Wie wird im Frühjahr richtig vertikutiert und was gibt es dabei zu beachten?

Nach dem Winter präsentiert sich der heimische Rasen oft in einem unansehnlichen Zustand: Besonders durch Feuchtigkeit, liegengebliebenes Laub und Schnittgut kann sich Rasenfilz bilden, der das Rasenwachstum hemmt. Das Resultat: Moosbefall und kahle Stellen. Um wieder eine gleichmäßig grüne Rasenfläche zu erhalten, sollte diese einmal zu Beginn des Frühjahrs vertikutiert werden. Hier erfahren Sie, was beim Vertikutieren grundsätzlich beachtet werden sollte und welches Vertikutiergerät am besten für Ihren Rasen geeignet ist.

Was versteht man unter Vertikutieren?

Richtige Rasenpflege beginnt bereits zu Beginn des Frühjahrs: Wenn Sie während des Sommers einen schönen, kräftigen Rasen haben möchten, sollten Sie die Rasenfläche vor dem ersten Mähen im Frühling vertikutieren.

Das Wort „vertikutieren“ bedeutet übersetzt so viel wie vertikales Schneiden, wobei sich der zweite Teil des Begriffes „-kutieren“ von „coutre“, dem französischen Begriff für Messer ableitet. Ziel dieser Maßnahme zur Rasenpflege ist es demnach, durch vertikale Schnitte die zahlreichen Verflechtungen im Rasen aufzuschneiden, die sich während der Wintermonate durch Schnittgut- und andere Pflanzenreste gebildet haben. Dieser sogenannte Rasenfilz behindert nachhaltig die Nährstoffzufuhr des Rasens und fördert darüber hinaus auch das Wachstum von Moos.

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, wird beim Vertikutieren die Grasnarbe leicht angeritzt, Rasenfilz, Moos und altes Schnittgut entfernt und dadurch der Feuchtigkeits- und Gasaustausch des Rasens entscheidend verbessert. Auf diese Weise bekommen die Gräserwurzeln mehr Sauerstoff und die Rasenoberfläche wird strapazierfähiger, grüner und dichter.

Was sollte beim Vertikutieren beachtet werden?

Wenn im Frühjahr die Bodentemperatur dauerhaft eine Mindesttemperatur von 10 Grad Celsius aufweist, ist der perfekte Zeitpunkt für das Vertikutieren gekommen. Bevor Sie damit beginnen, sollten Laubrückstände entfernt und der Rasen gedüngt werden. Nach entsprechender Einwirkzeit kann dann das Gras auf eine Schnitthöhe von maximal vier Zentimetern gemäht und anschließend mit dem eigentlichen Vertikutier-Prozess begonnen werden.

Da mit dem Vertikutiergerät lediglich der Rasenfilz und das Moos entfernt werden sollen, ist es wichtig, dass die eingestellte Arbeitstiefe nicht mehr als drei Millimeter beträgt. Entscheidend ist zudem, dass die Rasenfläche beim Vertikutieren trocken ist.

Führen Sie den Vertikutierer zügig über die Rasenfläche und bleiben Sie nicht zu lange an einer Stelle stehen, da sonst die Grasnarbe zu stark geschädigt wird. Die besten Resultate erzielen Sie, wenn Sie Ihren Rasen erst in Längs- und anschließend in Querbahnen vertikutieren. Nach Abschluss der Arbeiten, harken Sie den Rasenfilz ab und säen bei Bedarf Rasensamen auf kahle Stellen.

Welche Vertikutiergeräte gibt es?

Im Fachhandel gibt es handbetriebene Vertikutier-Roller sowie Vertikutierer mit Elektro- oder Benzinmotor. Alle Modelle arbeiten nach dem gleichen Grundprinzip: An ihrer Walze befinden sich senkrecht rotierende Messer, die in den Boden eindringen und dort Rasenfilz und Moos herausschneiden.

Die Wahl des richtigen Vertikutierers ist abhängig von der Beschaffenheit und Größe der Rasenfläche:

• Vertikutier-Roller sind besonders für kleine, flache Rasenflächen mit einer Größe von maximal 20 m² empfehlenswert.

• Elektro-Vertikutierer sind komfortabler in der Handhabung und eignen sich für den Einsatz auf etwas größeren Flächen (bis 200 m²) . Allerdings sollte bei der Anschaffung berücksichtigt werden, dass für den Betrieb eine Steckdose in Reichweite sein sollte.

• Benzin-Vertikutierer verfügen über eine höhere Leistung als elektronische Vertikutiergeräte und stellen vor allem bei häufigem Einsatz und bei großen, unebenen Rasenflächen (ab 200 m²) eine Alternative dar.