Was macht den Hund glücklich

Im Garten buddeln, an jeder Ecke das Beinchen heben, gefühlte Stunden an einem Grashalm schnuppern und auch mal einen Artgenossen anknurren – was Hunde glücklich macht, ist für Herrchen und Frauchen oft genau das Gegenteil.

Zwar sind Hunde längst zu wichtigen Sozialpartnern des Menschen geworden, dennoch sind sie erst einmal Hunde – und als solche haben sie schon mal gänzlich andere Bedürfnisse als ihre zweibeinigen Besitzer.

Glücklich mit Familienanschluss

Was sie zunächst aber gemeinsam haben mit dem Menschen, ist der Wunsch, dazuzugehören und zu wissen: Hier ist mein Platz. Hier fühle ich mich sicher und geborgen. Sind Hunde mit ihrer Familie zusammen und möglichst oft dabei, ist schon viel fürs Hundeglück getan.

Dazu muss der Hund keineswegs immer im Mittelpunkt stehen. Denn zu viel Aufmerksamkeit ist oft zu viel des Guten und stellt die geregelte Welt des Hundes schnell auf den Kopf.

Genau das nämlich brauchen Hunde zum Glücklichsein: Regeln. Hunde sind Rudeltiere, die als Anführer agieren oder sich einem Rudelführer unterordnen wollen. Stellen Herrchen oder Frauchen klare Regeln auf – auf deren Einhaltung die ganze Familie konsequent mit einheitlichen Kommandos besteht – akzeptiert der Hund seine untergeordnete Rolle im „Rudel“ schnell und freut sich über klare Verhältnisse, die ihm Orientierung und Sicherheit geben.

Beschäftigt, gefordert, zufrieden

Damit beim Erlernen der Regeln der Spaß nicht zu kurz kommt, gibt es natürlich nach jedem Lernerfolg ein Lob, eine Schmuseeinheit oder einLeckerchen. Dabei ist es ganz gleich, ob der Hund „bei Fuß gehen“, Dog-Dancing oder Such- und Versteckspiele erlernt. Der Hund ist glücklich, wenn der „Rudelführer“ Mensch sich mit ihm beschäftigt und er mit Aufgaben gefordert wird, die zu seinem Wesen und seiner Rasse passen. Vorsicht ist allerdings vor Überforderung geboten. Seinen Hund mit Spielen und Spielzeugen zu sehr zu bespaßen, macht ihn eher unglücklich als glücklich.

Ein Muss fürs Glücklichsein: Bewegung

Hunde sind nicht nur Rudel-, sondern auch Lauftiere. Zwei Stunden täglich sollte man je nach Rasse fürs Gassigehen einkalkulieren. Wer das Hundeglück perfekt machen will,lässt den Hund zudem selbst entscheiden, wann er in den Garten geht – was jedoch nicht die tägliche Bewegungs- runde ersetzt. Ob der Hund am liebsten mit joggt, sich neben dem Fahrrad verausgabt oder gemütlich vor sich hinschnüffelt, hängt dabei wesentlich von der Rasse ab.

So braucht ein Jack-Russell-Terrier mehr Bewegung als ein Malteser oder ein Berner Sennenhund. Überhaupt ist jedes Hundeglück am Ende so individuell wie das Glück der Menschen. Wer mit Einfühlungsvermögen auf den individuellen Charakter seines Hundes eingeht und sich einen Hund anschafft, der zum eigenen Lebensstil passt, hat schon viel für das Glück seines Vierbeiners getan. Kommen Geduld, Liebe sowie die Fähigkeit hinzu, den Hund als eigenständige Persönlichkeit mit hundetypischen Vorlieben zu akzeptieren, dann sind am Ende Hund und Herrchen gleichermaßen glücklich.

Die zehn Glücksfaktoren für Hunde

1. Eine feste Bezugsperson und möglichst rund um die Uhr Familienanschluss.

2. Klare Regeln und eine eindeutige Kommunikation.

3. Regelmäßige körperliche Bewegung.

4. Geistige Beschäftigung, die den Hund fordert, ohne ihn zu überfordern.

5. Kontakte zu Artgenossen zum Spielen und Kräftemessen.

6. Wiederkehrende Tagesabläufe beim Füttern, Schlafen, Gassigehen.

7. Einen eigenen, warmen und trockenenSchlafplatz, wohin sich der Hund jederzeit zurückziehen kann.

8. Jederzeit frisches Trinkwasser und hochwertigesFutter, abgestimmt auf Alter, Allergien und evtl. Krankheiten.

9. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen und Vorsorge.

10. Den Hund auch mal Hund sein lassen, der seine natürlichen Verhaltensweisen ausleben darf.