Einmaleins zum Einkochen von Marmelade

Bringen Sie jetzt den Sommer ins Glas! Ob mit selbst angebautem und geerntetem Beerenfrüchten oder frisch gekauftem Obst, es macht Spaß und Freude, Süßes oder Herzhaftes einzumachen. Das Einmachen von Obstfrüchten ist schnell gemacht und kinderleicht. Die meisten Einkoch-Utensilien, die Sie zur Herstellung eigener Konfitüren benötigen, sind in Ihrem Haushalt sicherlich schon vorhanden.

Das wichtigste Werkzeug ist ein großer Topf. Dieser Edelstahl- oder Emailletopf sollte einen schweren Boden haben und 5-10 Liter fassen können. Ein großer Durchmesser hilft auch beim Verdampfen von Flüssigkeit.

GLÄSER MIT SCHRAUBDECKELN ODER EINMACHGLÄSER MIT GUMMIRING?

Zum Einfüllen Ihres Einmachguts eignen sich am besten Gläser mit Schraubverschluss (Twist-Off-Verschluss). Gläser und Deckel müssen unbeschädigt sein. Füllen Sie Ihr Eingemachtes in vorgewärmte Gläser, die Sie auf ein feuchtes Küchentuch stellen, damit sie nicht zerspringen. Echte Einmachgläser mit Klammern und Gummiring benötigen Sie nur für das Einkochen im Ofen oder im Einkochautomaten. Achten Sie dann darauf, dass die Gummiringe elastisch sind und kochen Sie sie vor der Verwendung einige Minuten aus. Dann sollten Sie sie bis zum Gebrauch im heißen Wasser liegen lassen.

Ein Mulltuch oder ein sehr feines Sieb, denn wenn Sie Gelees herstellen möchten, benötigen Sie hierfür klaren Saft. Diesen gewinnen Sie am besten, indem Sie die Früchte mit Wasser aufkochen und dann so lange durch das Mulltuch oder das feine Sieb abtropfen lassen, bis die gesamte Flüssigkeit heraus gelaufen ist. So gelingt Ihnen ein klares Gelee. Saft aus einer elektrischen Saftzentrifuge ist oft sehr trübe und geliert nicht so gut.

Außerdem brauchen Sie eine Küchenwaage zum Abwiegen aller Zutaten und einen Pürierstab zum Zerkleinern der Früchte. Wenn Sie den beim Kochen entstandenen Schaum abschöpfen möchten, gehört auch ein Schaumlöffel zur Einkoch-Ausrüstung. Zu guter Letzt benötigen Sie einen Kochlöffel zum Umrühren und eine Schöpfkelle zum Befüllen der Gläser.

Pektin lässt die Marmelade gelieren

Die verschiedenen Obstsorten gelieren nicht gleich schnell. Das liegt an den unterschiedlich hohen natürlichen Pektin- und Säuregehalte der Früchte. In Verbindung mit Zucker bewirken Pektine sowie die Fruchtsäure das Festwerden der Marmeladen, Konfitüren und Gelees. Je pektinreicher die Früchte sind, desto leichter geliert die Kochmasse.

Wie viel Pektin in einer Frucht enthalten ist, hängt aber nicht nur von der Sorte, sondern auch vom Reifegrad der Frucht ab. Wobei reife Früchte eine geringere Konzentration an Pektin enthalten als weniger reife Früchte. Heutzutage ist in den handelsüblichen Gelierzuckern neben Zitronensäure auch Obstpektin enthalten, so dass Ihr Selbstgemachtes mit einem geringen Zeitaufwand und sehr schonend zubereitet werden kann.

Einen relativ hohen Pektingehalt habe folgende Früchte: Äpfel, Quitten, Stachelbeeren, Zitrusfrüchte, Heidelbeeren, Johannisbeeren.

Einen eher mittlerer Pektingehalt haben: Aprikosen, Birnen, Mirabellen, Nektarinen, Pfirsiche, Zwetschgen, Sanddorn, Schlehe, Brombeeren, Himbeeren.

Wenig Pektin enthalten: Erdbeeren, Holunder, Kirsche, Ananas, Mangos, Melonen, Weintrauben

Gelierzucker enthält alle Zutaten zur Herstellung von Konfitüren

Damit Ihr Eingemachtes schneller geliert, gibt es verschiedene Verdickungsmittel. Am einfachsten ist die Verwendung handelsüblicher Gelierzucker. Diese enthalten bereits Pektin und Zitronensäure. Ihr Einmachgut schäumt weniger und erhält nach wenigen Minuten eine streichfähige Konsistenz. Das trägt zum besseren Gelingen Ihrer Konfitüren bei, denn je kürzer der Kochvorgang ist, desto besser bleiben Farbe, Aroma und die in den Früchten enthaltenen Vitamine und Nährstoffe erhalten.

Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Gelierzuckern. Gelierzucker 1:1 wird mit den Früchten zu gleichen Teilen gekocht. Wenn Sie es weniger süß mögen, dann können Sie auch einen Gelierzucker 2:1 (zwei Teile Frucht, ein Teil Zucker) oder 3:1 (drei Teile Frucht, ein Teil Zucker) einsetzen. Um die Haltbarkeit Ihres Selbstgemachten sicher zu gewährleisten, ist bei diesen Zuckern Sorbinsäure als Konservierungsstoff hinzugefügt.

Alternativ können Sie Ihre eigene Mischung herstellen. In Raiffeisen-Märkten mit einem Lebensmittelsortiment erhalten Sie auch reines Pektin aus Äpfeln oder Zitrusfrüchten oder andere Verdickungsmittel wie Agar-Agar und Johannisbrotkernmehl. Diese können Sie ganz nach Ihrem individuellen Geschmack mit Zitronensäure und verschiedenen Süßungsmitteln kombinieren, beispielsweise mit Rohrzucker, Honig, Ahornsirup oder Fruchtzucker.

Mit der Gelierprobe die Gelierfähigkeit prüfen

Mit der Gelierprobe können Sie feststellen, ob Ihre Konfitüren nach Erkalten fest werden oder noch zu flüssig bleiben. Hierfür nehmen Sie einen kleinen, flachen Teller und lassen 1-2 Teelöffel des heißen Kochguts darauf tropfen. Bekommt die Masse die gewünschte feste Konsistenz, wird auch der Rest Ihrer Konfitüre nach einigen Tagen fest, wenn der Geliervorgang im Glas abgeschlossen ist.

Falls Sie sie dickflüssiger wünschen, geben Sie ein wenig Zitronensäure oder frischen Zitronensaft hinzu und lassen das Ganze unter ständigem Rühren noch ein paar Minuten kochen. Wiederholen Sie dann die Gelierprobe. Beachten Sie, dass der Geliervorgang im Glas bis zu einer Woche dauern kann.