feuchte von mehr als 70 Prozent, erst nach rund zwei Jahren Trocknungszeit hat es den idealen Brennwert.

Eine längere Lagerzeit ist hingegen kontraproduktiv, denn aufgrund von Bakterien und Pilzen, die die Holzsubstanz zersetzen, nimmt der Brennwert wieder ab. Zum Trocknen sind Holzregale oder ein offener, luftiger Holzschuppen gut geeignet, in denen das Holz weder von unten noch von oben feucht wird. Ein seitlicher Regen macht dagegen nichts. Lagert das Holz vor einer Wand, mindestens zehn Zentimeter Abstand halten, damit die Luft zirkulieren kann. Völlig ungeeignet zum Holzlagern sind Keller oder geschlossene Räume.

Wie wird Holz selber geschlagen und was gibt es dabei zu beachten?

Am schönsten und längsten brennt übrigens Buchenholz, wie Eiche, Esche, Kirschbaum und Ahorn ein Hartholz, das sehr dicht ist. Zwar lässt sich auch mit Nadelhölzern heizen, Fichten, Kiefern, Douglasien und Lärchen haben jedoch einen rund 30 Prozent geringeren Heizenergiegehalt als Laubhölzer. Und das bedeutet: öfter aufstehen und nachlegen statt entspannt den lodernden Flammen zuzusehen.

Wichtige Fakten rund ums Holzmachen:

Rm, Fm, SRm, dm 3 – das richtige Maß

  • Raummeter (Rm) bezeichnet einen geschichteten Holzstoß mit einem Meter Höhe und Breite.
  • Festmeter (Fm) ist die gleiche Menge ohne Hohlräume, in der Regel werden damit längere Baumstammstücke angegeben.
  • Schüttraummeter (SRm) ist lose geschüttetes, ofenfertig geschnittenes Holz, das gestapelt etwa 0,4 Kubikmeter ergibt.
  • Kubikdezimeter (dm 3 ) entspricht einem Liter, umgerechnet auf Holz etwa 0,5 kg.

Seit 2013 Pflicht: der Motorsägenführerschein

Privatpersonen dürfen Holz im Selbsterwerb nur mit gültigem Motorsägenführerschein machen. Nötig ist dafür ein mehrstündiger Lehrgang. Fragen Sie nach Kursen in Ihrem Raiffeisen-Markt.

Schnittschutzbekleidung für mehr Sicherheit

Holzmachen ist nicht ungefährlich, weshalbSchnittschutzbekleidung ein Muss ist. Wichtig sindSicherheitsschuhe mit Stahlkappe, eineSchnittschutzhose, eineForstjacke,Handschuhe sowie einGehör- und Gesichtsschutz.