Samen im Frühbeet oder Gewächshaus vorziehen

Wer schon im zeitigen Frühjahr eigenen Pflücksalat genießen will, der muss das Gartenjahr mit einem kleinen Zeitvorsprung beginnen. Bestens dazu geeignet sind Gewächshäuser oder Frühbeete, mit denen sich die Aussaat ein bis zwei Monate vorverlegen lässt. Denn während es unter freiem Himmel noch empfindlich kalt ist, bietet ein Beet unter Glas oder Folie bereits im Januar und Februar gute Wachstumsbedingungen.

Gemüsevielfalt unter Dach und Fach

Die Hauptaussaatzeit beginnt im Februar. Alle Gemüsepflanzen mit langer Kulturdauer können jetzt im warmen, mistgeheizten Frühbeet gesät werden, bevor sie pikiert und an ihren endgültigen Standort im Gartenbeet umgesetzt werden. Dazu gehören verschiedene Kohlarten wie Blumenkohl, Weißkohl, Wirsing und Rotkohl sowie Sommerlauch, Gurken, Tomaten und Endiviensalat. Auch die Samen von Schnittsalat, Radieschen, Rettich, Möhren und Kresse fühlen sich ab Februar im Mistbeet wohl. Ab März herrscht dann Hochbetrieb – auch im ungeheizten Frühbeet. Denn jetzt ist es Zeit für Auberginen, Basilikum, Erbsen, Fenchel, Stangensellerie und Zwiebeln.

Samen auf dem Balkon vorziehen

Auch wer nur einen Balkon hat, muss auf selbstgeerntetes Gemüse nicht verzichten. Bestens für den Anbau in Pflanzkübeln geeignet sind Tomaten, Zucchini, Erbsen, Gurken, Paprika und Pflücksalat. Los geht die Aussaat Ende Februar bzw. Anfang März. Sogar Auberginen lassen sich auf dem Balkon anbauen. Gut geeignet ist mit ihrer kompakten Form die Mini-Aubergine Ophelia. Die Früchte wiegen nur 60 g und entfalten an einem sonnigen Standort ihr mildwürziges Aroma besonders gut.

Frühbeet auf zwei Quadratmetern

Ob als fertiger Bausatz oder selbst gezimmert: Ein klassisches Frühbeet ist ein nach Süden hin abgeschrägter, mobiler Kasten ohne Boden, der im Vergleich zu einem Gewächshaus sowohl mit seinem Preis als auch mit seinem geringen Platzbedarf punktet. Abgeschlossen wird der Frühbeetrahmen mit einer Abdeckung aus stabiler Folie, Plexiglasscheiben oder gut dämmenden Doppelstegplatten, die sich zum Belüften öffnen lassen.

Um das Mini-Gewächshaus aufzubauen, reicht bereits eine Grundfläche von einem bis zwei Quadratmetern. Nutzen lässt sich ein Frühbeet das ganze Jahr über: im Herbst als Spätbeet für Wintergemüse, im Winter als Gemüselager und im Frühjahr als Anzuchtstation sowie als Kindergarten für Jungpflanzen, die auf der Fensterbank vorgezogen wurden.

Damit sich das Frühbeet schon bei schwacher Sonneneinstrahlung ordentlich aufheizt, sollte die abgeschrägte Seite den ganzen Tag in der Sonne liegen. Will man schon im Januar Spinat, Radieschen, Feldsalat und Petersilie im Frühbeet säen oder die ersten Kopfsalate pflanzen, ist zudem eine „Naturheizung“ notwendig.

Frühbeet mit Bodenheizung als Mistbeet

Um dem Frühbeet eine Bodenheizung zu spendieren, wird der Untergrund mit frischem Pferdemist ausgelegt und mit einer Schicht Erde abgedeckt. Sobald die im Boden vorhandenen Mikroorganismen beginnen, den Stickstoff zu zersetzen, entwickelt sich Wärme. Nach etwa einer Woche hat sich die Erdschicht so weit erwärmt, dass man mit dem Säen beginnen kann. Ist es noch sehr kalt, kann auch rund um den Holzrahmen Mist verteilt werden, sodass die Seitenwände „mitbeheizt“ werden. Vorsicht geboten ist allerdings bei zu viel Wärme. Erhitzt sich das Frühbeet an warmen Frühlingstagen zu sehr, drohen die Pflänzchen zu verbrennen. Wer sich tagsüber nicht um die optimale Frühbeet-Temperatur kümmern kann, baut am besten einen automatischen Fensterheber ein, der über einen temperaturempfindlichen Druckzylinder die Abdeckung hebt und senkt. Ansonsten heißt es: von Hand lüften, sobald die Temperatur über 20 °C steigt.

So verwandeln Sie Ihr Frühbeet in ein Mistbeet:

1. Den Boden unter dem Frühbeet etwa 60 cm tief ausheben.

2. Als unterste Schicht etwa 40 bis 60 cm frischen Pferdemist einfüllen. Die Mistlage sollte rund 20 bis 25 cm unterhalb des Frühbeetrahmens enden.

3. Darüber folgt eine 20 cm dicke Schicht mit der ausgehobenen Gartenerde, die mit etwas Kompost angereichert wird.

4. Die Abdeckung schließen und eventuell mit Noppenfolie oder Strohmatten abdecken, damit sich die Wärme gut entwickeln kann.

5. Nach rund einer Woche gut durchlüften und mit der Saat beginnen.