Fit durch die Weidesaison bei Pferden

Die Weidehaltung ist die natürlichste Haltungsform für das Pferd. Auf der Weide kann das Pferd seinem Bedürfnis nach Bewegung nachgehen, geht selbstständig auf Nahrungssuche und hat Kontakt zu seinen Artgenossen. Doch auch bei dieser scheinbar einfachen Haltungsform sind einige Dinge zu beachten.

Zu Beginn der Weidesaison hat das Gras einen hohen Gehalt an verdaulichem Rohprotein (ca. 20 g/kg) und verdaulicher Energie (ca. 2 MJ/kg), sehr gering hingegen ist der Gehalt an Rohfaser (ca. 180 g/kg). Ein Großpferd frisst während fünf Stunden Weidegang bis zu 20 kg frisches Gras.

Koliken beim Pferd durch bedachtes Anweiden vermeiden

Wenn man diese Zahlen zu Grunde legt, kommt man schnell zu der Feststellung, dass ein Pferd bei leichter bis mittlerer Arbeit kaum noch Kraftfutter benötigt, wenn es täglich auf die Weide geht. Das gerade zu Beginn der Weidesaison auftretende schnelle und hastige Fressen dieses energiereichen Grünfutters belastet allerdings stark den relativ kleinen Pferdemagen und kann zu Fehlgärungen und infolge dessen zu Koliken führen. Deshalb ist es wichtig, den Weidegang bzw. zu Beginn das Anweiden auf kurze Zeiten (20 Minuten am Tag) zu beschränken und nur langsam auszudehnen. Bei Problempferden empfiehlt sich der Einsatz von so genannten „Greenguards“.

Dies sind Maulkörbe, die nur eine Aufnahme von geringen Mengen an Gras zulassen. Außerdem ist eine angepasste Nährstoffzufuhr über das Krippenfutter elementar und zwar nach dem Motto: Weniger Rohprotein und mehr Rohfaser ist mehr für die Pferdegesundheit, wie zum Beispiel durch FibraVital!

Gerade bei einer ganzjährigen Weidehaltung sollte dem Pferd die Möglichkeit gegeben werden, über eine Heuraufe Strukturfutter aufnehmen zu können. Grundfutteruntersuchungen haben gezeigt, dass gerade im Bereich der Magnesium und Spurenelementgehalte auf unseren WeidenDefizite bestehen, so dass eine Zufütterung von Mineralfutter, Leckschalen oder Leckmassen unabdingbar ist, wie zum Beispiel Pferdemineral.

Gräserqualität durch gezielte Düngung verbessern

Durch eine gezielte Düngung lässt sich sowohl die Gräserqualität als auch die Schmackhaftigkeit deutlich steigern! Im Zusammenhang mit dem Weidegang rücken auch Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. die Hufrehe, wieder stärker in den Fokus. Ging man lange Zeit davon aus, dass eine Ursache für Hufrehe in der vermehrten Aufnahme von Eiweiß liegt, so weiß man es heute besser: nicht das Eiweiß ist beim weidenden Pferd Auslöser für die schmerzhafte Huf-Lederhautentzündung, sondern Fruktane verursachen dem Pferd Probleme.

Fit durch die Weidesaison bei Pferden

Fruktane sind Kohlenhydrate, die der Pflanze als kurzfristiger Energie-Zwischenspeicher dienen. Bei Sonnenschein und gleichzeitig niedrigen Temperaturen (unter 8°C) lagert die Pflanze die im Rahmen der Photosynthese gebildete Energie in Form von Fruktanen in den Halm ein. Für die Verdauung dieser Art der Kohlenhydrate ist der Verdauungstrakt des Pferdes nicht ausgelegt.

Nimmt das Pferd Fruktane auf, kommt es zu Irritationen der Dickdarm-Flora, die ein Absterben der Mikroorganismen im Dickdarm bewirken, zu Vergiftungserscheinungen führen und in Folge dessen einen Hufrehe-Schub auslösen können.

Da nicht alle Gräserarten im gleichen Umfang Fruktane bilden, empfiehlt es sich, spezielle fruktanarme Gräser zur Ein- oder Nachsaat der Pferdeweide zu verwenden. Neben der Gefahr der Überversorgung mit Nährstoffen stellt auch die Aufnahme von Schadstoffen, z.B. durch das Fressen von Giftpflanzen (z.B. Jakobskreuzkraut), eine Gefahr für das weidende Pferd dar. Die meisten Giftpflanzen werden von Pferden zum Glück prinzipiell eher gemieden, doch knabbern vor allem neugierige Jungtiere gern mal auch an unbekanntem Grün. Die intensive Weidepflege ist deshalb eine wichtige Voraussetzung zur Gesunderhaltung der Pferde auf der Weide und für die Gewinnung eines hochwertigen Grundfutters.

Bei allen Fragen rund um die richtige Pferdefütterung und das Weidemanagement sind die Raiffeisen-Märkte die richtigen Partner.