Katzensprache und Katzenverhalten verstehen

Schnurrt die Mieze, faucht sie oder reibt sie sich zur Begrüßung an unseren Beinen, ist zumindest für Liebhaber der Samtpfoten kein Katzendolmetscher erforderlich. Bei anderen Verhaltensweisen aber wird es schon schwieriger. Was hat es beispielsweise zu bedeuten, wenn die Katze sich mit dem Rücken zu uns hinsetzt. Dann zeigt sie uns keineswegs die kalte Schulter, sondern sagt vielmehr: Ich will in deiner Nähe sein, aber meine Ruhe haben. Oder sie räkelt sich genüsslich auf dem Rücken. Zwar fühlt sie sich jetzt rundum wohl, wer aber denkt: "Zeit, dem kleinen Schmuser den Bauch zu kraulen", kann schon mal einen kräftigen Tatzenhieb zur Antwort bekommen.

Die Schwanzspitze spricht mit

Katzen sind eben nicht so einfach zu deuten, wie es auf den ersten Moment scheint. Und oft sind es nur unscheinbare Bewegungen, die eine Menge aussagen. Ein wichtiges Kommunikationsmittel ist der Schwanz. Ragt er steil nach oben, begrüßt uns die Katze mit einem freudigen „Hallo“. Zuckt nur die Spitze hin und her, kann das auf eine erste Aufregung hindeuten, aber auch darauf, dass sie gerade nicht weiß, was sie will. Auf der Fensterbank bleiben oder draußen nass werden? Auf Frauchens Schoß oder lieber aufs Sofa legen? Eindeutig ist es, wenn der gesamte Schwanz hin- und herschlägt. Dann sollte man einen großen Bogen um Mieze machen, denn die Stimmung ist ausgesprochen schlecht.

Die Augen der Katze deuten

Einiges zu sagen haben uns auch die Augen unserer Stubentiger. Weiten sich beispielsweise die Pupillen, ohne dass es dunkler geworden ist, ist die Katze stark erregt – entweder weil sie Hunger hat oder weil sie etwas Bedrohliches sieht. Auch wie weit die Augen geöffnet sind, spricht Bände. Halb geschlossene Augen sind wie ein freudiges Lächeln. Die Mieze ist tiefenentspannt. Was Katzen übrigens nicht mögen, sind sie anstarrende Blicke. Lieber immer mal wieder wegschauen oder blinzeln. Denn das heißt in der Katzensprache: Ich bin dir freundlich gesonnen.

32 Muskeln pro Ohr machen bei der Katze auch die Ohren zum wichtigen Kommunikationsinstrument. Nach vorn und leicht nach außen gestellt sind sie, wenn die Katze entspannt ist. Äußerst wachsam ist sie, wenn die Ohren spitz nach vorn gestellt werden. Nach hinten gedreht, sollte man sie als erste Warnung deuten, und flachgelegt zeigen sie: Ich habe Angst und würde mich am liebsten unsichtbar machen.

Katzensprache und Katzenverhalten verstehen

Was das "Miauen" bedeutet

Meist kommunizieren Katzen mit ihrem ganzen Körper – auch untereinander. Das Miauen ist dem Menschen vorbehalten und ein eher kindliches Verhalten. Frauchen oder Herrchen werden kurzerhand zur Katzenmutter erklärt und mit einem ganzen Repertoire an Lauten um die Pfote gewickelt. Denn Miauen bedeutet meist: Ich will spielen, schmusen, brauche einen Türöffner, habe Hunger, mir ist langweilig. Wer das Miauen also als Aufforderung versteht, sich zu kümmern, kann seinem Stubentiger leicht was Gutes tun. Und wird dafür – vielleicht – mit einer Extrarunde Schmusen belohnt.

Die Liebesbeweise unserer Katzen

Am Finger knabbern oder sanft hineinbeißen sagt: Ich mag dich! Den Po mit aufgerichtetem Schwanz ins Gesicht strecken: ein unter Katzen übliches Begrüßungsritual und ein Vertrauensbeweis. Genüssliches "Treteln" auf dem Schoß: Die Katze führt den Milchtritt aus, den sie beim Trinken an den Zitzen angewendet hat. Die Katze fühlt sich rundum wohl.

Die Katze gibt Köpfchen: ein freudiges Begrüßungsritual, bei dem zugleich Duftstoffe ausgetauscht werden. Die Katze markiert ihren Menschen und empfängt seine Duftsignale.