Hühnerhaltung: Was ist bei der Pflege und Gesundheit von Hühnern zu beachten?

Vor fünfzig Jahren scharrten beinahe in jedem Garten ein paar Hühner. Heute sieht man sie meistens nur noch im Zoo oder in Museumsdörfern. Doch immer mehr Menschen interessieren sich wieder dafür, Hühner zu halten. So wissen sie, dass sie artgerecht untergebracht sind und wo die Eier herkommen.

Ein Grund dafür, dass Hobbyfarming, die Mini-Landwirtschaft hinter dem Haus, ständig beliebter wird. Denn auch Enten, Gänse und Kaninchen ziehen verstärkt in die Gärten ein. Vielen Besitzern geht es dabei nicht nur um die Selbstversorger-Idee, sondern auch um den engen Kontakt zu den Tieren.

Hühner verwenden viel Zeit auf das Putzen und Reinigen ihres Federkleids und halten dieses sehr sauber. Das erspart Ihnen als Halter allerdings nicht die regelmäßige Reinigung des Stalls und die viermal im Jahr notwendige Impfung der Hühner, damit die Hühner langfristig gesund bleiben.

Der folgende Text gibt Auskunft darüber, was es täglich und wöchentlich im Hinblick auf Pflege zu tun gibt und wie gute Gesundheitsvorsorge bei Hühnern aussieht. So kann Parasitenbefall vermieden und das Infektionsrisiko Ihrer Hühner deutlich verringert werden.

Hühnerhaltung: Die tägliche Stallreinigung

Regel Nummer 1: Säubern Sie täglich die Futter und Wasserbehälter Ihrer Hühner und füllen Sie sie anschließend mit frischem Inhalt wieder auf. Nur so könnenhygienische Bedingungen im Stall garantiert werden. Auch das Kotbrett und die Sitzstangen sollten einmal am Tag gesäubert werden. Verlieren Sie dabei nicht den Auslauf der Hühner aus den Augen. Auch hier sollten einmal pro Tag Kot, Federn und nicht verzehrtes Gemüse mithilfe einesLaubrechens entfernt werden. Dabei können Sie auch gut die über den Tag gelegten Eier einsammeln. So verhindern Sie, dass die Hennen brütig werden.

Wöchentlich Pflegemaßnahme der gesunden Hühnerhaltung

Spätestens nach einer Woche sollte die Kotschublade des Stalls entleert und gereinigt werden. Unsere Empfehlung: Werfen Sie den Hühnerkot nicht einfach weg. Er eignet sich nach mehrwöchiger Kompostierung hervorragend als Dünger für Ihren Gemüsegarten. Sie sollten sich außerdem wöchentlich vergewissern, dass weder die Sitzstangen samt Wandhalterungen noch die Legenester von Ungeziefer befallen sind.

Um möglichen Krankheitserregern keine Heimat zu bieten, muss dieEinstreu des Stalls ebenfalls einmal in der Woche ausgetauscht werden. Verwenden Sie eine Schicht aus Stroh, Heu, Sand oder trockenemRindenmulch.

Gesundheitscheck bei den Hühnern

Sind meine Hühner noch alle gesund? Auf diese Frage sollten Sie im Wochenrhythmus eine Antwort finden. Orientieren können Sie sich beim Gesundheitscheck an folgenden Indikatoren: Aussehen, Appetit, Bewegung und Kot.

Das Kopfanhängsel gesunder Hühner ist tiefrot und damit gut durchblutet. Die gesunden Hühner haben außerdem glatt-glänzendes Gefieder und klare Augen. Ihr Huhn ist in dauerhafter Bewegung, frisst gut, pickt, scharrt und sucht nach Futter? Dann müssen Sie sich keine Sorgen um das Wohlbefinden des Huhns machen. Durchfall hingegen kann ein Indiz für eine Infektions- oder Viruserkrankung sein, denn der Kot eines gesunden Huhns ist fest.

Hühnerhaltung: Impfen ist Pflicht

Impfungen sind zum einen gesetzlich vorgeschrieben und zum anderen ein sinnvoller Schutz vor möglichen Krankheiten. Die Hühner müssen vier Mal im Jahr über das Trinkwasser gegen die Geflügelpest (Newcastle Disease) geimpft werden. Sie als Halter erhalten den Impfstoff ausschließlich von Ihrem Tierarzt. Wir empfehlen: Beteiligen Sie sich, falls vorhanden, an einer Gemeinschaftsimpfung Ihres lokalen Geflügelzucht- oder Kleintierzuchtvereins.

Ungeliebte Eindringlinge – Parasiten bei Hühnern bekämpfen

Hühner werden am häufigsten von den sogenannten Federlingen befallen. Dieser Parasit fühlt sich im Federbereich um die Kloake der Tiere am wohlsten. Sie erkennen Ihn an seinem weißlichen Eierkonkon. ZurBekämpfung eignen sich Sprays oder Puder aus dem Fachhandel.

Ausreichend Auslauf für die Hühner

Für die Unterbringung der Hühner gibt es fertige Hühnerhäuser, die bereits komplett mit Sitzstange, Legenest und Kot-Brett ausgestattet sind. Ein Hahn bringt zwar mehr Disziplin in die Hühnerschar, doch kann man problemlos auf ihn und seinen Weckalarm verzichten.

Die Hennen legen auch ohne ihn ihre Eier. Allerdings lieben sie Geselligkeit, deshalb sollte man sie nicht einzeln halten. Um eine vierköpfige Familie mit Eiern zu versorgen, braucht man zwei bis sechs Hühner. Sie benötigen natürlich ausreichend Platz: Pro Tier sollten es idealerweise mindestens ca. ein Quadratmeter Stallfläche und 20 bis 30 Quadratmeter Auslauf sein. Hält man Zwerghühner, verringert sich der Platzbedarf um etwa ein Drittel.

Für Anfänger empfehlen sich einfach zu pflegende Hybridhühner und robuste Rassen wie Sussex, Plymouth Rocks, Vorwerk, Bielefelder Kennhuhn oder Zwerg-Cochins. Aber auch selten gewordene heimische Landrassen wie der Deutsche Sperber sind geeignet. Die lebhaften und recht zutraulichen Tiere sind fleißige Eierleger und kaum flugtüchtig. Wer sich für sie entscheidet, unterstützt zugleich eine massiv vom Aussterben bedrohte alte Haustierrasse.