Kostengünstige Wasserversorgung - So finden Sie eine Wasserquelle in Ihrem Garten

Kostengünstig mit Grundwasser den eigenen Garten bewässern, das ist für viele Gärtner ein verlockender Gedanke. Mit dem richtigen Anschluss ist es sogar möglich die Waschmaschine und die Toilettenspülung mit der eigenen Wasserquelle zu befüllen.

Wenn Sie das Wasser auch als Trinkwasser nutzen wollen, dann sind nochmal strengere Auflagen zu erfüllen, um eine bedenkenlose Wasserqualität zu gewährleisten. Ob ein Brunnen in Ihrem Garten eine gute Idee ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Von der leichten Erreichbarkeit des Grundwassers bis hin zur Qualität des Wassers und der Wirtschaftlichkeit muss einiges im Vorfeld bedacht werden.

DIE SUCHE NACH DEM GRUNDWASSER

Mit einer Wünschelrute durch den Garten zu schlendern, um irgendwelche obskuren Wasseradern aufzufinden, sieht nett aus, führt aber höchstwahrscheinlich zu keinem Erfolg. Grundwasser entsteht durch das Versickern von Niederschlag. Das Regenwasser sickert langsam durch verschiedene Bodenschichten ab und wird dabei gefiltert. Es gibt Schichten, die wasserundurchlässig sind, hier staut sich das Wasser und sammelt sich.

In flachen Gebieten bildet das Grundwasser unter der Erde oft eine Art See. Der Abstand des Wassers zur Oberfläche ist hier meist gleichmäßig.

In bergigen Gebieten fließt das Grundwasser immer talwärts. Hier ist es schwerer, den Grundwasserpegel zu bestimmen, da das abfließende Grundwasser keinen einheitlichen Wasserspiegel bildet. Die meisten Brunnen werden deshalb meist in der Talsohle gebaut.

Um herauszufinden, ob und wie tief sich unter Ihrem Garten Grundwasser befindet und wie die Gesteine in Ihrem Boden aussehen, helfen geologische Karten. Der geologische Dienst NRW bietet zum Beispiel geologische Karten in verschiedenen Maßstäben an. Sie können aber auch in einem Planungs- und Entwicklungsbüro Ihrer Gemeinde präzise geologische Karten finden. Je nachdem wie Ihr Boden beschaffen ist, ist der Grundwasserspiegel unterschiedlich tief. Je tiefer Sie für das Grundwasser bohren müssen, umso aufwendiger und auch teurer wird der Bau eines eigenen Brunnens.

Wie ergiebig ist die Wasserquelle?

Eine einfache Möglichkeit um den Grundwasserpegel festzustellen, ist einmal bei den Nachbarn zu schauen, ob nicht einer von ihnen bereits einen Brunnen hat. Die Tiefe des Brunnens ist dann ein guter Anhaltspunkt wie tief Sie bohren müssen, um an Grundwasser zu gelangen. Ansonsten kann Ihr örtlicher Wasserversorger oder Ihre Gemeinde Auskünfte darüber geben, ob und in welcher Tiefe genügend Grundwasser unter Ihrem Grundstück zu erwarten ist. Für die Auskunft fällt jedoch in der Regel eine Gebühr an.

Eine andere Möglichkeit sind Probebohrungen. Einen Erdbohrer, auch Brunnenbohrer genannt, können Sie im Baumarkt mieten. Hiermit bohren Sie mit Muskelkraft ein tiefes Loch in die Erde, bis Sie auf Grundwasser stoßen.

Lohnt sich ein Brunnen finanziell?

Der Brunnenbau ist nicht immer ganz billig. Ob sich die Kosten, einen Brunnen zu bohren, finanziell lohnen, muss individuell ausgerechnet werden. Durch die steigenden Kosten bei Wasser und Abwasser kann die eigene Wasserquelle durchaus sinnvoll sein. Wägen Sie Ihren Wasserverbrauch mit den Bau- und Betriebskosten des Brunnens ab. Je nach Grundwassertiefe und welche Auflagen Sie zu beachten haben, kann der Preis für einen Brunnen erheblich abweichen. Informieren Sie sich und lassen Sie sich Zeit gründlich zu planen, damit Sie einen Überblick über die zu erwartenden Kosten bekommen.

Behördengänge und Wasserschutz

Wenn Sie vorhaben, das Grundwasser unter Ihrem Grundstück zu nutzen, dann können Sie nicht einfach drauflos bohren. Sie brauchen zuerst eine wasserrechtliche Erlaubnis oder eine wasserrechtliche Genehmigung der zuständigen Behörde. Da immer die Gefahr besteht, dass Grundwasser verunreinigt werden kann, müssen Sie, bevor Sie anfangen nach Grundwasser zu bohren, Ihr Vorhaben bei den zuständigen Behörden anmelden.

