Wie und wann wird der Rasen richtig gedüngt?

Welcher Gartenbesitzer träumt nicht von einem schönen Rasen? Um eine dichtes, gepflegtes Grün zu erhalten, bedarf es allerdings etwas mehr, als die Rasenfläche regelmäßig zu mähen, zu wässern und zwei Mal pro Jahr zu vertikutieren.

Werden den Rasenpflanzen nicht von Zeit zu Zeit wichtige Nährstoffe zugeführt, wachsen sie nicht mehr richtig, ihre Farbe wird blass und es gedeihen vermehrt Unkräuter und Moose. Hier erfahren Sie, welche Nährstoffe Ihr Rasen benötigt, wie häufig dieser gedüngt werden sollte und wie Sie dabei am besten vorgehen.

Diese Nährstoffe benötigt Ihr Rasen

Im Zuge jedes Rasenschnitts gehen wichtige Nähr- und Mineralstoffe verloren, die später dem Boden mithilfe einer Rasendüngung wieder zugeführt werden sollten. Für ein gesundes Wachstum benötigen Rasenpflanzen neben Nährstoffen wie Wasser, Sauerstoff und Kohlendioxid, auch regelmäßig Mineralien wie Kalium, Stickstoff, Magnesium und Phosphor.

Kalium erhöht die Widerstandskraft der Rasenpflanzen gegenüber extremen Witterungsbedingungen (z.B. übermäßige Hitze oder Kälte) und gegen Krankheiten. Stickstoff fördert die Regenerationsfähigkeit und das Wachstum der Gräser, während Phosphor einen positiven Effekt auf das Wurzelwachstum hat. Magnesium trägt dagegen dazu bei, die Gesundheit des Rasens zu erhalten und verleiht ihm seine sattgrüne Farbe.

Kalk und Dünger für den Rasen

Kalk reguliert den pH-Wert des Bodens, sodass Moos, welches sauren Boden bevorzugt, am Wachstum gehindert wird. Der Rasen bleibt beim optimalen Kalken moosfrei. Daher so schnell als möglich direkt nach dem Vertikutieren den Rasen kalken. Das Kalken sollte bis spätestens Ende März durchgeführt werden. Anschließend lässt man dem Rasen eine Pause, um sich zu erholen, da das Lüften des Rasens Spuren hinterlassen hat. Durch das feuchtwarme Wetter beginnt der Rasen verstärkt zu wachsen. Hat sich der Kalk aufgelöst und sich der Rasen erholt? Dann ist es Zeit für die Düngung.

Damit der Rasen nach dem Vertikutieren bald wieder grün wird, ist es ratsam, mit einer Düngung nachzuhelfen. Raschen Erfolg verspricht ein mineralischer Volldünger, der seine Nährstoffe besonders schnell freisetzt. Mit sogenannten Depotdüngern hingegen wird die Grundversorgung mit Nährstoffen über einen längeren Zeitraum gesichert.

Woran Sie erkennen, ob und wie häufig Ihr Rasen gedüngt werden sollte

Nicht jeder Rasen braucht von vorneherein eine Rasendüngung. Ob Sie überhaupt düngen müssen, beziehungsweise wie viele Düngungen pro Jahr durchgeführt werden müssen, hängt in erster Linie vom jeweiligen Zustand Ihres Rasens und dem Grad der Beanspruchung ab.

Ist Ihr Rasen in einem guten Zustand, sprich dicht, sattgrün und frei von Unkraut, kann auf eine Düngung verzichtet werden. Bei geringfügig strapazierten Rasenflächen empfehlen sich dagegen zwei Düngungen pro Jahr, welche Sie am besten im Frühjahr und im Herbst vornehmen. Wirkt der Rasen dagegen blass und weist zahlreiche kahle Stellen, Unkräuter und Moosbefall auf, sollte er dreimal jährlich gedüngt werden. In diesem Zusammenhang erfolgt die erste Rasendüngung zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühling, die zweite Düngung folgt bei normalem Witterungsverlauf Ende Juni und die letzte wird idealerweise zu Herbstbeginn durchgeführt.

Rasen düngen: So gehen Sie beim Aufbringen des Düngers vor

Prinzipiell sollte vor jeder Düngung der Rasen gemäht werden. Auf diese Weise gelangt der Dünger besser ins Erdreich und kann dort schneller seine Wirkung entfalten. Für das Aufbringen feststofflicher Dünger auf Mineralbasis eignet sich am besten ein Streuwagen, der eine gleichmäßige Verteilung des Düngers gewährleistet. Hierbei bringen Sie den Dünger idealerweise in zwei Portionen aus, die erst Hälfte in Längsrichtung, die zweite in Querrichtung. Durch diese Vorgehensweise erscheint der Rasen später deutlich gleichmäßiger im Wuchs. Um dies sicherzustellen, sollten Sie auch besonders darauf achten, dass der Rasendünger nicht auf einzelnen Grashalmen liegen bleibt. Die zu große Menge Düngemittel kann zu Verbrennungen im Bereich der Grasnarbe führen und so die Rasenpflanzen nachhaltig schädigen.

Um dies auszuschließen, ist es auch empfehlenswert, die Rasendüngung erst während der Abendstunden vorzunehmen, besonders wenn für die folgende Nacht oder den Morgen Niederschläge angekündigt sind. Ist dagegen kein Regen in Sicht, sollte der Rasen nach dem Düngen immer gründlich gewässert werden. So wird der Dünger besser gelöst und kann einfacher in den Boden eindringen.