Wie werden Kaninchen in Gehege oder Stall richtig gehalten?

Was ist die optimale Größe für den Kaninchenstall? Was spricht für einen Innen- und was für einen Außenstall? Oder sollte es vielleicht doch lieber ein Gehege für das Kaninchen sein? Dieser Text gibt Ihnen Antworten und Tipps für die artgerechte Haltung von Kaninchen.

Die Kaninchenrasse bestimmt die Größe

Alle Kaninchenrassen vereint der ausgeprägte Bewegungsdrang. Die Tiere brauchen ausreichend Platz zum Strecken und Stehen. Die Mindestgröße für Kaninchenboxen richtet sich dabei nach der Größe der unterschiedlichen Rassen. Der Zentralverband der Deutschen Rasse-Kaninchenzüchter empfiehlt folgende Maße:

  • Große Kaninchenrassen: 1 m x 0,8 m x 0,7 m (Höhe x Tiefe x Breite)
  • Mittlere Kaninchenrassen: 0,8 m x 0,6 m x 0,6 m
  • Kleine Kaninchenrassen: 0,6 m x 0,6 m, 0,5 m
  • Zwergrassen: 0,5 m breit x 0,5 m x 0,5 m

Ihre Kaninchen freuen sich aber sicher auch über etwas mehr Platz, da sie dadurch mehr Bewegungsfreiheit haben. Es gibt Ihnen außerdem mehr Flexibilität, falls sie später mal auf eine größere Rasse umsteigen wollen.

In Ihrem eigenen Interesse sollten sie darauf achten, dass die Kaninchenboxen nicht tiefer als 80 cm sind. Kaninchen sind sehr scheue Tiere und gerade in der Anfangszeit könnten sie sich sonst in den für Sie unerreichbaren hinteren Teil ihrer Box verstecken.

Außen- oder Innenstall für Kaninchen

DerInnenstall ist die beliebteste Form der Kaninchenhaltung in Deutschland. Er bietet sich vor allem in strengen Wintern und heißen Sommern an, da die Tiere so am besten vor frostiger Kälte und übermäßiger Hitze geschützt sind. Die Haltung im Haus hat allerdings auch zur Folge, dass die Tiere nur ein sehr dünnes Fell entwickeln und dadurch anfälliger für Krankheiten sind.

Ganz anders verhält es sich da bei der Haltung in Außenställen. Dafür müssen hier einige Dinge berücksichtig werden: Der Außenstall sollte an einer windgeschützten Stelle platziert werden. Denken Sie daran den Stall im Winter mit zusätzlichem Stroh auszupolstern und ihn womöglich mit Luftpolsterfolie zu isolieren, um die Tiere vor der Kälte zu schützen. Im Sommer darf der Stall auf keinen Fall in der prallen Sonne stehen, da Kaninchen sehr hitzeempfindlich sind.

Kaninchenhaltung im Außengehege

Wer seine Kaninchen inAußengehegen halten möchte, braucht Platz. Mindestens zwei Quadratmeter sollten es pro Tier sein. Wenn sich also mehrere Kaninchen im Gehege befinden, sollte jedem einzelnen dieser Platz zugestanden werden.

Da sich geschlechtsreife Rammler aggressiv in der Gruppe verhalten können, sollten sie immer getrennt von den geschlechtsreifen Weibchen gehalten werden. Lassen Sie die Rammler sicherheitshalber nur zum Decken ins Freigehege.

Wie bei den Außenställen gilt: Das Gehege sollten nicht in der prallen Sonne stehen. Optimal ist eine Stelle im Halbschatten. Zum Schutz vor Niederschlag und Kälte ist es ratsam, eine feste Schutzhütte in das Gehege einzubauen. Damit Ihnen die Tiere nicht weglaufen und vor Greifvögeln und anderen Raubtieren geschützt sind, sind einige Vorkehrungen zu treffen.

An den Seiten und auf dem Boden sollte einKaninchendraht angebracht werden, der die Flucht wirksam verhindern kann. Zum Schutz der Kaninchen bietet sich außerdem eine Abdeckung auf der Oberseite des Geheges an.

Die Ausstattung für den Kaninchen Stall

Platz ist aber nicht alles! Kaninchen brauchen eine abwechslungsreiche Käfiglandschaft mit Rückzugsmöglichkeiten (Häuschen) und erhöhten Liegeflächen, auf welchen die Tiere gerne ausgestreckt ruhen. Zusätzlich sollten weitere Versteckmöglichkeiten (z.B. Weidebrücken) angeboten werden, welche die Tiere auch erkunden und benagen können.

Zubehör für das Kleintier im Käfig bringt Abwechselung und Spaß. Ihre Kaninchen mögen vielEinstreu, damit sie zumindest ansatzweise graben können. Als Einstreumaterial eignen sich Strohpellets, Maiskolbengranulat oder Hobelspäne. Verwenden Sie niemals Katzenstreu! EineRaufe schützt das Futterheu vor Verunreinigungen. Für Kaninchen sollten nur Heuraufen mit einer Abdeckung verwendet werden, da die Tiere sonst in die Raufe springen und sich verletzten können.