Jetzt Igeln helfen - So gestalten Sie Ihren Garten igelfreundlich

Igelfreundlicher Naturgarten

Je nach Jahreszeit haben Igel unterschiedliche Bedürfnisse. Im Sommer bekommen die Igelweibchen ihre Jungen und ziehen sie im Nest auf. Im Herbst müssen sie sich genug Fett anfuttern, um gut für den Winterschlaf vorbereitet zu sein. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Igeln helfen können und Gefahren für Igel in Ihrem Garten beseitigen.

SCHUTZRÄUME UND NAHRUNG FÜR IGEL

Einen Garten igelfreundlicher zu gestalten, braucht oft nur ein paar Handgriffe. Die Freude, die putzigen, stacheligen Tiere im Garten zu beobachten ist für die ganze Familie groß. Wir zeigen Ihnen wie Sie einen Lebensraum für Igel bei sich gestalten können.

Wissenswertes über Igel

Igel gehören zu den ältesten Säugetieren in Europa. Sie leben hier bereits seit 15 Millionen Jahren. Rund 25 verschiedene Arten von Igeln sind bekannt. Die verbreitetste Igelart in deutschen Gärten ist der Braunbrustigel. Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere sind Einzelgänger, die in großen Revieren leben. Weibchen bewohnen ein Revier von 30 Hektar und Männchen sogar von 100 Hektar. Männchen und Weibchen kommen nur während der Paarungszeit im Mai zusammen. Durch die Zerstörung seines ursprünglichen Lebensraums durch den Menschen geraten Igel unter Druck und gelten in einigen Bundesländern als bedroht und stehen unter Naturschutz.

Allein 500.000 Igel sterben jährlich im Straßenverkehr. Heute sind sie oft auf Gärten angewiesen. Igel gelten als Nützlinge im Garten. Sie ernähren sich von Schnecken, Käfern, Raupen, Regenwürmern, Tausendfüßlern und anderen Insekten und sorgen so wirksam für eine Eindämmung von Schädlingspopulationen. Da sie reine Fleischfresser sind, halten sie sich auch nicht an Ihren Pflanzen oder am Gemüse im Garten gütlich. Es lohnt sich also, einen Igel im Garten zu haben.

IGEL LIEBEN EINEN NATURNAHEN GARTEN

Ein igelfreundlicher Garten bietet Schutz, Nistmaterial und genug Futter für den Igel. Besonders geeignet sind naturnahe Gärten. Die wichtigste Regel für einen naturnahen Garten ist der Verzicht auf Gift, das heißt kein chemischer Insekten- und Unkrautvernichter, kein Rattengift und auch kein Kunstdünger. Im Raiffeisen-Markt finden sie eine Vielzahl an biologischen Alternativen.

Eine wilde Blumenwiese, Naturhecken, heimische Pflanzen, Ecken im Garten mit Laub und Ästen oder ab und an auch ein wenig Unkraut und eine nicht immer ganz akkurat kurz geschnittene Wiese, bieten einen optimalen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tierarten. Mit so einem Garten müssen bestimmt nicht lange warten, bis ein Igel bei Ihnen einzieht.

Jetzt Igeln helfen - So gestalten Sie Ihren Garten igelfreundlich

Igelhaus - Geeigneter Unterschlupf für Igel

Ein Garten kann eine Vielzahl an natürlichen Unterschlüpfen für einen Igel bereithalten. Mit ein klein wenig Aufwand helfen Sie Igeln, in Ihrem Garten sicher und geborgen zu Nisten, zu Überwintern und wechselnde sichere Tagesnester zu finden.

- Asthaufen

Asthaufen und Laubhaufen bieten sich als Schutzraum und als Fundort für Nahrungsquellen für Igel an. Schichten Sie Reisig und verschieden starke Äste an einem flachen, schattigen Ort in Ihrem Garten auf einer Grundlage von Laub auf. Die aus den aufeinandergeschichteten Ästen natürlich entstehenden Zwischenräume bieten Schutz und genügend Nistmaterial für den Igel.

- Bretter und Holzstapel

Ebenfalls beliebt bei Igeln ist aufgeschichtetes Feuerholz. Zwischen den dickeren abgesägten Holzstämmen finden Igel viele gut isolierte Nischen, die sich als Winterquartier eignen. Sie können auch lange Bretter an einen windgeschützten Platz an der Hauswand lehnen und in die entstehende Nische Laub als Nistmaterial legen.

- Igelburg aus Steinen oder Brettern

Mit ein wenig handwerklichem Geschick können Sie kleine Stein- oder Holzhäuser – sogenannte Igelburgen – als Winterquartiere oder auch als Igelnester in Ihren Garten bauen. Sie können die Häuser das ganze Jahr über stehen lassen. Die Grundfläche des festen Unterschlupfs sollte mindestens 50 x 50 cm messen. Wichtig ist bei allen Igelbauten der passende Standort im Garten. Dieser sollte wind- und wettergeschützt, schattig und ruhig sein. Da Igel empfindlich auf Nässe reagieren, sollte der Standort niemals in einer Kuhle, in der sich bei Regen das Wasser sammelt, gewählt werden. Die Igelburg braucht als Regenschutz eine gute Dachabdeckung.

- Fertige Igelhäuser

Selbstverständlich können Sie auch fertige Igelhäsuer kaufen. Igelhäuser gibt es den unterschiedlichsten Ausführungen und Materialien, so dass das Igel-Domizil auch gleichzeitig ein attraktiver Blickfang in Ihrem Garten sein kann. Die Igelhäuschen kosten im Fachhandel von 15 Euro bis 80 Euro. Egal ob Sie ein Igelhaus selber bauen oder es fertig kaufen, künstliche Unterschlüpfe sollten Sie mindestens einmal im Jahr- nach dem Winterschlaf und vor der Nistzeit reinigen. Futterhäuser für Igel sollten öfters im Jahr gereinigt werden.

Der Igel und sein Winterschlaf

Den kalten und kargen Winter verschlafen Igel etwas fünf bis sechs Monate eingekuschelt in ihrem Nest. Erst im März und April erwachen sie hungrig aus ihrem Winterschlaf. Der Organismus fährt während des tiefen Winterschlafs seinen Stoffwechsel stark zurück. Das im Sommer und Herbst angefutterte Körperfett dient als lebensnotwendiger Energie- und Wärmespeicher während des Winterschlafs.

Die männlichen Igel legen sich Ende Oktober bereits einen Monat vor den Weibchen in den Winterschlaf. Die jungen Igel brauchen oft noch etwas länger, bis sie sich genug Winterspeck angefuttert haben und mit dem Winterschlaf beginnen können. Wichtig ist es, Igel nicht aus ihrem Winterschlaf aufzuwecken, indem man das Nest zerstört. Immer wieder kommt es vor, dass gerade junge Igel aber auch kranke ältere Igel nicht ausreichend Futter gefunden haben und im Winter abgemagert herumirren. Dies ist für Igel eine lebensbedrohliche Situation, ein solcher Igel braucht Ihre Hilfe