Der Gang zu den Behörden

Die zuständige Behörde prüft, zu welchem Zweck Sie das Wasser entnehmen möchten. Generell gehört das Grundwasser der Allgemeinheit und steht den Bürgern eines Staates zur Verfügung. Da das Recht auf Wasser ein Menschenrecht ist, sind wir und der Staat verpflichtet, das Grundwasser besonders gut zu schützen. Die Behörde überprüft deshalb auch, ob Altlasten auf oder in der Nähe Ihres Grundstücks die Grundwasserqualität gefährden. Von Bundesland zu Bundesland sind die Bestimmungen für eine Brunnenbohrung unterschiedlich.

Ab einer bestimmten Tiefe kann der Bau eines Gartenbrunnens neben der Erlaubnis auch eine Genehmigung erfordern. Brauchen Sie eine Genehmigung für den Bau des Brunnens, dann wird oft vorausgesetzt, dass der Brunnen nur von einer Fachfirma erbaut werden darf. Informieren Sie sich im Vorfeld über die rechtliche Lage bei Ihrer Stadt- und Gemeindeverwaltung. Das Internet bietet Ihnen ebenfalls einen guten Zugang zu den entsprechenden Gesetzten und Verordnungen. Wenn Sie Ihren Brunnen von einer Brunnenbaufirma bauen lassen, dann übernimmt diese in der Regel auch die notwendigen Behördengänge.

Welcher Brunnen ist der richtige für Sie?

Je nachdem wie Ihr Boden beschaffen ist, wie tief das Grundwasser liegt und wie viel Wasser Sie aus der Quelle verwenden wollen, eignen sich unterschiedliche Brunnensysteme. Wenn Sie mit dem Wasser einzig Ihren Garten wässern wollen, dann reichen in den meisten Fällen die kostengünstigeren Rammbrunnen oder Schlagbrunnen. Ist Ihr Wasserbedarf höher, da Sie zusätzlich auch die Waschmaschine und die Toilettenspülung mit dem Wasser versorgen möchten, dann bietet sich ein Bohrbrunnen an. Der Schachtbrunnen ist der klassische romantische Märchenbrunnen, der heute kaum noch gebaut wird. Bei der Frage, welcher Brunnen für Sie die richtige Wahl ist, sollten Sie sich fachkundige Beratung an die Hand holen.

Wenn Sie einen Gartenbrunnen später nicht mehr haben wollen, bedenken Sie, dass Sie einen Brunnen nicht einfach zuschütten dürfen. Er muss vielmehr wieder nach dem zutreffenden Landeswassergesetz zurückgebaut werden, was natürlich auch Kosten verursacht.

Schutz des Grundwassers

Nachdem Sie eine Erlaubnis bekommen haben, einen Brunnen in Ihrem Garten zu bauen. Müssen Sie sichergehen, dass das Grundwasser vor Verunreinigung nach dem geltenden Wasserrecht geschützt ist.

  • So müssen Ihr Grundstück und die Umgebung frei von Belastungen sein, die für das Grundwasser schädlich sein können. Belastungen wären zum Beispiel eine intensiv betriebene Landwirtschaft in unmittelbarer Nähe.
  • Es dürfen keine Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Stellen Sie sicher, dass der Standort des Brunnens keine befahrene Fläche ist. Besser als mitten auf dem Hof ist eine grüne Wiese.
  • Der Brunnen darf nicht in unmittelbarer Nähe zu Abwasserleitungen und Leitungen mit potenziell wassergefährdenden Stoffen, wie Öl oder Gas, gebaut werden. Halten Sie mindestens drei Meter Abstand.
  • Bei einem Brunnenschacht muss die Schachtabdeckung wasserdicht sein, damit kein Regenwasser eindringen kann.

Der Brunnen als Trinkwasserquelle

Die meisten Gartenbesitzer mit eigener Wasserquelle nutzen das Wasser lediglich für die Gartenbewässerung oder dem Betrieb von Waschmaschine und Toilettenspülung. Wenn Sie das Wasser aus Ihrem Brunnen auch als Trinkwasser nutzen wollen, müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Wasser die Qualität von Trinkwasser besitzt. Als Selbstversorger unterliegen Sie den gleichen Bestimmungen wie die großen Wasserversorger. Das Wasser muss jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt auf seine Qualität getestet werden. Eine erhöhte Konzentration von Schwermetallen oder Nitrat, sowie die Verunreinigung durch Bakterien, können zu ernsthaften Erkrankungen führen.