Unkraut in Pflasterfugen entfernen

UNKRAUT IN PFLASTERFUGEN ENTFERNEN – UNSERE ÜBERSICHT ÜBER DIE GÄNGIGSTEN METHODEN

Ob Gräser, Moos, Löwenzahn, Giersch, Klee oder Brennnesseln, regelmäßig macht es sich Unkraut zwischen den Fugen auf Terrassen und Einfahrten bequem. Doch wie kann man das Unkraut entfernen, welche Methoden sind erlaubt und kann man verhindern, dass die unerwünschten Pflanzen schnell zurückkommen? Gesucht wird eine Methode die erfolgreich, langfristig und umweltschonend ist. In unserem Ratgeber geben wir eine Übersicht über die populärsten Methoden, wie Sie Unkraut zwischen Fugen beseitigen können.

Was Sie auf keinem Fall verwenden sollten

Die Umwelt, besonders unser Grund- und Trinkwasser müssen in unser aller Interesse geschützt werden. Leider benutzen viele Menschen immer noch schädliche und verbotene Unkrautvernichter, um Unkraut auf gepflasterten Flächen zu entfernen. Der Gesetzgeber hat im Pflanzenschutzgesetz geregelt, welche Substanzen auf versiegelten Flächen nicht benutzt werden dürfen.

Chemische Pflanzenschutzmittel

Es mag verlockend erscheinen, chemische Pflanzenschutzmittel auf die betroffenen Stellen zu sprühen und damit das Unkrautproblem mühelos zu beseitigen. Dies ist nach dem Pflanzenschutzgesetz jedoch verboten. Auf Einfahrten, Terrassen oder Gehwegen kann aufgrund der Versiegelung des Bodens mit Stein und Betonplatten das Oberflächenwasser nicht in die Erde versickern und die giftigen Substanzen können so nicht im Boden biologisch abgebaut werden. Dies führt dazu, dass die Pestizide in die Kanalisation abgeleitet werden und so in unsere Wasserwerke und letztendlich in unser Grund- und Trinkwasser gelangen.

Mit der Chemiekeule erweisen Sie dem Umweltschutz einen Bärendienst. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzten Flächen erlaubt. Achten Sie also unbedingt darauf, dass das Oberflächenwasser ungestört versickern kann, wenn Sie sich für den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln entscheiden.

Salz und Essig

Die Verwendung von den bekannten Hausmitteln Salz, Essig und Essigessenz gegen Unkraut mag biologisch unbedenklich anmuten, ist es aber nicht. Als Unkrautvernichtungsmittel ist es auf versiegelten Flächen sogar streng verboten. Eine hohe Salzkonzentration im Boden schädigt angrenzende Pflanzen, Blumen und Bäume, trocknet die Erde aus und verunreinigt das Grundwasser.

Da Salz und Essig auf versiegelten Flächen biologische nicht abgebaut werden können, sorgen diese Substanzen für eine schädliche Belastung in Kläranlagen und der Kanalisation. Eine Zuwiderhandlung kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Erlaubt ist die Nutzung von Salz und Essig nur auf nicht versiegelten Flächen, wie einer Wiese oder in einem Beet.

Legale Methoden um Pflasterfugen von Unkraut zu befreien

Zum Glück können Sie auf eine Vielzahl anderer Methoden der Unkrautbekämpfung zurückgreifen. Hier steht Ihnen vom klassischen Unkraut jäten mit der Hand bis hin zu Infrarottechnik eine große Auswahl für die Unkrautbekämpfung zur Verfügung.

Wurzelbürste und Fugenkratzer

Die Wurzelbürste in Kombination mit einem Fugenkratzer ist eine kostengünstige, umweltfreundliche und pflasterschonende Methode, um Unkraut aus den Pflasterfugen zu entfernen. Sie erfordert jedoch körperlichen Einsatz und Zeit. Um Rücken und Knie zu schonen, bietet es sich an, Fugenkratzer und Fugenbürste mit einer in der Höhe verstellbaren Teleskopstange zu verlängern.

Für ein gutes Ergebnis ist es ratsam, das Unkraut nach einem Regenguss zu jäten, wenn die Erde schön feucht ist. Versuchen Sie das Unkraut mitsamt der Wurzel aus der Erde herauszuziehen, sonst kommt es sehr schnell wieder. Mit der Wurzelbürste bürsten Sie dann das gelöste Unkraut aus den Fugen heraus.

Elektrische Fugenreiniger

Mehr Komfort beim Unkraut Entfernen als der klassische Fugenkratzer bietet ein elektrischer Fugenreiniger. Dieser kann aufgrund des Teleskopstiels und seines ergonomischen Führungsholms bequem im Stehen genutzt werden. Mit einer Drahtbürste wird das Unkraut aus den Fugen gelöst. Gerade bei elektrischen Fugenreinigern lohnt es sich auf Qualität zu achten.

Kochendes Wasser

Ein gutes Hausmittel ist kochendes Wasser ohne alle Zusätze. Das heiße Wasser belastet die Umwelt und das Pflaster ebenfalls nicht. Im Kampf gegen Unkraut und Moos einfach einen Schwung heißes Wasser auf die Fugen schütten. Das heiße Wasser gelangt tiefer in die Erde als ein Abflammgerät und zerstört die Pflanzen sehr zuverlässig.

Warten Sie zwei bis drei Tage, danach können Sie die abgestorbenen Pflanzen einfach wegkehren oder leicht mit der Hand herausziehen. Eine Alternative zum Ausprobieren ist auch heißes Kartoffelwasser. Abgekühlt eignet es sich aufgrund seines Vitamin- und Kaliumgehalts als biologischer Dünger. Heiß wirkt es jedoch auch hervorragend als Unkrautvernichter in Pflasterfugen.

