Wie werden Kernobstbäume wie Apfel und Birne richtig geschnitten?

Kernobstbäume wie Apfel und Birne werden ab November geschnitten. Verschiedene Schnitttechniken und der korrekte Umgang mit Säge & Co. führen zu gesunden, ertragreichen Bäumen.

Wenn die letzten Blätter von den Bäumen gefallen sind, ist die eigentliche Wuchsform eines Baumes gut zu erkennen. Gleiches gilt für alle überflüssigen Äste. Ab November können Sie daher zuSäge undAstschere greifen und Ihre Kernobstbäume schneiden.

Je nach Art und Alter eines Obstbaums kommen unterschiedliche Schnitttechniken zum Einsatz. Im ersten Jahr der Pflanzung oder im Folgejahr wird der sogenannte Pflanz- oder Formschnitt vorgenommen. Damit legen Sie die künftige Form des Baums fest. Wählen Sie dazu den Leittrieb (Mitteltrieb) und entfernen Sie bis auf drei oder vier Seitentriebe alle übrigen Triebe.

Erziehungsschnitt definiert die Form des Obstbaumes

Mit dem sogenannten Erziehungsschnitt wird die spätere Form der Baumkrone bestimmt. Zu diesem Zweck werden erneut der Mitteltrieb und die Seitentriebe gekürzt, um ihr Wachstum zusätzlich anzuregen. Dabei sollte das Fruchtholz, sprich die seitlich aus den Haupttrieben wachsenden Triebe, stehen gelassen werden, da diese später Früchte tragen. Alle Äste, die ins Kroneninnere wachsen, werden dagegen komplett entfernt. Auch am Hauptstamm und im Bodenbereich wachsende Triebe sollten vollständig entfernt werden.

Alte Obstbäume richtig beschneiden

Alte Bäume erhalten einen sogenannten Erhaltungsschnitt. Damit entfernt man nicht mehr tragfähige, ältere und vergreiste Äste. Zudem werden mit dieser Technik kranke und senkrecht stehende Triebe und Äste komplett herausgeschnitten. Anschließend kürzen Sie die wichtigen Jungtriebe ein, damit diese reichlich Blüten ansetzen und entsprechende Früchte ausbilden können.

Wie werden Kernobstbäume wie Apfel und Birne richtig geschnitten?

Auf das richtige Werkzeug für den Obstbaumschnitt achten

Schnittmaßnahmen führt man immer mit scharfen Werkzeugen durch. Bei kleinen Ästen reicht eine Zweihand-Astschere, um störende Zweige zu entfernen. Weniger geeignet sind dabei Scheren, die nach dem Ambossprinzip arbeiten. Sie erzeugen Quetschwunden, die schlecht verheilen. Ambossscheren sind eher für altes, trockenes Holz gedacht.

Für größere Äste oder große Stämme verwenden Sie eine Hand- bzw. Motorsäge. Fein gezahnte Sägeblätter hinterlassen gewöhnlich keine ausgefransten Wundränder. Passiert dies doch einmal, z. B. durch die grobe Kette der Kettensäge, wird mit einem scharfen Messer nachgearbeitet.

Warum werden jedes Jahr die Obstbäume beschnitten?

Werden Obstbäume nicht jährlich geschnitten, überaltern sie. Mit dem Verjüngungsschnitt können Sie den Baum gezielt zu neuem Wachstum anregen. Hierbei entfernen Sie zunächst wieder alle trockenen und kranken Äste. Dann dünnen Sie die Krone großzügig aus, indem Sie vor allem ältere Äste entfernen, wenn diese die ursprünglichen Leitäste behindern.