HAUSMEERSCHWEINCHEN: TIPPS ZUR HALTUNG UNDERNÄHRUNG

Meerschweinchen sind gesellige und robuste Haustiere, die sich gut in Wohnungen halten lassen. Ihre Lebhaftigkeit bereitet Kindern und Erwachsenen viel Freude. Damit Ihr Meerschweinchen gesund und zufrieden bleibt, finden Sie in unserem Ratgeber wichtige Tipps zur Ernährung und Pflege Ihres kleinen Freundes.

MEERSCHWEINCHEN SIND PFLEGELEICHT UND UNKOMPLIZIERT ZU HALTEN

Meerschweinchen sind ideale Haustiere für Stadtwohnungen. Sie sind pflegeleicht, ruhig und tagaktiv. Kinder mögen Meerschweinchen und können bei der täglichen Pflege und Betreuung früh lernen Verantwortung zu übernehmen. Um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten, muss man die Bedürfnisse der Meerschweinchen aber genau kennen.

Meerschweinchen sind gesellige Tiere, die niemals alleine gehalten werden sollten. All Ihre Zuneigung und Fürsorge kann das Fehlen der Artgenossen nicht ersetzen. Planen Sie mit zwei bis drei Tieren, die in das neue Heim für Meerschweinchen einziehen sollen. Um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern, sollten die männlichen Tiere in jedem Fall vom Tierarzt kastriert werden.

Ein Käfig für Hausmeerschweinchen muss groß genug sein, um Platz zum Toben, Springen und Versteckspielen zu haben. Als ausreichende Minimalgröße empfiehlt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz Meerschweinchenkäfige ab 120 cm x 60 cm Grundfläche. Andere Quellen halten ein Quadratmeter pro Meerschweinchen als erforderlich. Mehr Platz ist natürlich immer besser. Zu der Grundausstattung des Käfigs gehören Wasserflasche, Futternapf, Heuraufe, Korkenröhre, Grasnest, Schlaf- und Versteckhäuser.

Damit Meerschweinchen genug Abwechslung haben und es ihnen nicht langweilig wird, sollten unterschiedliche natürliche Materialien wie z. B. Wurzeln, Äste (Haselnuss, Buche) und Korkröhren im Gehege verteilt werden.

Zähne und Krallen sollten vom Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden

Eine regelmäßige Zahnkontrolle ist bei Meerschweinchen sehr wichtig, da die Zähne zeitlebens wachsen. Durch die tägliche Nagearbeit beim Zerkauen des Futters gibt es eine natürliche Abnutzung. Es kann aber vorkommen, dass sich die Nagerzähne nicht richtig abnutzen. In diesem Fall muss der Tierarzt alle drei Monate die entsprechenden Zähne regelmäßig kürzen, damit das Meerschweinchen bei der täglichen Futteraufnahme nicht behindert wird.

Neben der Zahnkontrolle sollten auch die Krallen von Zeit zu Zeit kontrolliert werden. Eine natürliche Abnutzung der Krallen findet in der Heimtierhaltung selten statt. Zu lange Krallen behindern Meerschweinchen beim Laufen und sind eine potenzielle Verletzungsgefahr. Das Kürzen der Krallen ist nicht schwer und kann mit etwas Geschick in Eigenleistung gemacht werden. Lassen Sie sich die Krallenpflege beim ersten Mal aber besser von einem Tierarzt zeigen.

Wasser brauchen die Hausmeerschweinchen täglich und immer frisch. Deswegen sollte man die Wassertrinkflasche einmal am Tag kontrollieren, säubern und nachfüllen.

Hausmeerschweinchen: Tipps zur Haltung und Ernährung

Futter für Meerschweinchen unterteilt man in Heu, Grün- und Nassfutter

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt auch bei Meerschweinchen eine wichtige Rolle. Bei der Fütterung unterscheidet man zwischen Heu, Grün- und Saftfutter. Heu ist als Rohfaserfutter dabei das wichtigste Nahrungsmittel und muss immer in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Heu wird in einer Futterraufe angeboten. Es kann aber auch in leeren Pappröhren von Toilettenpapier oder Küchenrollen „versteckt“ werden, um spielerisch entdeckt zu werden.

Die verhältnismäßig großen Mengen Heu, die ein Hausmeerschweinchen über den Tag verteilt frisst, dienen neben der Nährstoffversorgung auch dem natürlichen Zahnabrieb und sind wichtig für eine gesunde Darmtätigkeit. Meerschweinchen besitzen keine Darmmuskulatur. Einen Weitertransport des Nahrungsbreis erreichen sie nur durch das stete Fressen. Daher spricht man bei Meerschweinchen auch vom Stopfmagen.

Als weiteres Grundlagenfutter wird Grünfutter angeboten. Dazu gehören viele Wiesenpflanzen wie z. B. Gänseblümchen, Ringelblume, Schafgarbe, Giersch, echte Kamille, Huflattich, Melisse, Wegerich und Malve, auch die Blätter von Erdbeer-, Sonnenblumen- und Himbeerpflanzen sind willkommene Futterpflanzen.

Unter Saftfutter versteht man vitaminreiches Ergänzungsfutter, das sich aus eher kleinen Obst- und Gemüseportionen zusammensetzen sollte. Dazu gehören: Möhren, Feldsalat, Sellerie mit Grün, Gurke, Fenchel, Rote Bete, Chinakohl und Topinambur. Zu den verträglichen Obstsorten zählen: Apfel, Banane, Melone und Weintrauben.

Obst- und Gemüseportionen, die nicht gefressen wurden, sollten täglich entfernt werden, da sie sonst verderben. Ungeeignet für die Verfütterung an Hausmeerschweinchen und zum Teil sogar giftig sind z. B. viele Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen), Zwiebelgewächse (Schnittlauch, Zwiebeln, Porree), Rhabarber und Steinobst (Pflaumen, Kirschen).