FLECHTEN MIT WEIDENRUTEN

Vielerorts werden im Februar die Kopfweiden geschnitten. Die extrem langen Ruten eignen sich hervorragend zum Flechten von Zäunen als Beet-Einfassung, Sichtschutz oder als Weidentunnel. Worauf man dabei achten muss, lesen Sie im Ratgeber.

Weidenruten sind ein natürliches Material, um viele schöne „Bauwerke“ im Garten anlegen zu können. In Bauern- und Klostergärten waren Beet-Einfassungen aus geflochtenen Weidenästen lange Zeit Tradition.

Heute kommen die zeitlosen Flechtwerke aus Weidenruten in naturnahen Gärten oder auch in Kita-und Schulgärten wieder zum Einsatz.

Die elastischen Weidenruten stammen vor allen von der Korbweide (Salix viminalis), aber auch die einjährigen Ruten der Purpur-Weide (Salix purpurea) sind sehr biegsam und eignen sich gut für Flechtarbeiten. Ein weiterer Vorteil der Weidenruten ist die Eigenschaft schnell neue Wurzeln bilden zu können. Dieses ist für den Bau von Lebendflechtwerken (Weidentunnel, Tipi) besonders wichtig.

WIE SIE EINFACH AN GEEIGNETE WEIDENRUTEN KOMMEN

Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Winter Weidenruten zu beschaffen. Verschiedene Naturschutzgruppen, Naturschutzbehörden, aber auch kommunale Träger und Wasserwirtschaftsämter pflegen bestimmte Areale, in denen Kopfweiden alle 3-4 Jahre zurück geschnitten werden müssen. Dieser regelmäßige Rückschnitt ist wichtig, damit die Kopfweide durch das Gewicht der Äste nicht auseinander brechen.

Oft wird dieser Termin öffentlich bekannt gegeben, damit sich interessierte Bürger Weidenruten mitnehmen können. Bis zum Verarbeitungstermin sollten die Weidenruten feucht gehalten werden, damit sie geschmeidig bleiben und ihre Elastizität für das Flechten nicht verlieren.

FLECHTEN MIT WEIDENRUTEN

Weiden-Tipi und Weidentunnel selber bauen

Weidenstecklinge können in feuchten Böden innerhalb weniger Tage Wurzeln bilden. Diese Eigenschaft ist für ein Weidentipi oder Weidentunnel sehr wichtig, weil sie als lebendes Bauwerke ein dichtes Blätterdach bilden sollen. Beide Bauwerke sind wahre Kinderspielparadiese. Für den Tipi markieren Sie mit Sand oder Sägemehl einen großen Kreis und für den Tunnel die äußeren Ränder.

Bei den Markierungen schaffen Sie mit Hilfe eines Erdbohrers alle 15 bis 20 cm Pflanzlöcher für die Weidenruten. Für die kegelförmige Anfangskonstruktion des Weidentipis brauchen Sie 3 bis 4 Meter lange Weidenruten. Vier Ruten werden mit jeweils gleichem Abstand im Boden verankern und an der Kegelspitze mit Sisal- oder Kokosstricken verknotet. Danach werden einige Weidenruten waagerecht eingeflochten. Andere Weidenruten können Sie diagonal einbauen, wobei das dickere Ende in ein Pflanzloch gesetzt wird. Vergessen Sie nicht einen Bereich frei zu halten, um einen Eingang anlegen zu können.

Beim Weidentunnel werden alle Weidenruten von beiden Seiten diagonal in die Pflanzlöcher gesetzt. An allen Kreuzungspunkten werden die Äste mit den anderen Ruten mit Bast oder Sisalschnur miteinander verknotet. So bekommen Sie schnell ein kuppelförmiges Tunneldach. Auch hier können Sie waagerechte Weidenruten zur Verbesserung der Stabilität einflechten. Auch wenn die Weidenruten bei Bodenkontakt schnell wurzeln, sollten Sie darauf achten, dass der Boden immer ausreichend gewässert ist.