Die richtige Erde – optimale Bedingungen von Anfang an

Eine gute Erde muss viele Ansprüche erfüllen, damit Pflanzen sich wohlfühlen und starke Wurzeln bilden. Qualitativ hochwertige Erde besteht aus Humus, Sand und Kalk sowie Nährstoffen und Dünger in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Wir erklären Ihnen, welche Pflanzen welche Erden bevorzugen.

Allgemeine Merkmale hochwertiger Erde

Hochwertige Erde ist feinkrümelig und beinhaltet keine groben Materialien. Sie sollte Wasser und Nährstoffe speichern und bei Bedarf an die Pflanze abgeben. Gleichzeitig darf es aber nicht zum Wasserüberschuss oder Staunässe bei Regengüssen kommen. Die Erde muss daher Wasser zügig ableiten.

Durch die Wetterveränderungen immer wichtiger wird das Verhalten bei Wassermangel und Trockenheit: Die Erde darf bei Hitze nicht zusammenschrumpfen und muss schnell wieder Wasser aufnehmen können. Allgemein bietet eine gute Erde der Pflanze Halt und bleibt trotzdem locker und verkrustet nicht.

Rhododendron- und Hortensienerde

Damit Rhododendron und Hortensien in ihrer fabelhaften Blütenpracht gedeihen können, muss die Erde einen niedrigen, also sauren pH-Wert haben. Nur dann können die Nährstoffe über die Wurzeln optimal aufgenommen werden. Außerdem ist bei Hortensien – und auch anderen Moorbeetpflanzen, wie Heidelbeeren, Preiselbeeren oder Heidepflanzen – eine kalkarme Erde wichtig, da Pflanzen und Wurzeln Kalk gegenüber sehr empfindlich sind.

Rosenerde: lässt die Wurzeln atmen

Rosen sind besonders anspruchsvoll. Sie benötigen Erde, die ihnen sowohl genügend Halt gibt, als auch luftig ist, damit die Wurzeln atmen können. Dies ermöglichen zum Beispiel Holzfasern in der Erde. Zusätzlich wird so ein natürlicher Drainage-Effekt erzielt, der Staunässe entgegenwirkt. Rosen benötigen neben Substratdünger und Guano die Nährstoffe Stickstoff, Phosphat und Kalium. Besonders Phosphat ist wichtig, denn es sorgt für starke Wurzeln und prachtvolle Blüten.

Kräuter- und Aussaaterde: weniger ist mehr

Eines haben Kräuter und Jungpflanzen gemeinsam: Sie benötigen nährstoffarme, sandige Böden – allerdings aus ganz verschiedenen Gründen. Wenn die Jungpflanzen nur wenig Nährstoffe vorfinden, machen sie sich im Erdreich danach auf die Suche, was bedeutet, dass sie starke Wurzeln ausbilden anstatt zu schnell in die Höhe zu schießen. Durch den Sand ist die Erde schön locker und die Wurzeln kommen leichter hindurch. Kräuter hingegen – besonders mediterrane – bevorzugen sandige, nähstoffarme Böden, weil sie es aus ihrer Heimat so gewohnt sind. So gedeihen sie am besten und werden aromatisch.

Die richtige Erde – optimale Bedingungen von Anfang an

Tomaten- und Gemüseerde: Nähstoffe bitte!

Im Gemüsegarten dagegen wird ein hoher Düngeranteil benötigt. Tomaten, Kürbispflanzen, viele Kohlsorten und Kartoffeln verbrauchen mehr Nährstoffe als andere Gemüsesorten. Besonders gut tut ihnen Guano – dies ist ein Naturdünger, der aus den Ausscheidungen von Seevögeln besteht. Er enthält viele Bakterien, Eiweiße, Spurenelemente und Mineralstoffe. Für gesunde und starke Triebe und Früchte benötigt die Pflanze außerdem Stickstoff. Phosphor wiederum ist wichtig, um den Energietransport in die Zellen der Pflanze zu gewährleisten.

Graberde: Ästhetik bei reduziertem Aufwand

Graberde wird in einer ca. 2 cm dicken Schicht auf das Grab aufgetragen und ist auf ihr Einsatzgebiet optimiert. Sie hat eine sehr dunkle Färbung, um sich ästhetisch in das Gesamtbild des Friedhofs einzufügen. Außerdem kommen die gesetzten Pflanzen so besonders gut zur Geltung. Graberde ist feinkrümeliger und somit dichter und schwerer als herkömmliche Erde und hat so zwei positive Effekte: Feuchtigkeit wird länger in den darunter liegenden Erdschichten gehalten und das Wachstum von Unkräutern wird eingeschränkt. So müssen Sie weniger gießen und jäten.

Blumenerde: mit oder ohne Torf?

Für alle Balkon-, Kübel-, Blüh- und Zimmerpflanzen, die keine speziellen Ansprüche haben, können Sie hochwertige Blumenerde nutzen. Natur und Klima werden es Ihnen danken, wenn Sie hierbei auf die torffreie Variante zurückgreifen. Denn konventionelle Blumenerde besteht bis zu 80 % aus Torf – auch wenn dies nicht gekennzeichnet ist. Doch der Torfabbau kostet wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und setzt klimaschädliche Gase, wie Kohlendioxid, Lachgas und Methan frei.