Vorbereitung auf die neue Weidesaison – Was es bei der Pflege der Weide zu beachten gibt

Mit dem Frühling startet auch die neue Weidesaison. Damit ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, die Weidefläche nach dem Winter genau in Augenschein zu nehmen, bevor der eigentliche Weideaustrieb erfolgt. Welche Punkte bei der Pflege der Weide beachtet werden sollten, erfahren Sie hier.

Staunässe beseitigen, Weide abschleppen oder striegeln und bei Bedarf walzen

Während der Wintermonate wird eine Weide zwar nicht mehr durch die Nutzung der Pferde strapaziert, dafür setzen ihr aber Niederschläge und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu. In der Folge bilden sich häufig Staunässe, unschöne braune Stellen auf der Weidefläche und Schäden im Bereich der Grasnarbe. Werden dann keine entsprechenden Pflegemaßnahmen eingeleitet, verschlechtert sich der Zustand der Weide immer weiter.

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, sollten Sie im zeitigen Frühjahr zunächst alle Gräben und Drainagen kontrollieren und im Falle bestehender Staunässe in Stand setzen. Sobald die Böden frostfrei und abgetrocknet sind, kann mit dem Abschleppen oder Striegeln begonnen werden. Neben der Einebnung von Wühlmaus- und Maulwurfshügeln wirken sich das Auskämmen abgestorbener Gräser und das Entfernen von Narbenfilz günstig auf das Wachstum aus. Nach dem Striegeln liegen dann ideale Bedingungen für eine Nachsaat vor.

Überall dort, wo die Grasnarbe bedingt durch Wechselfröste den Kontakt zum Unterboden verloren hat, ist das Walzen der Weide empfehlenswert. Zusätzlich regt es die Bildung von Seitentrieben der Gräser an und bewirkt so die Entstehung einer dichten und belastbaren Grasnarbe.

Die regelmäßige Reparatur der Pferdeweide mit einer geeigneten Saatgutmischung ist eine effektive Maßnahme zum Erhalt von hochwertigem Grünland. Nachsaat-Mischungen für Pferdeweiden enthalten konkurrenzstarke und hochwertige Gräser, die sich in der bestehenden Altnarbe sehr gut etablieren. Eine Saatgutmenge in Höhe von etwa 10 kg pro ha und Jahr, die idealerweise beim Schleppen oder Striegeln ausgebracht werden kann, ist ausreichend, um die Qualität des Grünlandes dauerhaft zu sichern.

Düngung der Pferdeweide

Ein weiterer wichtiger Punkt zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Weide ist die sachgerechte und bedarfsangepasste Düngung. Sehr hilfreich für die Ermittlung des Nährstoffbedarfes ist die Durchführung einer Bodenprobe. Neben einer ganzen Reihe verschiedener Volldünger ist vor allem der Kalkstickstoff ein hervorragendes Düngemittel für die Pferdeweide. Dieses Düngemittel enthält eine langsam wirkende Stickstoffkomponente und einen hohen Kalkanteil, der den pH-Wert des Bodens verbessert. Ganz wichtig für die Weidehygiene ist auch die Wirkung von Kalkstickstoff gegen unerwünschte Vegetation und gegen Weideparasiten.

Vorbereitung auf die neue Weidesaison – Was es bei der Pflege der Weide zu beachten gibt

Nach der Ausbringung des Düngers sollte eine Wartezeit von etwa zwei bis drei Wochen eingehalten werden. Das „Abäppeln“ ist eine zusätzliche, aber unverzichtbare Arbeit während der gesamten Weidezeit. Hierdurch wird eine Unterbrechung der Infektionskette von gefürchteten Parasiten sichergestellt.

Weide reinigen, Zäune und Weideeinrichtungen kontrollieren

Gerade wenn sich Weideflächen in der Nähe von Verkehrswegen befinden, werden sie häufig durch weggeworfenen Müll verunreinigt. Diesen sollten Sie unbedingt vor dem Anweiden und regelmäßig während der Weidesaison entfernen. Besonders bedeutsam ist es auch, den Aufwuchs der Weide auf das Vorhandensein von Giftpflanzen (z.B. Adlerfarn, Fingerhut, Jakobskreuzkraut) zu kontrollieren und diese vollständig zu entfernen.

Daneben ist es wichtig, die komplette Einfriedung der Weidefläche, sprich alle Zaunpfosten, Querlatten und die Funktion der Weidetore zu kontrollieren. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch alle Komponenten des Elektrozauns auf ordnungsgemäße Funktion überprüfen und einen Funktionstest für das Weidezaungerät durchführen. Damit eine ausreichende Hütesicherheit gegeben ist, muss der Zaun eine Spannung von mindestens 2.000 Volt aufweisen.

Zusätzlich ist es ratsam, die Offenställe, Schutzhütten und Unterstände auf eventuelle Beschädigungen zu kontrollieren und sicherzustellen, dass sich auch alle Tränken und Futterraufen in einem funktionsfähigen Zustand befinden.