OPTIMALE KANINCHENHALTUNG IN DER WOHNUNG

Sie mögen Haus- oder Zwergkaninchen und möchten diese in Ihrer Wohnung als Haustiere halten? Für eine artgerechte Tierhaltung müssen Sie die Bedürfnisse der Kaninchen kennen und das Zuhause für die neuen Mitbewohner kaninchengerecht gestalten. Wir geben Ihnen dazu die richtigen Informationen und Tipps.

Früher war der kleine Kaninchenkäfig für die plüschigen Vierbeiner eine normale und gängige Tierhaltung. Heute ist das nicht mehr vorstellbar und wäre grobe Tierquälerei. Denn mit dem heutigen Wissen über die Kaninchen ist eine Käfighaltung nicht mehr zeitgemäß. Artgerechte Kaninchenhaltung bedeutet: Kaninchen niemals im Käfig oder alleine halten

Als soziale Wesen brauchen Sie gleichgesinnte Artgenossen. Die Einzelhaltung schließt sich somit aus. Eine Kaninchengruppe sollte aus mindestens zwei besser drei bis vier Tieren bestehen. Ihr Sozialverhalten ist stark ausgeprägt und zeigt sich eindrucksvoll beim Ausleben der Rangordnung, der eigenen Kommunikation, der gegenseitigen Fellpflege u.v.m.

IDEALFALL FÜR DIE KANINCHENHALTUNG:GARTENGEHEGE MIT AUSLAUFMÖGLICHKEITEN

Der Idealfall für die Kaninchenhaltung ist ein Gartengehege mit Auslaufmöglichkeiten. Steht dieser Platz nicht zur Verfügung ist eine artgerechte Wohnungshaltung durchaus möglich. Für zwei Kaninchen benötigen Sie ein Gehege von 4x2m. Für jedes weitere Kaninchen sollte das Platzangebot um 2x2m pro Kaninchen erweitert werden. Ein eigenes Zimmer, das kaninchengerecht gestaltet ist, wäre die optimale Lösung.Kaninchen gehören zwar nicht zur Familie der Nagetiere, dennoch wird ein Großteil der Umgebung angeknabbert.

Sie sind fast ständig mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Wird gerade kein Kaninchenfutter, wie z.B. Heu, aufgenommen, sind natürliche Materialien in Form von trockenen Holzstämmen, Holzscheiben, Ästen oder Sisalspielzeug bereit zu stellen. Da Kaninchenzähne ständig nachwachsen, dient das Zerknabbern von robusten Gegenständen dem natürlichen Zahnabrieb. Auch die Krallen sind in der Natur einer ständigen Abnutzung ausgesetzt und wachsen dadurch auch stetig nach. Für die Wohnungskaninchen bedeutet das, dass sie viel Auslauf und eine Möglichkeit zum Buddeln brauchen, z.B. eine Kindersandkiste mit Sand und unbehandeltem Rindenmulch. Oft reicht das nicht aus, dann müssen die Krallen mit einer Nagelschere gekürzt werden.

Optimale Kaninchenhaltung in der Wohnung

KANINCHEN BRAUCHEN AUSREICHEND AUSLAUF

Schaffen Sie außerhalb des Geheges für mehrere Stunden am Tag die Möglichkeit des Auslaufs in der Wohnung. Die Tiere wollen auch mal rennen, toben und Haken schlagen. Dieses natürliche Verhalten ist in einem 4x2m-Gehege nicht möglich. Aufgrund des Knabbertriebs sollte der Wohnungsbereich, in dem sich die Kaninchen aufhalten dürfen, abgesichert sein. Zimmerpflanzen sind so zu stellen, dass sie nicht erreichbar sind, für Kaninchen giftige Pflanzen sollten aus der Wohnung entfernt werden.

SICHERN SIE DIE WOHNUNG GEGEN FRAßSCHÄDEN

Alle Kabel, insbesondere Stromkabel müssen mit Blenden, Kabelschläuchen oder -kanälen geschützt oder versteckt werden. Beliebt ist auch das Zupfen an Tapeten. Schutz bietet hier z.B. eine Plexiglasblende. Kaninchen markieren ihr Revier und auch neue Gegenstände mit Ihrer Duftdrüse. Sie reiben mit der kleinen Drüse, die kinnunterseitig platziert ist, gegen Stühle, und viele andere Gegenstände. Das sollten Sie tolerieren können.

Männliche Kaninchen sollten kastriert werden, um nicht ständig Nachwuchs zu produzieren. Das natürliche Rammelverhalten bleibt aber bestehen und wird auch immer wieder gleichgeschlechtlich praktiziert, denn es dient der Bestätigung oder Neuausrichtung der Rangordnung innerhalb der Kaninchengruppe.

Als Fluchttiere sind für Kaninchen Verstecke und Unterschlupfmöglichkeiten enorm wichtig. Für jedes Kaninchen sollte mindestens ein Versteck, Kaninchenhaus oder ein einfacher Pappkarton aufgestellt sein. Kaninchen, die sich darin zurückziehen oder verstecken, sollten auch in Ruhe gelassen werden. Denn vom Charakter sind Kaninchen sehr ängstlich und lärmempfindlich. Aus diesem Grund sind sie als Haustier für Kinder nur bedingt geeignet.