Warum werden Pferde geschoren und was gibt es dabei zu beachten?

Werden die Tage kürzer, stellen sich Pferde mit einem Fellwechsel auf den nahenden Winter ein. Ein überlebenswichtiger Prozess, denn das Winterfell schützt vor Nässe und isoliert gegen die Kälte.

Allerdings: Werden Pferde auch im Winter viel gearbeitet, kommen sie mit einem dichten Winterfell innerhalb kürzester Zeit stark ins Schwitzen. Bis die Pferde wieder abgetrocknet sind, kann es Stunden dauern. Das bedeutet viel Arbeit und Zeit fürs Trockenführen, Putzen und Wechseln derAbschwitzdecke. Denn steht das Pferd mit feuchtem Winterfell in der Box oder auf der Weide, ist eine Erkältung vorprogrammiert.

Vor- und Nachteile bei der Pferdeschur

Mehr und mehr setzt sich deshalb die Schur des Winterfells durch – vor allem an den Stellen, an denen ein Pferd am stärksten schwitzt, wie an der Unterseite des Halses, an der Brust und an der Flanke. Mit einer geeigneten Pferdeschur trocknen die Pferde schneller ab und sind im Winter leistungsfähiger. Der Nachteil einer Pferdeschur: Geschorene Pferde müssen in Ruhephasen immer einePferdedecke tragen – auch im Stall und vor allem auf der Weide – und können mit einerAbschwitzdecke warmgeritten werden.

Verschiedene Schurmuster bei Pferden

Welche Schur bei Pferden infrage kommt, bestimmen das Training und die Arbeit des Pferdes. Je nach Winterprogramm gibt es daher ganz unterschiedliche Schurmuster. Sie reichen vom Sport- oder Vollschnitt für Pferde, die auch im Winter an Turnieren teilnehmen, bis zum Lätzchenschnitt, bei dem lediglich die Vorderseite von Hals und Brust des Pferdes geschoren werden. Pferde mit Lätzchenschnitt sind trotz Schur für die ganzjährige Offenhaltung geeignet, während bei einer Vollschur permanente Warmhaltung mit einerPferdedecke Pflicht ist, da das Pferd seine natürliche Thermoregulation vollständig verliert.

Zeitpunkt und Ablauf der Pferdeschur

Die optimalen Zeitpunkte für die erste Schur des Pferdes sind der September und der Oktober. Je nach Pferderasse erfolgt anschließend bis in den Januar hinein alle drei bis acht Wochen eine Nachschur. Pferde, die erstmals eine Schur erhalten, sollten ganz allmählich an das unbekannte Geräusch und Gefühl gewöhnt werden.

Dazu über mehrere Tage hinweg kurz dieSchermaschine nahe beim Pferd ein- und ausschalten, mit der ausgeschalteten Maschine über das Fell fahren und das Pferd ausgiebig schnuppern lassen. Los geht die Schur mit einem StückSattelseife oder Kreide, mit denen der Verlauf der Schur eingezeichnet wird. Geschoren wird zuerst der Körper des Pferdes, dann folgen die Beine und eventuell der Kopf – immer gegen den Fellstrich. Eine Kopfschur ist optional, da sie ausschließlich ästhetische Gründe hat. DieSchermaschine muss flach aufliegen, das Messer sollte alle zehn Minuten geölt und regelmäßig geschärft werden.

Als Schurort sollten Sie einen ruhigen Platz wählen, der dem Pferd bekannt ist, wenn möglich allerdings nicht die Box. Zum Scheren geeignet ist nur ein trockenes, sauberes Fell, das nicht verschwitzt ist. Nach dem Scheren alle losen Haare entfernen und sofort eineDecke auf die geschorenen Stellen legen – auch dann, wenn sich das Pferd im Stall befindet.

Welche Decke geeignet ist – obFleecedecke, wasserdichteOutdoordecke oderStalldecke –, hängt sowohl vom Schurmuster als auch vom Einsatzzweck ab. Wichtig ist, dass das Pferd weder friert noch schwitzt.

Warum werden Pferde geschoren und was gibt es dabei zu beachten?

Die häufigsten Schermuster bei Pferden:

Pferdeschur Lätzchenschur (Bib Clip):

Geschoren werden die Vorderseite von Hals und Brust. Eine Offenstallhaltung ist möglich.

Pferdeschur Irishschur (Irish Clip):

Entfernt wird das Fell im unteren Hals-, Brust- und Bauchbereich. Für junge Pferde und leichte Arbeit geeignet.

Pferdeschur Streifenschur (Trace Clip):

Empfindliche Bereiche wie Lenden, Beine und Kopf bleiben ungeschoren, lediglich ein Streifen im Unterhals- und Bauchbereich kommt weg. Geeignet für Pferde, die tagsüber auf der Weide sind und mäßig gearbeitet werden.

Pferdeschur Deckenschur (Blanket Clip):

sowohl für Sport- und Freizeitpferde geeignet, die tagsüber auf der Koppel stehen und mittelgradig bewegt werden. Ungeschoren bleiben Kopf, Beine, Rücken, Lenden und Kruppen.

Pferdeschur Jagdschur (Hunter Clip):

Das Fell schützt nur noch Beine und Sattellage. Ideal für Pferde in mittlerer bis schwerer Arbeit.

Pferdeschur Sport- oder Vollschur (Full Clip):

Geschoren wird das gesamte Fell. Die Ohren dürfen nicht ausgeschoren werden. Nur für Pferde geeignet, die ganzjährig trainieren und auf Turniere gehen. Wie beim Jagdschnitt ist sorgfältiges Eindecken Pflicht. Mit einer Vollschur dürfen Pferde nie ohneDecke der Kälte ausgesetzt werden.