Welche Fische für welchen Gartenteich?

Für Gartenteichbesitzer stellt sich bei der Auswahl von Teichfischen oft die Frage für welche Fische ist mein Gartenteich geeignet? Sollen es eher Zierfische oder doch lieber heimische Fischarten sein? Wir geben einen Überblick über die beliebtesten Teichfische.

GRUNDVORAUSSETZUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON GARTENTEICHFISCHEN

Bevor man sich auf eine oder mehre Fischarten für den eigenen Gartenteich entscheidet, sollte man sicherstellen, dass der Teich ausreichend groß und zumindest an einer Stelle mindestens 1,30 Meter tief ist, um den Fischen im Winter einen frostfreien Bereich garantieren zu können. Fische brauchen im Wasser gelösten Sauerstoff zum Atmen. Können die Teichpflanzen den nötigen Sauerstoff nicht in ausreichender Menge produzieren, muss eine Teichbelüftung installiert werden. Sehr dekorativ sind hier kleine Wasserfall- oder Fontänenanlagen, die über eine Wasserpumpe betrieben werden. Achten Sie vor allem im Hochsommer auf eine funktionierende Sauerstoffversorgung, da warmes Wasser sehr viel weniger Sauerstoff aufnimmt als kaltes Wasser.

Neben der Sauerstoffversorgung ist die Wasserqualität für das Überleben der Fische entscheidend. Wird z. B. zu viel gefüttert, sinkt das Fischfutter zu Boden und verunreinigt das Wasser durch Fäulnisprozesse. Eine Fütterung muss immer der Jahreszeit, der Fischteichgröße und der Fischdichte angepasst sein. Auch die Fischdichte hat Einfluss auf die Wasserqualität. Ist der Fischbesatz zu hoch, schafft es das Teich-Ökosystem nicht mehr die vom Fisch ausgeschiedenen Nährstoffe ausreichend zu verwerten. Eine der Teichgröße angemessene Filteranlage sorgt für eine gleichbleibende Wasserqualität.

Heimische Biotopfische oder Zierfische?

Die Auswahl an Fischen, die für einen Fischteich in Frage kommen, ist groß. Für einen Gartenteich sind Raubfische allerdings nicht so gut geeignet, da die verhältnismäßig kleinen Fischteiche den anderen Fischarten weniger Schutzräume bieten und somit schnell gefressen werden. Bei der Auswahl sollte man auch darauf achten, dass die Fische möglichst in der „Nähe“ gezüchtet worden sind. Importe aus fernen Ländern sind für die erschütterungsempfindlichen Tiere, wegen der langen Wegstrecke, belastend. Die Ausfallquote ist bei regionaler Züchtung deutlich geringer.

Stichling

Der Stichling kommt im fließenden Süßwasser aber auch im stehenden Brackwasser vor. Stichlinge sind silbrig bis bläulich schimmernd, schuppenlos und erreichen eine Größe von 4 bis 11 cm. Das Hauptmerkmal sind die 3 bis 16 Einzelstacheln vor der Rückenflosse. Zur Laichzeit bauen Stichlinge aus Pflanzenteilen Brutnester. Die Männchen haben dabei ein ausgeprägtes Brutpflegeverhalten. Die Nahrung besteht aus Wasserflöhen und Insektenlarven.

Moderlieschen

Moderlieschen ist ein heimischer Schwarmfisch, der 8 bis 10 cm groß werden kann. Er hat silbern-bläulich schimmernde Schuppen und stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Durch seine Empfindlichkeit bei einem zu hohen Nitrit- oder Nitratwert, wird er bei Wasserwerken auch als Bioindikator zur Überwachung der Wasserqualität eingesetzt. Seine Nahrung besteht aus Algen, Insektenlarven und Wasserflöhen. Als Schwarmfisch ist er sehr gesellig und sollte daher mit mindestens 10 weiteren Moderlieschen gehalten werden.

Zierfische trumpfen durch prächtige Farbgebungen

Goldrotfeder

Die Goldrotfeder ist die Zuchtform der Rotfeder und eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische. Goldrotfedern werden bis zu 30 cm lang. Die Zuchtform ist golden bis rötlich gefärbt. Auch die Goldrotfeder kommt mit weniger Sauerstoff im Teichwasser gut zurecht. Als Nahrungsquellen benötigt der Fisch Algen und Wasserpflanzen.

Goldschleie

Die Goldschleie ist die Zuchtform der Grünschleie. Die Goldschleie wird bis zu 40 cm groß und ist auffallend gelb-orange gefärbt. Genauso wie der Goldfisch ist die Goldschleie in der Lage kurzfristig ungünstige Sauerstoffkonzentrationen zu überleben. Aufgrund dieser Eigenschaft kann er auch in kleineren Teichen gehalten werden.

Regenbogenelritze

Die Regenbogenelritze ist ein pflegeleichter Zierfisch, der auch zur Familie der Karpfenfische gehört. Der 6 bis 8 cm große Zierfisch stammt ursprünglich aus Nordamerika. Die Färbung ist sehr vielfältig, von neon-blau, rosa-gold, silber-schwarz und leuchtend rot kann alles vertreten sein. Hauptnahrungsquellen sind Algen und Insektenlarven.

Goldfisch

Goldfische sind pflegeleichte Süßwasserfische, sind weltweit als Zierfisch verbreitet und gehören zur Familie der Karpfenfische. Die über 1000 Jahre alte Züchtung brachte im asiatischen Raum viele verschiedene Arten hervor. Neben der Größe (maximal 35 cm Länge) und der Flossenform (z.B. beim Shubunkin), sind die unterschiedlichen Farbtöne orange, gelb, rot und schwarz das Erkennungsmerkmal typischer Goldfische

Koikarpfen

Die bunte Zuchtform des Karpfens ist der Koi. Die Zuchtvarianten sind hier sehr groß, man unterscheidet mindestens 15 Hauptvarianten mit mehr als 100 Unterformen. Der Koi kann bis zu 100 cm groß werden und bei optimalen Bedingungen, mit 60 Jahren, auch sehr alt. Dieser Zuchtfisch braucht einen großen und sehr sauberen Teich. Ideal sind 1 Kubikmeter Wasser pro Fisch. Je ungünstiger die Rahmenbedingungen für den Koikarpfen sind, desto anfälliger ist er auch für die verschiedensten Parasiten.

Graskarpfen

Der Graskarpfen ist eine wärmeliebende Karpfenart aus dem asiatischen Raum. Auffällig sind die großen Schuppen, die Farbgebung ist braun-grün-grau. Der bis zu 100 cm lang werdende Fisch ist ein reiner Pflanzenfresser. Er benötigt daher viele Wasserpflanzen und Algen. Die tägliche Futtermenge entspricht nahezu seinem Körpergewicht. Der Graskarpfen kann sogar mit frischem Grasschnitt beigefüttert werden. Idealer Standort ist ein großer Naturteich.