Wie werden Gänse artgerecht gehalten?

Wussten Sie, dass Gänse sich nicht nur als Weihnachtsessen eignen, sondern auch als ausgezeichneter „Wachhund“ und „Gärtner“?

Bei Dunkelheit schlagen die Gänse zuverlässig an und durch die Beweidung halten sie Ihre Rasen- und Wiesenflächen kontinuierlich kurz. Neben qualitativ hochwertigem Fleisch liefern Gänse auch Daunen, Federn und Gänsefett. Die Haltung ist einfach und unkompliziert. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie die Gänse artgerecht halten und wie Sie die Gänse erfolgreich durch den Winter bringen.

Große Weide und sauberes Wasser für die artgerechte Gänsehaltung

Als ausgesprochene Weidetiere benötigen Gänse weitläufige Auslaufflächen. Für zwei erwachsene Zuchtgänse sollten diese 400 bis 500 Quadratmeter groß sein. Praktisch: Während der Vegetationszeit sind die Gänse auf der Weide Selbstversorger. Extra Kraft- und Ergänzungsfutter brauchen die Gänse in dieser Zeit nicht. Wichtig ist dafür eine ausreichende Versorgung mit Frischwasser. Unser Rat: Reinigen Sie die Wasserstelle mindestens einmal pro Tag. Eine gemeinsame Haltung mit anderen Nutztieren ist problemlos möglich.

Bademöglichkeit ist wichtig für Gänse

Gänse brauchen nicht nur viel Platz, sondern auch eine Schwimm- und Bademöglichkeit. Befindet sich angrenzend zur Auslauffläche keine natürliche Wasserstelle, können Sie mit einer alten Badewanne, einer Sandkastenmuschel oder einem alten Kinderplanschbecken Abhilfe schaffen.

Vergessen Sie nicht, diese alternativen Wasserreservoirs täglich zu reinigen und von Gänseausscheidungen und Urinat zu befreien. Für Gänseküken, die Gössel genannt werden, sollte der Ein- und Ausstieg bei alten Badewannen durch spezielle Vorrichtungen erleichtert werden. Unser Tipp: Auch alte Bratpfannen eigenen sich als Planschbecken für junge Gänse. Ohne Wasserstelle geht es nicht: Im Sommer kühlen sich die Gänse hier ab. Außerdem ist die regelmäßig praktizierte Gefiederpflege für das Wohlbefinden der Gänse wichtig.

Ein Zaun für Gänse schafft Sicherheit

Bei Gänsen besteht keine Fluchtgefahr. Eine Umzäunung der Weidefläche empfiehlt sich aber trotzdem: Auf dem Speiseplan von Füchsen stehen die Tiere weit oben und auch Hunde mit starkem Jagdtrieb können den Gänsen gefährlich werden. Der Zaun sollte etwa 120 bis 150 cm hoch sein. Als effektives Abwehrmittel gegenüber Fressfeinden bietet sich ein Elektrozaun an. Eine gleichmäßige Beweidung erreichen Sie durch die Unterteilung der Weidefläche in Parzellen.

Gänse als Gärtner

Gänse haben eine spezielle Vorliebe für Obst. Machen Sie sich diese zunutze. Die Tiere sind hervorragende Fallobstverwerter. Außerdem bieten die Obstbäume ausreichend Schutz vor Sonne und Regen. Werden die Gänse auf freier Fläche gehalten, sollten Sie einen extra Unterstand zimmern.

Die richtige Fütterung für Gänse ist alles

Gänse fressen außerdem Futter- und Zuckerrüben, gedämpfte Kartoffeln, Möhren, Beeren und Salat. Je abwechslungsreicher die Ernährung ist, desto schneller das Wachstum. Auch die Vitalität und die Fruchtbarkeit hängen von der Zusammensetzung des Futters ab. Zu artgerechter Haltung der Gänse gehört auch die Bereitstellung von Verdauungshelfern wie grobkörnigem Sand und kleinen Kieselsteinen.

Gänsehaltung im Winter

In der kalten Jahreszeit müssen Gänse in einem Stall gehalten werden. Das muss nichts Hochwertiges sein, eine Fläche von mindestens zwei Quadratmetern sollten Sie Ihren Tieren aber dennoch gewähren. Stellen Sie sicher, dass der Stallboden gut ausgemistet wird und kein Regenwasser eindringen kann.

Wir empfehlen für die Einstreu zwei Schichten. Die saugfähige untere Schicht, bestehend aus Sägemehl oder Hobelspänen, dient der Aufnahme des dünnflüssigen Gänsekots. Darüber verteilen Sie einfach etwas Stroh.