Düngung - Welche Düngersorten für welchen Düngeeinsatz?

Pflanzen brauchen zum Wachstum neben Wasser, Kohlendioxid und Licht unterschiedliche Nährstoffe, die als Dünger dem Boden zugeführt werden müssen. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Düngersorten. Man unterscheidet mineralische und organische Düngemittel, die es u.a. als Voll-, Bio- oder Spezialdünger gibt. Wir geben einen Überblick der wichtigsten Düngersorten.

Ernten Sie Ihr eigenes Gemüse oder Obst im Garten, haben Sie einen Spiel- oder Naturrasen? Erfreuen Sie sich gerne an üppig blühenden Stauden? Ob Stauden, Gemüsepflanzen, Sträucher oder Obstbäume, alle brauchen für Wachstum, Blütenbildung, Fruchtansatz ausreichend Nährstoffe und Spurenelemente, die im Boden verfügbar sein müssen.

Ein Nährstoffmangel aber auch ein Zuviel (Verbrennungsgefahr) an Nährstoffen führt zu sichtbaren Schäden. Der Gehalt an Grundnährstoffen: Stickstoff (N), Phosphor (P205), Kalium (K20), Magnesium (Mg), Calcium (CaC03) und Schwefel (S) sollte jährlich durch eine Bodenanalyse festgestellt werden. Sind trotz optimaler Versorgung mit Grundnährstoffen Pflanzenmangelerscheinungen sichtbar, sollte auch der Gehalt an Mikronährstoffen wie Kupfer (Cu), Bor (B), Zink (Zn) und Mangan (Mn) im Boden untersucht werden.

Kompost ist ein idealer nährstoffreicher Bodenhilfsstoff

Kompost

Einen sehr guten„Dünger“ kann man sich durch Kompostieren von Garten-, und Bioabfällen sowie Rasenschnittgut selber herstellen. Pilze, Bakterien, Regenwürmer und viele andere Kleinstlebewesen zersetzen das organische Material in pflanzenverfügbare Nährstoffe. Kompost verbessert die Bodeneigenschaften und fördert die Humusbildung. Es ist ein hochwertiger Volldünger mit vielen Mikronährstoffen.

Horndünger (Hornmehl/-späne) Dieser organische stickstoffreiche Dünger (bis zu 14% N), wird aus Horn- und Hufmaterial von Rindern hergestellt. Je nach Körnung wird der Stickstoff im Zeitraum von Wochen oder Monaten freigesetzt. Horndünger ist daher auch ein Langzeitdünger. Für stark zehrende Pflanzen, die zum Wachstum die Nährstoffe sofort brauchen, sollte ein mineralischer Dünger ergänzt werden.

Organische Dünger bieten Nahrung für Bodenorganismen und Pflanzen

Rinder- und Pferdedung

Rinder- und Pferdemist ist ein kompostierter organischer Volldünger mit Langzeitwirkung. Die Bodenstruktur wird nachhaltig verbessert. Dieser Langzeitdünger eignet sich sehr gut für den Gemüse- und Obstgarten.

Organischer Volldünger

Animalin oder Fertofit sind organische NPK-Volldünger, der sich neben Hornmaterial auch Produkte aus Feder- und Knochenmehl, Rübenschnitzel und Fermentationsrückständen zusammensetzt. Auch die Nährstoffe dieser natürlichen Düngersorten werden über einen längeren Zeitraum mineralisiert und für die Wurzeln pflanzenverfügbar freigesetzt.

Bei Nährstoffmangel verfärben sich Blätter unansehnlich und welken

Mineralischer Volldünger

Den mineralischen Volldünger gibt es in verschiedenen NPK-Konzentrationen. Der bekannteste Vertreter ist Blaukorn (12N, 12P, 17K, 2MgO). Dank der technischen Aufbereitung ist der granulierte Dünger sehr einfach zu dosieren und sofort pflanzenverfügbar. In der flüssigen Form wird Volldünger bevorzugt bei Zimmer- und Topfpflanzen verwendet. Akuter Nährstoffbedarf- oder mangel kann so effektiv behoben werden. Um eine Nitratauswaschung und Phosphatüberversorgung zu verringern, hat man Blaukorn Entec (14N, 7P, 17K, 2MgO) entwickelt. Bei dieser Blaukorn-Variante ist ein Teil des Stickstoffs und Phosphats nicht sofort pflanzenverfügbar.

Bittersalz

Bittersalz (MgSO4) ist ein Magnesiumeinzelnährstoffdünger, der bei Mangel an Magnesium bei Nadelbäumen häufig eingesetzt wird. Gelbe Nadeln und vergilbte Zweige können ein sicheres Zeichen für akuten Magnesiummangel sein. Eine Bodenanalyse sollte hier aber unbedingt durchgeführt werden, da nur eine gezielte Düngung sinnvoll ist.

Düngekalk

Kalkdünger wird zur Neutralisierung von sauren Böden verwendet und versorgt Pflanzen mit Calcium. Es werden verschiedene Kalkdünger eingesetzt: Dolomitkalk, Brandkalk, Kohlensaurer Kalk, Löschkalk oder andere Kalksorten. Ohne Kalkdüngung kann es zur Bodenversauerung kommen, Mikronährstoffe werden dann zunehmend ausgewaschen oder verlieren durch chemische Reaktionen (Fixierung) ihre Pflanzenverfügbarkeit.

Spezialdünger

Die Nährstoffzusammensetzung der Spezialdünger ist auf die jeweiligen Bedürfnisse der verschiedensten Pflanzenarten (Rasen, Tomaten, Beeren, Rosen, Buchsbaum, Rhododendron, Koniferen, usw.) abgestimmt.

Urgesteinsmehl

Urgesteinsmehl ist ein Bodenhilfsstoff, der aus gemahlenem Gestein hergestellt wird. Die Bodenfruchtbarkeit und Bodenbelebung wird durch Urgesteinsmehlgaben verbessert und liefert eine Vielzahl von Mikronährstoffen (Zink (Zn), Mangan (Mn), Kupfer (Cu), Molybdän (Mo) und Bor (B). Urgesteinsmehl kann z.B. mit Brennesseljauche gemischt werden und mindert dabei deutlich die unangenehme Geruchsbildung der Jauche, die als Flüssigdünger und zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden kann.

Patentkali

Patentkali (Kalimagnesia) ist ein Kaliumdünger und hilft der Pflanze beim Wachstum. Kali als Nährstoff ist für die Pflanzenstabilität, Stengelfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten verantwortlich. Eine optimale Kaliversorgung sorgt für aromatisches und lagerfähiges Obst und Gemüse.

Fazit

Die Auswahl unterschiedlicher Düngersorten, die Bodenvariationen und die Nährstoffansprüche der Pflanzen sind so vielschichtig, dass neben der jährlichen Bodenanalyse eine gute Beratung in Ihrem Raiffeisen-Markt eine wertvolle Hilfe ist, den richtigen Dünger zu finden.