Unkraut in Pflasterfugen entfernen

Abflammgerät

Beim Abflammgerät auch Unkrautbrenner genannt, wird ähnlich wie beim heißen Wasser das Unkraut zwischen den Fugen durch die Hitze abgetötet. Die Eiweiße in den Pflanzenzellen gerinnen und die Wände der Pflanzenzellen platzen auf, so dass die Flüssigkeit aus den Zellen entweicht und die Pflanzen austrocknen.

Das abgestorbene Unkraut lässt sich nach ein paar Tagen spielend leicht entfernen. Die Methode ist umweltschonend, effektiv und schnell. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollten Sie bereits im Frühling, wenn die Triebe noch jung sind, mit dem Abflammen beginnen. Mit einer einzigen Anwendung ist es in der Regel nicht getan, der Vorgang muss regelmäßig wiederholt werden.

Nach dem ersten Abflammen kann es erstmals sogar zu einem vermehrten Wachstum an Unkraut kommen, da die Wärme die Samen in der Erde zum Keimen anregen kann. Lassen Sie sich nicht verunsichern, nach einer Weile und wiederholtem Abflammen reduziert sich das Unkrautwachstum deutlich. Im Handel gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle. Abflammgeräte mit Gaskartusche sind unkompliziert in der Handhabung, relativ günstig und für kleine Flächen optimal geeignet.

Für größere Flächen empfehlen sich Abflammgeräte mit einer Propangasflasche. Diese sind nicht so handlich und um vieles schwerer als Abflammgeräte mit Gaskartusche aber effektiver.

Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Abflammgeräten

Abflammgeräte sind sehr sicher, trotzdem sollten Sie auf ein paar Sicherheitsaspekte achten. Lesen Sie die Informationen des Herstellers gründlich durch und achten Sie bei der Anwendung auf möglichst windstilles Wetter. Zur Vorsicht sollten Sie auch wenn kein Wind geht einen Eimer mit Wasser oder den Gartenschlauch bei der Hand haben, um ein eventuell auftretendes Feuer an Hecken, Büschen und trockenem Laub sofort löschen zu können.

Vorsichtshalber entfernen Sie alles brennbare Material im Umfeld, bevor Sie mit dem Abflammen beginnen. Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist das Tragen von geeigneter Kleidung. Festes, geschlossenes Schuhwerk, eine lange Hose und ein die Arme bedeckendes Oberteil aus schwer entflammbarem Material sollten Sie auch im Sommer bei der Anwendung des Abflammgeräts tragen.

Hochdruckreiniger

Ebenfalls bewährt im Kampf gegen ungewünschten Wildwuchs zwischen Pflasterfugen hat sich der vielseitig einsetzbare Hochdruckreiniger. Hier wird das Unkraut durch den Druck eines starken und konzentrierten Wasserstrahls aus den Fugen gelöst. Diese Methode ist umweltschonend, einfach durchzuführen und punktet mit schnellen und guten Ergebnissen.

Hochdruckreiniger können jedoch die Platten auf Terrasse und Einfahrt strapazieren, oft wird aus diesem Grund als Zubehör eine spezielle Reinigungsbürste mitgeliefert, die das Material schont. Um zu verhindern, dass die Fugenfüllung durch den Wasserstrahl abgebaut wird, halten sie den Hochdruckreiniger nicht senkrecht auf die Fugen und steigern Sie vorsichtig je nach Bedarf den Druck des Wasserstrahls. Ein Aufprallwinkel von etwa 45 Grad hat sich hier bewährt.

Benutzen Sie wenn möglich warmes Wasser, das führt zu schnelleren Ergebnissen. Um sich vor hochgewirbelten kleinen Steinen zu schützen, sollten Sie bei der Benutzung des Hochdruckreinigers immer eine Schutzbrille tragen.

So hat Unkraut keine Chance

Wer kennt das nicht, da hat man endlich das Unkraut aus den Pflasterfugen entfernt und im nächsten Jahr sprießt es wieder fröhlich als wäre nie etwas gewesen. Um Unkraut dauerhaft den Kampf anzusagen, kommen verschiedene Methoden in Frage.

Unkrautvlies

Das Unkrautvlies eignet sich neben Gemüse- und Blumenbeeten auch für Terrassen, Wege und Einfahrten und ist hervorragend für die langfristige Unkrautbekämpfung geeignet. Der einmalige Aufwand, ein Unkrautvlies flächendeckend unter die Steinplatten zu verlegen, ist zwar recht groß, dafür haben Sie über Jahre hinweg Ruhe vor lästigem Unkraut. Achten Sie beim Kauf auf eine gewisse Mindeststärke und Qualität des Vlieses. Je besser die Qualität ist, umso erfolgreicher wird Unkraut in Pflasterfugen bekämpft.

Pflasterungsmörtel auf Harzbasis

Eine andere Möglichkeit ist es, die Pflasterfugen mit einem Pflasterungsmörtel auf Harzbasis zu füllen. Dafür müssen Sie die Fugen zuerst auskratzen und anschließend den Pflasterungsmörtel in die Fugen hineinfegen. Diese Methode wirkt ebenfalls langfristig und effektiv gegen störendes Unkraut. Obwohl der Mörtel hart wie Beton wird, bleibt er elastisch und so auch frostbeständig. Das Material ist pflegeleicht und bleibt sehr lange ansehnlich.