Was Unkraut im Rasen über den Gartenboden verrät

Wenn sich Unkraut in den Rasen einschleicht, sind nicht die Gräser schuld, sondern der Boden. Je nachdem, ob zu viele oder zu wenige Nährstoffe vorhanden sind, ob die Erde zu sauer oder zu feucht ist, nehmen die Gäste ihre Chance wahr und siedeln sich an.

Es gehört zum uralten Gärtnerwissen, dass diese sogenannten Zeigerpflanzen ziemlich sicher verraten, was sich unterhalb der Oberfläche abspielt. Dieses Wissen können Sie nutzen.

Geheimnisse des Gartenbodens

Bevor das obligatorische Düngen stattfindet, schauen Sie sich Ihren Rasen einmal ganz genau an. Es kann gut sein, dass Sie diesmal auf einen Dünger verzichten können und stattdessen ganz andere Maßnahmen notwendig sind, um den Rasen als schöne, gleichmäßige Fläche zu erhalten. Die vorhandenen Wildkräuter geben wichtige Hinweise aus pH-Wert, Nährstoffgehalt oder Staunässe.

Unkraut im Rasen und ihre Vorlieben

Einer der häufigsten Unkräuter im Rasen ist der Löwenzahn. Er zeigt ganz deutlich einen nahrhaften, fruchtbaren Boden an. Wenn Löwenzahn sich breitmacht, können Sie sich das Düngen sparen. Gleiches gilt für Disteln, von denen es viele Arten gibt. Auch diese robuste Pflanze findet man vor allem auf nährstoffreichen Böden.

Moos hingegen ist das Indiz für einen sauren Boden. Hier sollte neben demVertikutieren reichlichgekalkt werden, um den pH-Wert anzuheben. Im Handel gibt es natürlich auchspezielle Dünger, die Moos bekämpfen. Auf Dauer lässt sich Moos jedoch nur durch die Veränderung des Bodens und regelmäßige Pflege fernhalten.

Auch Klee webt mit seinen weißen und violetten Blüten gerne Muster in den grünen Teppich. Die Bienen freuen sich zwar über das Futterangebot, doch grundsätzlich herrscht bei üppiger Kleeblüte ein Nährstoffmangel, der durch eine Düngergabe beendet werden kann.

Unkraut im Rasen: Faktor Feuchtigkeit

Wegericharten wachsen auf stickstoffarmen, leicht sauren und verdichteten Böden. Wer das Gewächs im Rasen hat, sollte dringend eine Rasenkur mitVertikutieren,Kalken undDüngen ins Auge fassen. Ist der Boden ebenfalls leicht sauer, aber reich an Stickstoff, findet sich die Vogelmiere ein. Die einjährige Pflanze wächst auch gerne dort, wo der Rasen oberflächlich gewässert wird und dauerhaft nass bleibt.

Generell ist Feuchtigkeit ein Aspekt, der ebenfalls von Unkraut verraten wird. So mag es der Kriechende Hahnenfuß, besser bekannt als „Butterblume“, lehmig und feucht.

Zur Bekämpfung muss der Rasen trockengelegt werden. Auch der weniger bekannte Gundermann kommt bevorzugt auf schweren, feuchten Böden vor. Auf eine Kalkung mit anschließender Düngung kann man bei Anwesenheit dieses hübschen Krauts verzichten. Sinnvoller ist hier mit einemVertikutierer die Belüftung des Rasens.

Vorsorge gegen Unkraut treffen

Wenn Sie keine Unkräuter im Rasen mögen, ist regelmäßigesRasenmähen die beste Pflege. Es sollte mindestens einmal pro Woche gemäht und nur ein Drittel der Höhe abgeschnitten werden. AuchDüngen undKalken gehört zu den vorsorgenden Pflegemaßnahmen für den Rasen. Wenn sich dann doch ein Unkraut einfindet – lassen Sie sich von ihm erzählen, was im Boden los ist!